Auf zum fröhlichen Kokolieren!

Eigentlich wähnte man sich als braver deutscher Wähler lange Zeit vor größerem politischen Kokolores einigermaßen sicher. Na gut, es ist nicht alles Gold was politisch zu glänzen meint. Es ist aber auch so, dass man als deutscher Staatsbürger lange Zeit im allgemeinen gut regiert war. Nichts Menschliches ist so gut, dass es nicht verbesserungswürdig wäre. Was uns jetzt droht, ist wirklich ganz großes KokoloresKino.

Es kam eines Tages die Kanzlerin, die auf Sicht steuerte. Damit nahm es seinen Lauf. Eine Regierungschefin, die Prinzipien durch Wetterfühligkeit ersetzte. Wenn der Wind von vorne kam, war die politische Halse die leichteste aller Übungen. Dabei war es gleich, ob Kernkraftwerke gestern noch gut waren. Das Beben von Fukushima störte den Betrieb eines japanischen Reaktors. Es kam niemand dadurch zu Schaden. Das Beben kostete Opfer, das Kraftwerk nicht. In Deutschland bebte es die Kernkraft davon. Ein willkommener Vorwand gegebene Zusagen nicht mehr halten zu müssen. Die Zeche zahlt der Bürger über einen enormen Strompreis. Eurokrise und Flüchtlingskrise waren ähnlich großen Ritte der unerschrockenen Kanzlerin. Die letzte Aktion der absoluten Prinzipienlosigkeit war die sogenannte Ehe für alle wenige Wochen vor der Wahl.

Merkel und Konsequenzen aus der Wahlniederlage?

Die Quittung kam sehr prompt am Wahlabend. Mangels Alternative schrieb der Wähler allerdings sehr undeutlich. Nur die Genossen waren willens zu lesen, was man ihnen ins Stammbuch schrieb.

Auf dem Ausflug nach Jamaika ging die Kanzlerin baden. Jetzt sollen die Roten doch wieder mit den Schwarzen im Regierungsbett kuscheln. Man redet von staatspolitischer Verantwortung. Unfug! Es wäre staatspolitisch denkbar unverantwortlich, die Chance auf eine starke und stärker werdende SPD in der Opposition zu verschenken. 2021 könnte bei guter Arbeit tatsächlich die SPD mal wieder einen Kanzler stellen. Stattdessen würde eine Neuauflage der großen Koalition die SPD unter 20 und die CDU unter 30 Prozent bei der nächsten Wahl drücken. Und dann hätte das, was man heute GroKo nennt, nicht einmal mehr eine eigene Mehrheit.

Nahles – das unreife Gör

Weil nun die Kanzlerin die Quittung des Wahlvolkes immer noch nicht annehmen und immer noch nicht den Platz im Kanzleramt räumen will, wird so lange verhandelt, bis die Versuchung auf neue Ministerposten zu groß wird. Kindermund sagt die Wahrheit. Mag sich Andrea Nahles nur zu gern als unreifes Gör geben, eine neue GroKo wird teuer. Aber „Bätschi!“ den größeren Preis werden einknickende Genossen zahlen. Später, wenn wieder Wahl ist.

Da kommt doch die Idee einer Koalition, die gar keine Koalition sein soll, gerade recht. Konstruktive Koalition soll das dann heißen. Um Wortschöpfungen waren linke Sprachhandler noch nie verlegen. Was soll das sein? Von Montag bis Donnerstag koalieren, Freitags und Samstags ist Opposition, Sonntags frei? Unterm Strich wird man sich wohl eine Minderheitsregierung mit gemeinsamem Programm darunter vorstellen können. Vielleicht auch einzelne rote Minister, damit der Kampf gegen rechts oder gegen die Meinungsfreiheit weiter gehen kann. Es wird ein politisches Gewurschtel dabei herauskommen, welches den Begriff Kokolores mehr als verdient.

Die Wahl wird zur Farce

So geht Politik nicht. „“Entweder ganz oder gar nicht. Ein bisschen regieren, ein bisschen opponieren, das ist kein Zukunftsmodell für eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt.“, zitiert dpa den CSU Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Andere CDU Spitzenpolitiker äußerten sich ähnlich. Das ist löblich, doch es wird Zeit, auch im Hinblick auf eine Regierungsbildung endlich einmal Klartext zu reden. Bei aller Geduld, drei Monate nach der Wahl noch keine Regierung gebildet zu haben, macht die Wahl so langsam zu einer Farce. Entweder Frau Merkel gelingt es bald eine Regierung zu bilden oder sie zieht endlich die Konsequenzen aus der verlorenen Wahl. Die Frage, wer es denn machen soll, ist müßig. Tritt die Vorsitzende zurück und macht den Weg auch für die Nachfolge im Kanzleramt frei, werden die verborgenen Kronprinzen schon aus der Deckung kommen.

