Die EU ist tot. Es lebe Europa!

[...] Europa ist und bleibt mehr als ein Wirtschaftsraum, mehr, viel mehr als eine „Wertegemeinschaft“. Die EU kann, unter großer Anstrengung und unter gemeinsamem Engagement, die Inhalte wiederbeleben, die sie groß und unverzichtbar gemacht haben, und jeder von uns ist gefragt, an dieser Aufgabe mitzuwirken. Aber wir können und sollen uns nicht darauf verlassen, dass die, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, diese Aufgabe überhaupt begriffen haben. Darum sollte man sich zurückbesinnen, nicht auf die Union, einen Zusammenschluss, der zusammenkommen und sich auflösen kann, sondern auf Europa, einen einzigartigen Kulturraum, der über Konflikte, Kriege und Selbstzerfleischung hinweg unauflösbar verbunden ist [...] Von Anna Diouf

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Statistik und ihre Tücken

[...] Die unrühmlichste weil dämlichste ließ sich ebenfalls vor allem im Netz beobachten, allerdings konnte man auch ihre Demaskierung genüsslich mitverfolgen: Um auch dem letzten EU-Kritiker deutlich zu machen, wohin der Weg führt, nämlich ganz gleich ob in die Glückseligkeit oder ins Verderben, keinesfalls raus aus der EU, wurde kolportiert, der Brexit sei gegen die Stimmen der Jungen durchgesetzt worden. Das Motto: Die verbitterten, ewiggestrigen Alten haben der Jugend die Zukunft verbaut. Die zweifache Hybris dieser Aussage lässt einen dann doch sprachlos zurück: Zum einen ghören wirklich Chuzpe und ein gehöriges Maß an Realitätsverweigerung dazu, wenn man behaupten will, die Zukunft liege zwangsläufig und einzig in der EU. Das kommt auf sehr viel mehr Faktoren an als auf eine rückwärtsgewandte EU-Romantik, die aus 70 Jahren Frieden einen alleinigen Verdienst der EU macht, während es rings um sie herum knallt, und zwar durchaus nicht zu knapp mit Hilfe von Waffen, die Mitgliedstaaten dieser EU an die Kombattanten liefern. Der zweite Punkt ist nicht nur größenwahnsinnig, sondern auch unanständig, undankbar und idiotisch: Seit wann ist die Entscheidung der Alten zwangsläufig schlecht? Kann es nicht zumindest theoretisch sein, dass sich bei Entscheidungen, die Weitblick erfordern, am Ende die Perspektive des Alters und der Erfahrung als hilfreich und rettend erweist? Was macht die Generationen derer, die keinen Krieg und keine Nachkriegszeit erlebt haben, die keine verwüsteten Städte aufgebaut oder ihren Müttern dabei zugeschaut haben, so verdammt sicher, dass sie es besser wissen? Allein schon diese Selbstgewissheit lässt einen davor schaudern, dass diese Generation politische Verantwortung übernehmen soll. [...] Von Anna Diouf

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Lasst es bitte Fußball bleiben

[...] Nebenbei bemerkt: Ich bezweifle, dass die Trademark „Die Mannschaft“ in erster Linie politisch gemeint ist. Viel plausibler ist, dass man eben aus Marketinggründen einen prägnanten, griffigen Namen brauchte, wie es sie auch für andere Nationalmannschaften gibt. Wenn man allerdings der Streichung des Wortes „national“ eine tiefere Bedeutung beimessen will, dann sollte doch auffallen, dass, während alle anderen ganz bescheiden einfach nur ihr Land vertreten, die Deutschen mal wieder alles an sich reißen: Sie stehen nicht für ihr Land, sondern für „die Mannschaft“ an sich, für den Fußball schlechthin. Sollten also die Deutschen tatsächlich an einem national bedingten Größenwahn leiden, dann würde es hier evident. [...] Von Anna Diouf

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Im Herzen blond

[...] Im Grunde ist diese absurde Einstellung Folge einer komplexen, von Schuldgefühlen geprägten Psychose. Wenn alles, was „deutsch“ ist, automatisch schlecht ist und mit dem Makel behaftet, von Nazis instrumentalisiert worden zu sein oder von Neonazis instrumentalisiert werden zu können, dann bleibt nicht mehr viel, worüber man sich identifizieren kann. Heiliges römisches Reich deutscher Nation? Da kommen gleich drei gefährlich braun anmutende Worte drin vor. Volk? Das Nomen zu „völkisch“, also tabu. „Geschichte“? Dazu gehören unzweifelhaft die Jahre 1933-45. In Ansätzen hat dieses notorisch schlechte Gewissen auch die Esskultur bereits erreicht. Eine gescheite Bratwurst kann eben beim besten Willen nicht halal sein, wer weiß, wann auch diese letzte Bastion deutschen Selbstverständnisses fallen wird – beim Bier gibt es ja wenigstens die alkoholfreie Alternative. [...] Von Anna Diouf

