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Bedrängte Christen alleingelassen

[…] Jesus hat uns Christen gesagt: „Ihr seid das Salz der Erde“. Er hat uns nicht mitgegeben, dass wir der weiche und süße Weckmann der Öffentlichkeit und der Political Correctness sein sollen, der beinahe allen schmeckt. Mit politisch fein austarierten Statements, die niemandem weh tun, aber auch keinem helfen, werden Bischöfe ihrer großen Verantwortung nicht gerecht. Da ist dann auch konziliante Konfrontation gefragt, und das Einfordern unbequemer Lösungen. Man sollte von Bischöfen erwarten können, dass sie die Erstaufnahmelager besuchen, dass sie Behörden Dampf unter dem Hintern machen und Redaktionen sensibilisieren. […]

Von Martin Wind

Religion und Ideologie. Und das Christentum

[…] Wenn Religion ohnehin und immer Ideologie wäre (und damit alle Religionen – „unterschiedslos“, wie der Verfasser betont), dann würde das auch für das Christentum gelten – insoweit es eine Religion ist. Dann gäbe es aber keine zwei ganz unterschiedlichen Umgangsformen mit Häresie in der Kirchengeschichte, und zwar von Beginn der Christenheit an – eine unideologische (Duldung – argumentative Auseinandersetzung) und eine ideologische (Verfolgung – gewaltsame Bekämpfung). Woher sollte jene kommen, wenn nicht aus der christlichen Religion selbst? Aus der kulturellen und sozialen Umgebung der Antike werden die Impulse sicher nicht gekommen sein. […]

Von Josef Bordat

Katharina von Siena. Und andere Frauen in der Kirche …

[…] Auch leitende und wichtige beratende Tätigkeiten werden mehr und mehr von Frauen ausgeübt. So ernannte Papst Franziskus 2014 die im Fach Dogmatik habilitierte Franziskanerin Maria Domenica Melone zur Rektorin der Päpstlichen Universität Antonianum und im Jahr darauf die italienische Historikerin Stefania Nanni, Professorin für „Geschichte der Neuzeit“ an der römischen Universität La Sapienza, zur Konsultorin der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen. Im gleichen Jahr nahm ein 24-köpfiges Beraterinnen-Gremium mit Frauen aus Wissenschaft und Medien, Diplomatie und Politik, Bildung und Gesundheitswesen die Arbeit im Päpstlichen Kulturrat auf.[…]

Von Josef Bordat

Österreich und die FPÖ: Lernen von den Ösis!

[…] Dass die Demokratie so ihre Tücken hat, habe ich bereits verschiedentlich beschrieben. Hier wird die Wahl aber zu einem Lackmustest der Politik: Sind etablierte Parteien in einem Land bereit, wenigstens auf dieser Ebene den Wählerwillen zu erfüllen, oder setzt man – aus den verschiedensten Gründen, die ich gar nicht nur negativ bewerten will – alles daran, eine politische Kraft, die die relative Mehrheit bereits errungen hat, zu unterdrücken? Gelten politische Positionen zwischen etablierten Parteien noch etwas oder ist der Machterhalt die oberste Maxime? Wird in einem politischen Umfeld wie jetzt in Österreich der Feind meines Feindes mein Freund oder reicht es noch für Grauschattierungen, die vielleicht nicht kurzfristig das Präsidentenamt vor einem angeblich rechtspopulistischen Bewerber schützen, aber doch die Demokratie vor dem Parteienproporz der Etablierten? […]

Von Felix Honekamp

Barmherzigkeit: Bin ich der Nächste?

[…] Zwischenzeitlich wird berichtet, dass die Auswahl der Flüchtlinge, die mit durften durch ein Losverfahren erfolgte, was ich für zumindest bedenklich halte. Die Kritik aber auch von vielen Katholiken, dass der Papst zunächst christliche Flüchtlinge hätte berücksichtigen müssen, erscheint zwar weltlich verständlich, prallt aber genau an diesem Gleichnis des Barmherzigen Samariters ab: Darf ich für den flüchtenden Moslem weniger der Nächste sein, als für einen flüchtenden Christen? […]