Andernfalls kommt der Verdacht auf, als wolle man die Wahl rundheraus ignorieren. Doch nicht einmal Frau Merkel dürfte sich trauen, vier Jahre geschäftsführend weiterzumachen. Hoffentlich!

Autor: Peter Winnemöller

Gottesdienst – wirksam gegen Hoffnungslosigkeit

Es ist sinnvoll in die Kirche zu gehen. Was jeder praktizierende Katholik intuitiv weiß, bestätigte jüngst eine Studie. Unter 6999 katholischen Frauen, die in einer soziologischen Studie teilnahmen und die alle regelmäßig den Sonntagsgottesdienst besuchen, gab es keinen einzigen Suizid. Das Risiko Selbstmord zu begehen beziffert die Studie als siebenmal geringer als es bei einer evangelischen Vergleichsgruppe festgestellt wurde.

Man traue keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat. Das gilt für Politiker ebenso wie für Kolumnisten und ihre Leser. Bringen wir der Studie als das gebührenden Mißtrauen entgegen. Doch dann bleibt immer noch eine auffallend geringere Zahl. Das sei interessant, so der katholische Soziologe Marcos Regnerus dazu auf Facebook. Allein die große Zahl läßt den Soziologen ehrfürchtig werden. In der Soziologie ist man viel mutigere Feststellung auf Grund viel kleinerer Zahlen gewohnt. Auch wer kein Soziologe ist, kann der Studie eines entnehmen: Gläubige, praktizierende Katholikinnen sind signifikant weniger suizidgefährdet.

Jeder Sonntagsgottesdienst – ein Osterfest

Als Katholik feiert man – zumindest an jedem Sonntag – Leiden, Tod und Auferstehung Christi. Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest. Selbst in der dunklen Jahreszeit strahlt dieses warme Licht vom Sonntag aus über die Woche. Es geht dabei nicht um Frauen, die ab und an mal in die Frauenmesse der kfd gehen. Es geht nicht um Frauen, die eine rege Weihnachtskirchgehkultur betreiben. Kern der Aussage ist die Regelmäßigkeit des Kirchgangs. Und erst dann entwickelt die Entdeckung der Soziologen einen tieferen Sinn. Wir feiern am Sonntag den innersten Kern des Heilsgeschehens. Wer allen Ernstes glaubt, das sei mal eben nebenbei zu kapieren, wenn man ein bis dreimal im Jahr in die Kirche geht, täuscht sich gewaltig.

Die Heilsbotschaft, daß Gott Mensch geworden ist, für unsere Sünden gestorben ist und vom Tode auferstanden ist, sperrt sich dem menschlichen Verstand. Wer viel denkt und wenig betet, wird logischerweise irgendwann Atheist. Der entdeckt mit dem Atheismus die Sinnlosigkeit dieser Welt. Der Schritt hin zum Wunsch nach Nichtexistenz ist dann zuweilen nur ein halbes Dutzend Verzweiflungen entfernt.

Tut dies zu meinem Gedächtnis

Es braucht also die Regelmäßigkeit des feiernden Mitvollziehens der Heilsereignisse. Es braucht die Wiederholung. Und wie eben kaum ein Lateinlehrer müde wird, den Schüler den Spruch von der Repetitio, die die Mutter des Lernens ist, so ist es die stete Wiederholung der Hl. Messe, die das Lernen dessen bewirkt, wie Gott an uns gehandelt hat. Immer wieder und wieder und wieder vollzieht der Katholik mit, was der Herr selber den Aposteln aufgetragen hat: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Man könnte es deuten als: Tut dies immer wieder, damit es sich unauslöschlich einbrennt in Eure Erinnerung.

Wie schnell vergessen wir Menschen, was uns oberflächlich im Gedächtnis ist. Doch was in die Tiefe gekommen ist, wieder zu vergessen ist bei weitem schwerer. Und so wird klar, woher die Hoffnung rührt, die gläubige, praktizierende Katholikinnen vom Suizid abhält. Die Hoffnung wider alles Erleben von Trauer, Leid, Schmerz und allem Schweren, ist tiefer ins Gedächtnis vorgedrungen als es die Hoffnungslosigkeit jemals vermag. Das ist das Geheimnis dahinter. So mögen sich die Soziologen verwundert die Augen über das reiben, was unsere Großmütter ihnen zwischen Suppe und Kartoffeln auch hätte sagen können.

Autor: Peter Winnemöller