Die Deutschen haben Dank verdient

Deutschland ist ein schönes Land, ein abwechslungsreiches Land, mit einem fleißigen und arbeitsamen, gebildeten und hilfsbereiten Volk. Die Wirtschaft brummt und lässt sich auch durch die Politik kaum abwürgen, die Menschen schuften bei sinkenden Realeinkommen, bescheren „dem Staat“ Rekordsteuereinnahmen und lassen sich sogar zu außergewöhnlichem ehrenamtlichem Engagement bewegen, wenn der Staat überfordert ist. Das ist ein hervorragender Zug an unserem Volk, das weltweit für seine Großzügigkeit gerühmt wird.

Gegen alle möglichen Fährnisse des Lebens können und sollen wir uns – zum Teil privat – absichern. In der großen Menge der Beitragszahler einer Solidargemeinschaft wird ein Schicksalsschlag nicht mehr (unbedingt) bedrohlich für das finanzielle Ein- und Auskommen der Betroffenen: Krankenkassen erhalten von ihren Versicherten Geld und zahlen Medikamente und notwendige ärztliche Hilfen. Dieses System der solidarischen Unterstützung hat sich bewährt. Auch die Agentur für Arbeit lebt von dieser Solidarität und den Einzahlungen der Arbeitnehmer, die sich dort gegen Arbeitsplatz- und Einkommensverlust versichern. Für unser eigenes Land und für unsere Bevölkerung, ja sogar darüber hinaus, haben wir so die Solidarität und die gegenseitige Hilfe institutionalisiert.

Den Versicherungen geht es nicht schlecht

Das ist gut so und ein Geschäft, das sich rentiert. Die Agentur für Arbeit hat im vergangenen Jahr beispielsweise rund fünf Milliarden Euro Überschuss erwirtschaftet. Auch den Krankenversicherern geht es nicht schlecht, legt man Immobilien, Dienstfahrzeuge und Einkommen der Leitungsebenen zugrunde. Das alles garantiert selbstverständlich auch, dass nur die besten Köpfe sich bei einer solchen Versicherung als Manager verdingen. Solche Aufgaben sind mit großer Verantwortung verbunden, denn das Geld der Versicherten soll und muss sinnvoll ausgegeben werden. Das stellen die Versicherungsunternehmen durch umfangreiche Kontrollmechanismen sicher, die Missbrauch durch Leistungsempfänger beinahe vollständig ausschließen.

Ein ebenfalls sehr kluger Mechanismus ist die sogenannte Sonderkündigungsregel. Die erlaubt es sowohl Versicherung als auch Versicherten, nach einem Leistungsfall den gegenseitig geschlossenen Vertrag zu kündigen. Das bedeutet, dass die Versicherung, nachdem sie das getan hat, wofür sie Geld bekam, den betreffenden Beitragszahler aus dem Vertragsverhältnis werfen kann. Der Beitragszahler kann das umgekehrt natürlich auch. Dem Autor wurde nach zwanzig Jahren Beitragszahlung gerade von seiner Haftpflichtversicherung gekündigt, weil man bei ihm ein „Ungleichgewicht in der Beitragssumme und der beglichenen Haftungssumme“ festgestellt hat.

Leistungsbeschränkungen

Auch Krankenkassen sind nur beschränkt zum Einsatz verpflichtet. Und dieser Einsatz ist dann selbstverständlich immer mit langwieriger Bürokratie verbunden. Und da kommt dann wieder unser großartiges Volk und springt für diejenigen ein, die ihren eigentlichen Aufgaben unter der Prämisse der Wirtschaftlichkeit nachkommen müssen. In Oberbayern beispielsweise hat vor einigen Monaten eine junge Mutter ihr zweites Kind entbunden. Es kam zu schwersten Komplikationen, einer Fruchtwasserembolie, die zur Folge hatten, dass der Frau der rechte Arm, beide Unterschenkel sowie die Finger der linken Hand amputiert werden mussten. Im Dezember konnte sie endlich wieder zu ihrer Familie ins eigene Heim zurückkehren.

Doch jetzt muss das Leben neu geregelt werden: rollstuhlgerechtes Fahrzeug sowie ein Treppenlift sind bereits angeschafft. Mit hochwertiger Prothetik wird sie wieder laufen können. Auch die Arme und die Hand werden wohl ersetzt. Eine dieser Prothesen kostet alleine rund 60.000 Euro. Und jetzt kommen meine Nachbarn, die Bevölkerung unseres Ortes, der Nachbarstadt, des Landkreises und des Regierungsbezirks, Vereine, Verbände, Kirchengemeinde und sammeln Geld für die Familie. Selbst aus fernen Gegenden Deutschlands kommen Spenden. Unglaublich viele sammeln und helfen, wo und wie sie nur können.

DANKE!

Und dafür, ihr lieben, fleißigen und guten Deutschen, dafür sage ich jetzt einfach mal ein dickes „DANKE“. Ihr seid ein tolles Volk, ihr seid gute Nachbarn, hilfsbereite Mitmenschen, großzügig Geber und verlässliche Mitbürger. Danke, dass Ihr da einspringt, wo diejenigen, die leisten sollten und könnten, das nicht so tun, wie man das in einem Sozialstaat erwarten dürfte .

Autor: Martin Wind

Wer helfen will, kann das hier tun:

Wer auf folgendes Konto spendet, bekommt, bei Angabe seiner ADRESSE auch eine steuerabzugsfähige Spendenquittung der Pfarrgemeinde ausgestellt.

Kontodaten:

Pfarrgemeinde Maria-Himmelfahrt

Sparkasse Landsberg-Dießen

IBAN: DE66700520600008225633
BIC:    BYLADEM1LLD

VERWENDUNGSZWECK (unbedingt angeben): Familie Dahm

Wer noch mehr über die junge Frau erfahren möchte, kann sich hier kundig machen:

http://www.kreisbote.de/lokales/landsberg/andrea-dahm-musste-vierfach-amputiert-werden-rotary-club-landsberg-unterstuetzt-junge-mutter-7134983.html

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