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Sternstunden bei den Grün*Innen

Es ist endlich soweit, die Partei des grünen Fortschritts will Vorreiter*In werden und auf ihrem Parteitag eine einheitliche, gendersensible Schreibweise für die eigenen Schriftstücke beschließen. War ja auch bislang mühsam bei den Damen und HerrInnen Grünen. Die einen benutzen in ihren Anträgen Unterstriche um die Männ_Innen und die weiblichen Freundinnen von Anton Hofreiter sprachlich zu kennzeichnen, die anderen nur das große Binnen-I für die StraßenreinigerInnen. Wieder andere nutzten die Doppelschreibweise für Sprachmörderinnen und Sprachmörder und dann gab es auch noch die Verweigerer, die bislang in schnödem Duden-Deutsch schrieben.

Von Birgit Kelle

Willkommen im Babysitterstaat

Noch immer brodelt die Gerüchteküche um das abgesagte Fußballspiel zwischen den Niederlanden und Deutschland. Nach wie vor ist die Frage ungeklärt, ob ein Sprengsatz gefunden wurde oder nicht. Manche Zeitungen melden es heute nach wie vor. Bereits gestern ging diese Meldung durchs Netz. In einem Rettungswagen sei ein Sprengsatz gefunden worden. Weitere Meldungen sprechen davon, daß ein „Gefährder“ in der Nähe des Stadions gesehen worden sei. Alles bleibt im Unklaren. Nichts genaues weiß man nicht. […]

Von Peter Winnemöller

Causa Matussek: Die Welt ist durchgeknallt

„Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen.. :-)“ Ob man einen solchen Satz schreiben und auf Facebook posten muss, ein paar Stunden nach den schrecklichen Anschlägen? Muss man nicht … aber darf man? Darf man das, wenn man Journalist ist, der für die Tageszeitung „Die Welt“ schreibt? Und sollte man das schreiben, wenn man weiß, dass man sowieso unter verschärfter Beobachtung steht, […]

Von Felix Honekamp

Den Flüchtlingen eine Neue Heimat?

Niemand will die Fehler der 70er wiederholen. Wir machen zwar das gleiche, aber diesmal machen wir die Fehler besser. So ungefähr lassen sich die erklärten Ziele der nordrheinwestfälischen Landesregierung (NRW) zusammenfassen. Wohnraum für die Flüchtlinge wird gebraucht. Sehr viel Wohnraum sogar: ca. 120.000 neue Wohnungen in kurzer Zeit. Das kostet Geld und benötigt kurze Entscheidungswege. Beides will die Regierung bereitstellen. Sie setzt auf große Baumaßnahmen, große Investitionen, verring […]

Von Bastian Volkamer

„Fear“: Warum Falk Richter zu Recht Angst hat

Manche meinen, das Theaterstück „Fear“ sei pure Hetze. Man kann es aber auch als Symptom sehen.

„Fear“ heißt das Stück, dass von Falk Richter in Berlin auf die Bühne gebracht wurde, und über dessen mangelnde künstlerische Qualitäten einerseits und die darin enthaltene menschenverachtende Hetze gegen alles, was anders denkt als Richter und seine peer-group, andererseits, eigentlich schon alles gesagt ist. Ich selbst habe das Stück nicht gesehen, daher werde ich mich auch nicht zu einer vertieften Kritik versteigen, aber warum ein Theaterstück, in dem dazu aufgefrufen wird, Vertretern konservativer Positionen zwischen die Augen zu schießen, auf einer staatlichen Bühne aufgeführt und staatlich gefördert wird, dazu fehlt mir die Phantasie (nein, eigentlich nicht, aber ich will es nicht wahrhaben).

Von Felix Honekamp

Alle irgendwie Nazi …

Auf dem Weg in die totale Diskursverweigerung ist das Theaterstück FEAR an der Berliner Schaubühne nur trauriger Höhepunkt. Der Versuch, Gender-Kritik als rechtsradikal zu ächten, anstatt sie argumentativ gekonnt zu zerlegen beweist vor allem eines: Die Angst der Protagonisten vor dem Verlust ihrer Diskurshoheit. Bei allem, was man von dem Theaterstück FEAR von Falk Richter […]

Helmut Schmidt †

„Helmut Schmidt wird fehlen“ – das ist die Kurzformel dessen, was in den vergangenen Stunden zu seinem Tod gesagt wurde, von Wegbegleitern und Freunden ebenso wie von Kritikern. Helmut Schmidt gehörte zu denen, die es irgendwie auch nach ihrer aktiven Zeit als Politiker geschafft haben, weiterhin zum „Inventar“ zu gehören.

Für mich selbst gehörten die letzten Jahre seiner Kanzlerschaft zur Zeit meiner beginnenden politischen Bewusstwerdung. Als Jahrgang 1970 habe ich vom Großteil seines Schaffens nicht viel mitbekommen, erst mit dem Scheitern der sozialliberalen Regierung 1982 habe ich ihn und die Politik wirklich wahrgenommen. […]

Von Felix Honekamp

Danke, Helmut Schmidt!

Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) ist heute Nachmittag im Alter von 96 Jahren gestorben. Bis in die jüngste Zeit hatte sich der „Zeit“-Herausgeber in politische Debatten mit klaren Standpunkten eingeschaltet. Man darf im Zusammenhang mit dem Hamburger den Begriff vom Beispiel an Pflichterfüllung durchaus benutzen. Sein kantiges Auftreten verschaffte Schmidt während der Jahre seiner Kanzlerschaft von 1974 bis 1982 Respekt bis weit in bürgerliche Wählerkreise hinein. „Ein guter Mann, nur leider in der falschen Partei“, […]

Von Klaus Kelle

Warum Erben gerecht ist

Der »Ankereffekt« ist ein allgegenwärtiger Mechanismus unseres zwischenmenschlichen Miteinanders – die Verzerrung eines Urteils durch willkürliche Informationen im Umfeld einer Entscheidung. Jeder kennt das, etwa vom Flohmarkt: Wer zuerst einen Preis vorschlägt, setzt den Anker, um den herum verhandelt wird. Jede Preisvorstellung wird unweigerlich durch das erste Gebot beeinflusst. Deswegen können gewiefte Händler großzügige Rabatte geben und ziehen einen trotzdem über den Tisch.

Von Gerd Maas

Papstbesuch: Ich bin nicht sicher …

Ein Papstbesuch in Deutschland wäre ein Grund zur Freude. Es gibt aber auch ein „aber“.

Der Papst 2016 in Deutschland? Das ist es, was gerade nach einer Audienz von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), berichtet wird (z.B. hier). Das wäre wirklich toll! Je früher, desto besser, vor allem, damit nicht allzu viel Zeit bleibt, den Besuch medial so vorzubereiten, wie es den Interessengruppen in den Kram passt (wohlgemerkt „den“, nicht „manchen“ Interessengruppen). Denn machen wir uns nichts vor:

Von Felix Honekamp

Sterbehilfe: Aktiv und passiv

Es gibt einen Unterschied zwischen “töten” und “sterben lassen”. Auch, wenn es in der Konsequenz (langfristig) dasselbe ist, ob man einen 35jährigen Mann erschießt oder eben 50 oder 60 Jahren wartet, bis er “von selbst” stirbt, beurteilen wir “erschießen” und “warten” moralisch und rechtlich unterschiedlich. Das ist trivial, man muss es sich aber für die Sterbehilfedebatte noch einmal so klar vor Augen führen. […]

Von Josef Bordat

Ist die Kirche homophob? Oder zumindest der Vatikan?

Wenn der Fahrer eines roten Autos mit 130 km/h durch eine geschlossene Ortschaft fährt und daraufhin von der Polizei einen Bußgeldbescheid bekommt, dann deshalb, weil er mit seinem Auto zu schnell fuhr. Und nicht, weil das Auto rot ist. Es ist zwar richtig, dass das Auto rot ist und dass der Fahrer des roten Autos mit einem roten Auto zu schnell fuhr, aber er wird wegen überhöhter Geschwindigkeit belangt, nicht wegen der Autofarbe. Die Schlagzeile “Unmittelbar nach Fahrt durchs Stadtgebiet: Polizei bestraft Fahrer eines roten Autos” wäre also […]

Von Josef Bordat

Deutschlands freundliches Gesicht

Deutschland ist ein schönes, erstrebenswertes Land. Ein Land, das in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigt und dessen politische Führung dazu steht. So sehr unsere Bevölkerung auch mit sich ringt und diskutiert: unsere Offenheit wird in der Welt gesehen und gelobt. Ich bin stolz auf diese Offenheit. Darauf, dass wir nicht vergessen haben, wieviel wir selbst anderen verdanken. Doch gerade weil ich damit einverstanden bin, […]

Von Bastian Volkamer

Heimat – Christliche Willkommenskultur

Ich weiß nicht, wann die ARD sich entschlossen hat, eine Themenwoche zum Begriff der „Heimat“ zu veranstalten. Mit Sicherheit stand jedoch von Beginn an im Raum, diese möge zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit stattfinden, anlässlich der deutschen Heimatsuche, die im Sommer 1989 begann, als Flüchtlinge aus der DDR über Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik kamen. Jetzt kommen wieder Menschen über Ungarn und Österreich zu uns, die auf der Flucht sind, vor Krieg, Verfolgung und Armut, vor allem aber vor der Perspektivlosigkeit daheim. Das ist die Klammer, die Vergangenheit und Gegenwart zusammenhält.

Von Josef Bordat

Familiensynode

Warum ist es der Kirche wichtig, eine Position zu Ehe, Familie und Sexualität zu vertreten?

Neben vielen inhaltlichen Anmerkungen zu Detailfragen wurde anlässlich der Familiensynode auch die Grundsatzfrage gestellt: Warum ist das überhaupt wichtig für die Kirche: Familie, Ehe, Sexualität? Warum kann sich die Kirche da nicht raushalten? Raushalten – das geht nicht! Zumindest dann nicht, […]

Von Josef Bordat