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Denunzieren leicht gemacht – eine Handreichung

[…] Und was sagt uns die „Beobachtung“ denn nun wirklich? Sie sagt: ALLE sind Rassisten, bzw. können Rassisten sein. Menschen jeden Alters, jeder Bildungsschicht, jeden Geschlechts, sogar jene, die selber Migrationshintergrund haben, können Rassisten sein. Nur bei den weißen, alten Männern, darunter gibt es noch ein paar Rassisten mehr (Ob das eine im Original US-amerikanische Studie war? Denn den KKK habe ich hier in Deutschland noch nicht reiten sehen.). […]

Von Heike Sander

Die EU ist tot. Es lebe Europa!

[…] Europa ist und bleibt mehr als ein Wirtschaftsraum, mehr, viel mehr als eine „Wertegemeinschaft“. Die EU kann, unter großer Anstrengung und unter gemeinsamem Engagement, die Inhalte wiederbeleben, die sie groß und unverzichtbar gemacht haben, und jeder von uns ist gefragt, an dieser Aufgabe mitzuwirken. Aber wir können und sollen uns nicht darauf verlassen, dass die, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, diese Aufgabe überhaupt begriffen haben. Darum sollte man sich zurückbesinnen, nicht auf die Union, einen Zusammenschluss, der zusammenkommen und sich auflösen kann, sondern auf Europa, einen einzigartigen Kulturraum, der über Konflikte, Kriege und Selbstzerfleischung hinweg unauflösbar verbunden ist […]

Von Anna Diouf

Statistik und ihre Tücken

[…] Die unrühmlichste weil dämlichste ließ sich ebenfalls vor allem im Netz beobachten, allerdings konnte man auch ihre Demaskierung genüsslich mitverfolgen: Um auch dem letzten EU-Kritiker deutlich zu machen, wohin der Weg führt, nämlich ganz gleich ob in die Glückseligkeit oder ins Verderben, keinesfalls raus aus der EU, wurde kolportiert, der Brexit sei gegen die Stimmen der Jungen durchgesetzt worden. Das Motto: Die verbitterten, ewiggestrigen Alten haben der Jugend die Zukunft verbaut. Die zweifache Hybris dieser Aussage lässt einen dann doch sprachlos zurück: Zum einen ghören wirklich Chuzpe und ein gehöriges Maß an Realitätsverweigerung dazu, wenn man behaupten will, die Zukunft liege zwangsläufig und einzig in der EU. Das kommt auf sehr viel mehr Faktoren an als auf eine rückwärtsgewandte EU-Romantik, die aus 70 Jahren Frieden einen alleinigen Verdienst der EU macht, während es rings um sie herum knallt, und zwar durchaus nicht zu knapp mit Hilfe von Waffen, die Mitgliedstaaten dieser EU an die Kombattanten liefern. Der zweite Punkt ist nicht nur größenwahnsinnig, sondern auch unanständig, undankbar und idiotisch: Seit wann ist die Entscheidung der Alten zwangsläufig schlecht? Kann es nicht zumindest theoretisch sein, dass sich bei Entscheidungen, die Weitblick erfordern, am Ende die Perspektive des Alters und der Erfahrung als hilfreich und rettend erweist? Was macht die Generationen derer, die keinen Krieg und keine Nachkriegszeit erlebt haben, die keine verwüsteten Städte aufgebaut oder ihren Müttern dabei zugeschaut haben, so verdammt sicher, dass sie es besser wissen? Allein schon diese Selbstgewissheit lässt einen davor schaudern, dass diese Generation politische Verantwortung übernehmen soll. […]

Von Anna Diouf

Der Brexit ist beschlossen. Was passiert nun?

[…] Es ist eines der größten Probleme Europas: dass die Vision eines friedlichen und geeinten Kontinents durch die Vision eines reichen Kontinents ersetzt wurde und die Vision von Menschlichkeit durch die Vision von Bürgerlichkeit. Die Aufbauphase eines zerstörten Europas ist im Suchen nach Wohlstand versickert. Übrig bleibt eine trübe Pfütze von „Gib mir genug Geld und ansonsten meine Ruhe“. […]

Von Bastian Volkamer

Lasst es bitte Fußball bleiben

[…] Nebenbei bemerkt: Ich bezweifle, dass die Trademark „Die Mannschaft“ in erster Linie politisch gemeint ist. Viel plausibler ist, dass man eben aus Marketinggründen einen prägnanten, griffigen Namen brauchte, wie es sie auch für andere Nationalmannschaften gibt. Wenn man allerdings der Streichung des Wortes „national“ eine tiefere Bedeutung beimessen will, dann sollte doch auffallen, dass, während alle anderen ganz bescheiden einfach nur ihr Land vertreten, die Deutschen mal wieder alles an sich reißen: Sie stehen nicht für ihr Land, sondern für „die Mannschaft“ an sich, für den Fußball schlechthin. Sollten also die Deutschen tatsächlich an einem national bedingten Größenwahn leiden, dann würde es hier evident. […]