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Mehr Freiheit statt Papiergeld

[...] Was ich brauche, das sind: Freunde, Familie und rechtschaffene Christenmenschen, in guten und in schlechten Zeiten; und ich bin Freund, Familienglied und Christ, auch dann, wenn es anderen schlecht geht; aber dazu brauche ich keine Funktionäre und Schmarotzer, keine bezahlten Schergen und staatsversorgte Wohltäter. Dazu brauch ich nur die mir Nahestehenden und den Herrgott. Hier stehe ich. Gott helfe mir! Ich kann nicht anders! [...] Von Felix Honekamp

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Religion und Ideologie. Und das Christentum

[...] Wenn Religion ohnehin und immer Ideologie wäre (und damit alle Religionen – „unterschiedslos“, wie der Verfasser betont), dann würde das auch für das Christentum gelten – insoweit es eine Religion ist. Dann gäbe es aber keine zwei ganz unterschiedlichen Umgangsformen mit Häresie in der Kirchengeschichte, und zwar von Beginn der Christenheit an – eine unideologische (Duldung – argumentative Auseinandersetzung) und eine ideologische (Verfolgung – gewaltsame Bekämpfung). Woher sollte jene kommen, wenn nicht aus der christlichen Religion selbst? Aus der kulturellen und sozialen Umgebung der Antike werden die Impulse sicher nicht gekommen sein. [...] Von Josef Bordat

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Demokratie? Ja, aber …

[...] Es bleibt aber immer ein Widerspruch bestehen, den die Demokratie beinhaltet: Wenn Demokratie die „Herrschaft des Volkes“ ist, dann ist ihr Gegenteil eben nicht die Herrschaft eines Despoten sondern die „Selbstherrschaft“ oder besser: die Selbstbestimmung. Der Reiz der Demokratie liegt in der Mitbestimmung zu Entscheidungen, die in der Geschichte von Monarchen oder Diktatoren getroffen wurden. Die Essenz der Freiheit, so der libertäre Gelehrte Roland Baader in den 2008 erschienen Freiheitsfunken, ist aber nicht die Mitbestimmung sondern die Selbstbestimmung. Zu ihr steht die Demokratie – als Herrschaftsform – im Widerspruch. [...] Von Felix Honekamp

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Umdeutung: Kulturkritik wird zum Rassismus

[...] „I should say that this was one of the most thrilling experiences of recent life for me. And it's exactly what I want for this instrument, to get rid of this idea that music is just an objective lovely thing after morning coffee. I'm pretty sure this is the first time a harpsichord concert has occasioned riot-like conditions. Awesome.“ – „Ich muss sagen, dass das eine der aufregendsten Erfahrungen meines Lebens war in der letzten Zeit. Und es ist genau das, was ich für dieses Instrument will, dass man sich von der Einstellung löst, dass Musik einfach nur eine nette Sache nach dem Kaffeetrinken ist.“ [...] Von Anna Diouf

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Der letzte Karneval …

[...] Der herrschende Trend hat seinen Humor verloren, wenn er jemals einen hatte. Mag Satire auch alles dürfen, Karneval darf es nicht mehr. So werden wir jetzt erleben, daß gegen Narren ermittelt wird. Narren haben sich womöglich der Volksverhetzung schuldig gemacht. Das macht selbst den Westfalen lachen. Das Lachen bleibt aber im Halse stecken, denkt man an die Folgen. Wenn Narrenfreiheit nun auch der politischen Korrektheit verpflichtet ist, dann ist sie keine Freiheit mehr. Dann liegen die Narren an Leine. Nur totalitäre Systeme fürchten den Narren, denn der Spiegel ist grausam. [...] Von Peter Winnemöller

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Keep calm and carry on

[...] Zu dieser Verantwortung gehört auch, dass man ein „gelassenes“ Verhältnis zur Falschmeldung entwickelt. Man kann eine Meldung nicht mehr benutzen, um sein Weltbild zu betonieren, oder man wird schnell feststellen, auf Sand gebaut zu haben: Sie kann sich morgen schon als falsch erweisen, oder auch in einer Stunde. Das sollte drei Konsequenzen haben: Einen kühlen Kopf bei der Bewertung von medialen Beiträgen, weniger Hemmungen, wenn man Fehlinformation weiterverbreitet hat, dieses schlicht und einfach zu bekennen und den Fehler geradezurücken, und nicht zuletzt die konsequente Anwendung der Unschuldsvermutung, wenn es um Anschuldigungen geht. [...] Von Anna Diouf

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