Judenhass – ich bin erbost

Nein, ich schäme mich nicht. Ich bin erbost. Ich bin erbost, dass in Deutschland, mitten in der Hauptstadt am Brandenburger Tor und nur wenige hundert Meter vom Denkmal für die während der Schoah ermordeten Juden, ein tobender Mob offen seinen Hass auf Juden austoben konnte. Er konnte das nicht nur, weil er so gefährlich wirkte, er konnte das, weil er das durfte. In unmittelbarer Nähe der Rassisten, Antisemiten und Judenhasser standen Hundertschaften der Polizei. Es hätte nur eines Einsatzbefehls bedurft und ich bin sicher, unsere Polizisten hätten diesen Ausbruch von Hass unterbunden.

Ein solcher Einsatzbefehl ist immer auch eine politische Frage. Und leider – so muss man sagen – hat sich „die Politik“ in Deutschland seit dem Ende der siebziger Jahre darauf verlegt, gegen erkennbar durchsetzungswillige Radikale meistens zurückzuschrecken. Während man vollmundig Heldentaten im Kampf gegen Bürgerliche, Liberale und Konservative bejubelt und finanziert, wird beispielsweise gegen die verfestigten Strukturen des linken Terrors kaum vorgegangen. Sollte das dann doch geschehen – so etwa in Hamburg beim G20 – dann kommen aus dem linken und grünen Lager prompt die Anklagen gegen die Polizei und die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. 440 verletzte Polizisten sind der Beleg für die Notwendigkeit des Vorgehens gegen diese kampfbereiten Krawall-Touristen und für einen grundlegende Zerschlagung dieser Szene.

Viele haben gewarnt

Wie dem auch sei: Seit Jahren warnen viele Menschen vor den negativen und massiven Folgen der massenhaften und unkontrollierten Einwanderung bestimmter Menschen in unsere Zivilisation. Eine Zivilisation, zu deren Kultur es gehört, dass gesellschaftlich die Ausgrenzung von Menschen anderer Herkunft, unterschiedlicher Religionen und gegen Menschen mit biologisch kaum zu erklärendem Geschlechtsbewusstsein nicht geduldet und sogar zurückgedrängt wurden. Die Situation war soweit unter Kontrolle, dass einzelne Übergriffe intoleranter Rassisten, Religionsfanatikern oder auch von Menschen mit massiver Abneigung gegen Mitmenschen mit nicht ins Weltbild passender Sexualität zumeist bundesweite Relevanz erlangten. Sie wurden in den Hauptnachrichtensendungen gemeldet. Gesellschaftlicher Konsens war, dass das so nicht bleiben dürfe. Seit der Einwanderung von Menschen aus Kulturen, in denen Frauen im Wert unter dem Mann stehen, in denen Homosexuelle mit dem Tode für ihre sexuelle Orientierung „bestraft“ werden und in denen „die Juden“ für alles Elend der Welt verantwortlich sind, in denen „die Juden als „Affe“ und „Schweine“ beschimpft werden, in denen die Ermordung von „den Juden“ zu Freudentänzen und zur Verteilung von Süßigkeiten auf den Straßen führen, in denen es Staatsdoktrin ist und voraussichtlich bleibt, „Israel auszumerzen“ und „die Juden“ ins Meer zu treiben, seither ist die Situation außer Kontrolle.

Bereits 2014, beim sogenannten „Al-Quds“-Marsch waren in mehreren deutschen Großstädten judenfeindliche Parolen skandiert worden. Das kann nicht verwundern, denn diese Märsche sind nichts anderes, als der Ausdruck bestimmter Kulturen, für ihren unbeugsamen Willen, Jerusalem, die Hauptstadt Israels, von „den Juden“ zu befreien und „Israel von der Landkarte zu tilgen“. Als zivilisierter Mitteleuropäer frage ich mich, weshalb deutsche Behörden, mit dem Wissen um den militanten und mörderischen Hintergrund dieser Hass-Märsche, solche Veranstaltungen in Deutschland überhaupt zulassen.

Fatale „Zeichen“ aus der Politik

Überhaupt muss man sich auch Sorgen um die Geisteshaltung unseres amtierenden Bundespräsidenten Steinmeier machen. Dieser Mann reist nach Israel und legt dort beim Grabmal des Terroristenführers Jassir Arafat einen Kranz nieder. Arafat, ein geborener Ägypter, war einer der korruptesten und brutalsten Führer der Araber aus GAZA, Samarien und Judäa. Arafat ist – neben vielen anderen arabischen Führern – maßgeblich dafür verantwortlich, dass diese Araber noch heute keinen eigenen Staat erlangt haben. Er ließ die sogenannten Friedensgespräche von Camp David (USA) im Jahr 2000 scheitern. Einen solchen korrupten Terroristen und Judenfeind „ehrt“ der deutsche Bundespräsident. Das ist ein starkes Stück charakterlicher Verkommenheit und ein brutales Signal der Unterstützung des Judenhasses sowie der Anerkennung des Terrors gegen Israel.
Sigmar Gabriel, ebenfalls SPD und heute Außenminister, schwadronierte 2012 nach einer Reise durch Israel öffentlich gegen die israelische Regierung: „Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“