Von Anna Diouf

Rechtsextremismus selbstgestrickt

[…] Was ist nun das Fazit? Mit diesen zweifelhaften Befunden des „Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung“ der Universität Leipzig und ihrer unkritischen Übernahme und Skandalisierung in den Medien wird die in den vergangenen Jahren erschreckend vorangetriebene Spaltung unserer Gesellschaft weiter verstärkt. Diejenigen, die zu der Hälfte gehören, die diesen Aussagen nicht zustimmen, werden weiter in Alarmstimmung gegen die vermeintliche „rechte Gefahr“ aus der „Mitte der Gesellschaft“ versetzt, und im Glauben bestärkt, dass der aggressive Kampf gegen sie eine gute und notwendige Sache und in diesem Kampf alles erlaubt ist, da es ja gegen „Rechtsextremismus“ geht, der bekanntlich das schlimmste Übel überhaupt darstellt. […]

Von Marco Kunz

Mit aller Gewalt: erfolgreich selbst ausgrenzen

[…] Anstatt diese Zeichen der Mehrheitsgesellschaft (als mehr will ich das ja nicht mal deuten) der Zusammengehörigkeit, der Annahme, der Toleranz und des Respekts, der Menschenwürde und des Mitgefühls freudig zur Kenntnis zu nehmen und zu versuchen, diese positiven Signale in den Alltag zu übernehmen und darauf konstruktiv aufzubauen, kommen nun einzelne Schreiber aus der Szene und hauen den Gutwilligen und Mitempfindenden ein Scheunentor vor der Nase zu. […]

Von Martin Wind

Lasst den Tätern endlich ihre Motive

[…] Als er darauf angesprochen und aufgefordert wird, Ross und Reiter zu nennen, zieht er sich blasiert auf sein vermeintliches Herrschaftswissen zurück. Anstatt sich zu erklären, suhlte er sich in seiner vermeintlichen „intellektuellen Überlegenheit“, die er aus seiner kryptischen Zitation ableitet. Enzensberger hat einen eindrucksvollen und schlüssigen Text geschrieben. Der entbindet aber einen Journalisten nicht davon, den Kern der Sache zu benennen. Und der heißt in diesem Fall, im Fall des Terrors in Orlando, im jedem einzelnen Fall der getöteten mehr als 50 homosexuellen Mitmenschen „Hass des Islam gegenüber Homosexuellen“. […]

Von Martin Wind

Überall Rassisten

[…] Im Rahmen der Berichterstattung Gauland/Boateng stand ich kürzlich am Kölner Hauptbahnhof neben einem offenbar – aus Hautfarbe und Kleidung geschlossen – schwarzafrikanischen Ehepaar, die sich auf Englisch unterhielten. Kurz habe ich überlegt, zu fragen, was sie denn von der ganzen Geschichte halten. Und es ging tatsächlich die Schere in meinem Kopf los: Ist es nicht ein Affront, sie anzusprechen mit keinem anderen Anlass als ihrer Hautfarbe und ihres fremdländischen Äußeren? Ein „weißes“ Ehepaar hätte ich jedenfalls nicht angesprochen, da sie vermutlich nicht betroffen wären. Was ich sagen will: Zu der natürlichen Hemmung, Menschen am Bahnhof einfach so auf politische Themen anzusprechen, gesellte sich die Hemmung, eine (Mikro) Aggression ausstrahlen zu können. Ich habe sie also nicht angesprochen, und frage mich jetzt, abgesehen von ihrer Meinung zu dem Thema, ob das nicht auch das Ergebnis ihrer Hautfarbe und insofern ebenfalls rassistisch war. Da bräuchte ich selbst ein paar Schleifen im Hirn, bis ich das für normal halten könnte. […]

Von Felix Honekamp

Im Herzen blond

[…] Im Grunde ist diese absurde Einstellung Folge einer komplexen, von Schuldgefühlen geprägten Psychose. Wenn alles, was „deutsch“ ist, automatisch schlecht ist und mit dem Makel behaftet, von Nazis instrumentalisiert worden zu sein oder von Neonazis instrumentalisiert werden zu können, dann bleibt nicht mehr viel, worüber man sich identifizieren kann. Heiliges römisches Reich deutscher Nation? Da kommen gleich drei gefährlich braun anmutende Worte drin vor. Volk? Das Nomen zu „völkisch“, also tabu. „Geschichte“? Dazu gehören unzweifelhaft die Jahre 1933-45. In Ansätzen hat dieses notorisch schlechte Gewissen auch die Esskultur bereits erreicht. Eine gescheite Bratwurst kann eben beim besten Willen nicht halal sein, wer weiß, wann auch diese letzte Bastion deutschen Selbstverständnisses fallen wird – beim Bier gibt es ja wenigstens die alkoholfreie Alternative. […]