Von Felix Honekamp

Kirche doch nicht bedeutungslos? Ein Hoffnungsschimmer

[…] Erst, wenn nicht-katholische Eltern ihre nicht-katholischen Kinder mit einem Schulterzucken in die Obhut eines Pfarrers entlassen, erst dann, wenn die Einladung in die Kirche so behandelt wird wie ein Wandertag ins Grüne oder ein Besuch im Currywurstmuseum, erst dann also, wenn im kollektiven Bewusstsein nicht-katholischer Eltern von der Kirche keinerlei Gefahr für das nicht-katholische Gewissen ihrer Kinder ausgeht, hätte die Kirche verloren. Und zwar deutlich. […]

Von Josef Bordat

Demokratie? Ja, aber …

[…] Es bleibt aber immer ein Widerspruch bestehen, den die Demokratie beinhaltet: Wenn Demokratie die „Herrschaft des Volkes“ ist, dann ist ihr Gegenteil eben nicht die Herrschaft eines Despoten sondern die „Selbstherrschaft“ oder besser: die Selbstbestimmung. Der Reiz der Demokratie liegt in der Mitbestimmung zu Entscheidungen, die in der Geschichte von Monarchen oder Diktatoren getroffen wurden. Die Essenz der Freiheit, so der libertäre Gelehrte Roland Baader in den 2008 erschienen Freiheitsfunken, ist aber nicht die Mitbestimmung sondern die Selbstbestimmung. Zu ihr steht die Demokratie – als Herrschaftsform – im Widerspruch. […]

Von Felix Honekamp

Schützt die Demokratie vor den Demokraten!

[…] Versuchen Sie mal den Bundeshaushalt zu lesen und zu verstehen. Nur echte Experten werden das hinkriegen. Ein Kommunalhaushalt zu lesen kann man lernen. Das ist nicht schwer. Schwerer ist es auch nicht einen Bundeshaushalt zu lesen, aber die Menge an Haushaltspositionen – und was dahinter steht – wird jeden (n.b. auch den Finanzminister) schlicht überfordern. Ähnliches gilt für andere komplexe Gesetzesvorhaben. Auch wenn man der Ansicht ist, es seien in letzter Zeit mehr schlechte als gute Gesetze gemacht worden, wofür es gute Gründe gibt, so mag man sich gar nicht ausmalen, was Gesetzeskraft erlangt hätte, hätten alle wahlberechtigten Bundesbürger darüber abgestimmt. Die Komplexität größerer Systeme verlangt ein wesentlich höheres Maß an repräsentativen demokratischen Elementen. […]

Jakob Augstein: Vox populi, vox Rindvieh!

[…] Demokratie und Freiheit bedingen sich nicht, sind auch nicht komplementär – im Gegenteil stehen sie in einem Spannungsverhältnis zueinander! Wenn sich also Jakob Augstein gegen die Demokratie ausspricht – und er kann noch so sehr versuchen, das zu ummänteln: seine Aussagen bleiben gegen die Demokratie gerichtet – dann liegt er damit gar nicht so sehr falsch. Seine Schlussfolgerungen sind es, weil er offenbar eine sozialistisch gestrickte Parteien- und Gremienautokratie vor Augen hat, deren Mitglieder darüber entscheiden, was für die Menschen gut ist und sie vor sich selbst schützen sollen. Er richtet sich gegen die Demokratie, weil ihm die Ergebnisse nicht gefallen. […]

Von Felix Honekamp

Freude hat es nicht gemacht

[…] Barmherzigkeit ist kein neues Superdogma, wie einige versuchen, uns weiszumachen. Bei genauem Lesen des Textes zeigt sich dies auch recht deutlich. Wenn der Papst z.B. davon spricht, daß es keine Gradualität des Gesetzes geben kann. […]

Von Peter Winnemöller

Amoris Laetitia: Wie man Missverständnisse vorprogrammiert

[…] All diese Erwartungshaltungen hat der Papst mit seinem Schreiben enttäuscht! Kritiker werfen ihm nun vor, im „vagen“ geblieben zu sein, sich nicht festlegen zu wollen. Wiederum abhängig von der eigenen Position argwöhnen die einen, der Papst betreibe die „Öffnung“ der Ehelehre, andere unterstellen, er traue sich nicht, alte Zöpfe abzuschneiden. […]

Von Felix Honekamp

Panama-Papers: Ein Sumpf an Steuerhinterziehung. Na und?

