Gottesdienst – wirksam gegen Hoffnungslosigkeit

Es ist sinnvoll in die Kirche zu gehen. Was jeder praktizierende Katholik intuitiv weiß, bestätigte jüngst eine Studie. Unter 6999 katholischen Frauen, die in einer soziologischen Studie teilnahmen und die alle regelmäßig den Sonntagsgottesdienst besuchen, gab es keinen einzigen Suizid. Das Risiko Selbstmord zu begehen beziffert die Studie als siebenmal geringer als es bei einer evangelischen Vergleichsgruppe festgestellt wurde.

Man traue keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat. Das gilt für Politiker ebenso wie für Kolumnisten und ihre Leser. Bringen wir der Studie als das gebührenden Mißtrauen entgegen. Doch dann bleibt immer noch eine auffallend geringere Zahl. Das sei interessant, so der katholische Soziologe Marcos Regnerus dazu auf Facebook. Allein die große Zahl läßt den Soziologen ehrfürchtig werden. In der Soziologie ist man viel mutigere Feststellung auf Grund viel kleinerer Zahlen gewohnt. Auch wer kein Soziologe ist, kann der Studie eines entnehmen: Gläubige, praktizierende Katholikinnen sind signifikant weniger suizidgefährdet.

Jeder Sonntagsgottesdienst – ein Osterfest

Als Katholik feiert man – zumindest an jedem Sonntag – Leiden, Tod und Auferstehung Christi. Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest. Selbst in der dunklen Jahreszeit strahlt dieses warme Licht vom Sonntag aus über die Woche. Es geht dabei nicht um Frauen, die ab und an mal in die Frauenmesse der kfd gehen. Es geht nicht um Frauen, die eine rege Weihnachtskirchgehkultur betreiben. Kern der Aussage ist die Regelmäßigkeit des Kirchgangs. Und erst dann entwickelt die Entdeckung der Soziologen einen tieferen Sinn. Wir feiern am Sonntag den innersten Kern des Heilsgeschehens. Wer allen Ernstes glaubt, das sei mal eben nebenbei zu kapieren, wenn man ein bis dreimal im Jahr in die Kirche geht, täuscht sich gewaltig.

Die Heilsbotschaft, daß Gott Mensch geworden ist, für unsere Sünden gestorben ist und vom Tode auferstanden ist, sperrt sich dem menschlichen Verstand. Wer viel denkt und wenig betet, wird logischerweise irgendwann Atheist. Der entdeckt mit dem Atheismus die Sinnlosigkeit dieser Welt. Der Schritt hin zum Wunsch nach Nichtexistenz ist dann zuweilen nur ein halbes Dutzend Verzweiflungen entfernt.

Tut dies zu meinem Gedächtnis

Es braucht also die Regelmäßigkeit des feiernden Mitvollziehens der Heilsereignisse. Es braucht die Wiederholung. Und wie eben kaum ein Lateinlehrer müde wird, den Schüler den Spruch von der Repetitio, die die Mutter des Lernens ist, so ist es die stete Wiederholung der Hl. Messe, die das Lernen dessen bewirkt, wie Gott an uns gehandelt hat. Immer wieder und wieder und wieder vollzieht der Katholik mit, was der Herr selber den Aposteln aufgetragen hat: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Man könnte es deuten als: Tut dies immer wieder, damit es sich unauslöschlich einbrennt in Eure Erinnerung.

Wie schnell vergessen wir Menschen, was uns oberflächlich im Gedächtnis ist. Doch was in die Tiefe gekommen ist, wieder zu vergessen ist bei weitem schwerer. Und so wird klar, woher die Hoffnung rührt, die gläubige, praktizierende Katholikinnen vom Suizid abhält. Die Hoffnung wider alles Erleben von Trauer, Leid, Schmerz und allem Schweren, ist tiefer ins Gedächtnis vorgedrungen als es die Hoffnungslosigkeit jemals vermag. Das ist das Geheimnis dahinter. So mögen sich die Soziologen verwundert die Augen über das reiben, was unsere Großmütter ihnen zwischen Suppe und Kartoffeln auch hätte sagen können.

Autor: Peter Winnemöller

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