Von Anna Diouf

Jede Ente ist eine zuviel …

[…] Dabei aber einer dem Internet und den sozialen Medien innewohnenden Gefahr der Shitstormisierung von verfälschten oder vereinfachten Informationen noch in die Hände zu arbeiten, statt durch unbedingte Seriosität und größtmögliche Aufrichtigkeit einen Gegenpol aufzubauen, ist nicht nur die schlimmste Gefahr für die freien Medien, sondern auch ein Unverschämtheit gegenüber jedem, der den Wunsch hat, sich redlich und umfassend zu informieren. […]

Peter Winnemöller wird von Martin Wind interviewt

Nach der Empörung

[…] Man könnte – nachdem man sich 30 Minuten empört hat – eine ketzerische Frage stellen: Hat Gauland Recht? Also dann, wenn man die Aussage so versteht, dass er meinte, es gäbe in Deutschland Menschen, die einen dunkelhäutigen jungen Mann nicht gerne in ihrer Umgebung haben wollten, wenn sie denn die Wahl hätten.

Solche Fragen („Hätten Sie diese Menschen gerne als Nachbarn?“ – Gezeigt werden Bilder von Schwarzafrikanern, orthodoxen Juden, Frauen mit Kopftuch etc.) stellen normalerweise Soziologen, die zum Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit forschen. Im Rahmen einer Allensbach-Studie (2008) wollten Feldforscher genau dies wissen: „Hätten Sie Menschen mit anderer Hautfarbe gerne als Nachbarn?“ […]

Von Josef Bordat

TTIP: Keine Ahnung, aber davon eine Menge

[…] Demonstranten gegen TTIP, die einen „ungerechten Wettbewerb“ befürchten, haben insofern durchaus Recht: Wenn europäische Unternehmer und Unternehmen staatlicherseits gegängelt werden, dann ist der Wettbewerb mit einem Unternehmen, dass diesen Regierungseskapaden nicht ausgesetzt ist, tatsächlich nicht „gerecht“. Andererseits sind aber diese Einschränkungen nicht allein auf dem Mist der Politiker gewachsen – die wurden für Vorschläge, die die Arbeitskosten belasten im Zweifel demokratisch gewählt. Insofern wäre TTIP die Gelegenheit, aus einem linken Traum aufzuwachen: Dem Traum, man könne soziale Wohltaten ausgießen, „Verteilungsgerechtigkeit“ herstellen, die Unternehmen mit allerlei scheinbar doch „guten“ Auflagen belasten, ohne dass das Konsequenzen hätte. In einem wirklich freien Markt wären Vereinbarungen wie TTIP gar nicht notwendig: TTIP kann, wenn es denn kommt und wenn es denn dem Namen „Freihandelsabkommen“ gerecht wird, nur eine Reparatur darstellen für einen aktuell zutiefst durch staatliche Eingriffe – von Interessengruppen gefordert – gestörten Markt. […]

Von Felix Honekamp

Es wird Zeit für einen „Kampf gegen Extremisten“

[…] Das ist kein Scherz, das ist auch keine Form einer demokratischen Auseinandersetzung um Ideen und Programme. Das ist blanker Terror. Es ist an unseren Politikern und an unseren Gerichten, hier endlich konsequente Abschreckung zu praktizieren: Wer den politischen Mitbewerber – wie auch immer – physisch bedroht oder gar angreift, sollte meines Erachtens konsequent wie ein Verbrecher behandelt werden, der eine schwerer Körperverletzung versucht oder begangen hat. […]

Von Martin Wind

Wie man Wasser in Eis verwandelt

[…] Sternberg: „… Wir hatten am 29. April in Münster den bundesweiten Tag der Diakonin. Da wurden die Frauenverbände immer schräg angesehen, dass sie hier mit einer solchen Vehemenz auf den Diakonat der Frau pochen. Und zwei Wochen später verkündet der Papst vor Ordensfrauen in Rom, dass er genau das jetzt etwas intensiver prüfen werde. …“

Hat Sternberg den Originaltext oder eine fundierte Übersetzung gelesen? Wenn nicht, so sei ihm das dringend ans Herz gelegt. Selbst Frau Florin weist ihn ja immerhin darauf hin, dass seine Interpretation ein wenig hoch gegriffen ist. […]

Von Martin Wind

Mehr Freiheit statt Papiergeld

[…] Was ich brauche, das sind: Freunde, Familie und rechtschaffene Christenmenschen, in guten und in schlechten Zeiten; und ich bin Freund, Familienglied und Christ, auch dann, wenn es anderen schlecht geht; aber dazu brauche ich keine Funktionäre und Schmarotzer, keine bezahlten Schergen und staatsversorgte Wohltäter. Dazu brauch ich nur die mir Nahestehenden und den Herrgott. Hier stehe ich. Gott helfe mir! Ich kann nicht anders! […]

Von Felix Honekamp