[…] Steuern zahlen, damit ein Falk Richter noch mehr solche Stücke wie „Fear“ auf die Bühne bringen kann, in der – politisch korrekt – gegen alles, was sich kritisch gegen Migrantenstrom und Gender Mainstreaming wendet, gehetzt wird? Steuern zahlen, damit Kita-Erzieherinnen noch besser darin geschult werden, kleinen Kindern die sexuelle Selbstbestimmung nahezubringen und ihr bereits vorhandenes „heteronormatives Weltbild“ auszutreiben? Möglicherweise – und niemand kann derzeit wohl das Gegenteil beweisen – hat der eine oder andere deutsche Steuerhinterzieher mit seinem ersparten Geld durchaus auch kulturelle Initiativen gefördert? Vielleichst steckt der eine oder andere von ihnen Geld in die Ausstattung von Kindergärten mit altersgerechtem Spielzeug. Aber selbst wenn die Mehrzahl das Geld lediglich verprasst oder weiter anhäuft, dann wäre doch jeder Euro mehr in sozialklempnerische Aktivitäten des Staates bei weitem schlimmer. […]

Das Kreuz mit der Feindesliebe

[…] Es ist außerdem fahrlässig, zu unterschlagen, dass der Gewaltverzicht Martyrium bedeutet. Es geht hier also nicht um „make love not war“, als ob die Terroristen, von der Liebe überwältigt, uns verschonen würden. Auf lange Sicht lassen Gewaltverzicht und Liebe das Gute siegen – das Wachstum der Kirche in den ersten Jahrhunderten trotz (oder wegen) schwerster Verfolgung legt beredtes, eindrucksvolles Zeugnis davon ab. Aber uns würde eine solche Haltung Standhaftigkeit und Treue buchstäblich „bis in den Tod“ abverlangen. Während sich „den Feind lieben“ romantisch, ethisch anspruchsvoll, pazifistisch und einfach schön anhört, ist die Aussicht, hingemetzelt zu werden weniger attraktiv, weshalb diese Folge der Gewaltlosigkeit bei Frau Käßmann auch nur am Rande zur Sprache kommt. […]

Von Anna Diouf

Einfach mal innehalten

[…] Es erfüllt den Beobachter mit Staunen, dass die deutlichste Botschaft des Wahlabends nicht durchgedrungen ist: Ihr habt diffamiert und ignoriert, und ein Wahlvolk mit Gerechtigkeitsempfinden und der dumpfen Vermutung, dass es hinters Licht geführt werden soll von Politikern, die den Satz „Dem deutschen Volke“ für veraltet und nicht verbindlich halten, hat sich für den Underdog entschieden. Das Verhalten der „Etablierten“ hat, exakt so, wie es warnende Stimmen aus dem konservativen Lager seit Monaten haben verlauten lassen, die AfD glaubwürdig gemacht – ebenso wie tätliche Angriffe auf ihre Mitglieder oder deren Besitz. Den Wahlkampf für die AfD haben ihre entschiedensten Gegner am leidenschaftlichsten und uneinsichtigsten geführt und es sieht nicht so aus, als hätte Selbstkritik hier Hochkonjunktur. […]

Von Anna Diouf

Europa treibt es bunt

[…] Eigentlich aber zeigt diese Internetseite ein viel gravierenderes Problem als kulturellen Sprengstoff in Sachen Sex: Wir lernen beim Browsen durch die Einträge, dass die deutsche Gesellschaft in egoistisch-hedonistischer Manier sexualisiert ist – bei konsequenter Verkürzung des Begriffes „Sexualität“ auf „Sex“. Alles ist okay, alles, was Spaß macht, ist nicht nur erlaubt, sondern auch gut. Nach der Maxime „Nimm ein Kondom und tu, was immer du willst“, scheint die einzige Verantwortung, die man uns zumutet, die der Verhütung zu sein. Sämtliche Dimensionen der Sexualität abgesehen von der körperlichen werden auf inakzeptable Weise verkürzt. Vom „Verliebt sein“ etwa hat jeder normal entwickelte Fünfjährige ein elaborierteres Konzept als das hier dargelegte. […]

Von Anna Diouf

Umdeutung: Kulturkritik wird zum Rassismus

[…] „I should say that this was one of the most thrilling experiences of recent life for me. And it’s exactly what I want for this instrument, to get rid of this idea that music is just an objective lovely thing after morning coffee. I’m pretty sure this is the first time a harpsichord concert has occasioned riot-like conditions. Awesome.“ –

„Ich muss sagen, dass das eine der aufregendsten Erfahrungen meines Lebens war in der letzten Zeit. Und es ist genau das, was ich für dieses Instrument will, dass man sich von der Einstellung löst, dass Musik einfach nur eine nette Sache nach dem Kaffeetrinken ist.“ […]

Von Anna Diouf