Und daher schäme ich mich wegen des Judenhasses auf deutschem Territorium nicht. Ich bin erbost. Erbost über die fatalen „Zeichen“ die aus unserer „Politik gesetzt“ werden. Ich bin erbost wegen der Untätigkeit der Behörden, die den Zivilisationsbruch durch hasstriefende Kulturen auf unserem Hoheitsgebiet dulden. Ich bin erbost über die Ämter, die den Mob, der solchen Hass gegen Juden propagiert, sich auf deutschem Territorium zusammenrotten lässt. Ich bin erbost, dass der Polizei Zurückhaltung gegen Antisemiten, Judenhasser, gegen Rassisten und Israel-Ausmerzer auferlegt wird. Ich bin erbost über die ewig gleichen Wortspenden der „Betroffenheit“ aus den Reihen unserer „Politik“. Ich bin erbost, weil sich nichts tut. Es wird medienwirksam „Zeichen gesetzt“, Hass-Apologeten schwadronieren in „talkshows“ davon, dass die Judenhasser „ja nur Israelkritik“ übten, das links-grüne Milieu steht dabei und nickt moralinsauer verständnisvoll. Ich bin dann aber auch erstaunt, dass diese „Israelkritik“ sich in tätlichen Angriffen gegen Mitmenschen niederschlägt, die von Judenhassern als Angehörige des mosaischen Glaubens erkannt werden – seien sie nun deutsche Mitbürger oder Touristen aus aller Welt. Israelkritik geht anders.

Den hohlen Phrasen müssen endlich konkrete Taten folgen

Nein, ich schäme mich nicht. Ich bin erbost. Die Quantität und die Qualität des Judenhasses auf deutschem Territorium ist nicht von der deutschen Bevölkerung zu verantworten. Er ist eine weiteres, peinliches Versagen unserer Regierung und der Politik. Und deren Worthülsen und Beschwichtigungsversuche, deren Relativierungen und Rechtfertigungen sowie deren Verständnis machen mich sauer. Wie würde man in einer Werkstatt einem Schwätzer zurufen: „Laber net, schaff!“ Also Regierende,  als Christ und als Deutscher fordere ich Euch auf: „Labert nicht, sondern tut Konkretes!“

Autor: Martin Wind

Auf zum fröhlichen Kokolieren!

Eigentlich wähnte man sich als braver deutscher Wähler lange Zeit vor größerem politischen Kokolores einigermaßen sicher. Na gut, es ist nicht alles Gold was politisch zu glänzen meint. Es ist aber auch so, dass man als deutscher Staatsbürger lange Zeit im allgemeinen gut regiert war. Nichts Menschliches ist so gut, dass es nicht verbesserungswürdig wäre. Was uns jetzt droht, ist wirklich ganz großes KokoloresKino.

Es kam eines Tages die Kanzlerin, die auf Sicht steuerte. Damit nahm es seinen Lauf. Eine Regierungschefin, die Prinzipien durch Wetterfühligkeit ersetzte. Wenn der Wind von vorne kam, war die politische Halse die leichteste aller Übungen. Dabei war es gleich, ob Kernkraftwerke gestern noch gut waren. Das Beben von Fukushima störte den Betrieb eines japanischen Reaktors. Es kam niemand dadurch zu Schaden. Das Beben kostete Opfer, das Kraftwerk nicht. In Deutschland bebte es die Kernkraft davon. Ein willkommener Vorwand gegebene Zusagen nicht mehr halten zu müssen. Die Zeche zahlt der Bürger über einen enormen Strompreis. Eurokrise und Flüchtlingskrise waren ähnlich großen Ritte der unerschrockenen Kanzlerin. Die letzte Aktion der absoluten Prinzipienlosigkeit war die sogenannte Ehe für alle wenige Wochen vor der Wahl.

Merkel und Konsequenzen aus der Wahlniederlage?

Die Quittung kam sehr prompt am Wahlabend. Mangels Alternative schrieb der Wähler allerdings sehr undeutlich. Nur die Genossen waren willens zu lesen, was man ihnen ins Stammbuch schrieb.

Auf dem Ausflug nach Jamaika ging die Kanzlerin baden. Jetzt sollen die Roten doch wieder mit den Schwarzen im Regierungsbett kuscheln. Man redet von staatspolitischer Verantwortung. Unfug! Es wäre staatspolitisch denkbar unverantwortlich, die Chance auf eine starke und stärker werdende SPD in der Opposition zu verschenken. 2021 könnte bei guter Arbeit tatsächlich die SPD mal wieder einen Kanzler stellen. Stattdessen würde eine Neuauflage der großen Koalition die SPD unter 20 und die CDU unter 30 Prozent bei der nächsten Wahl drücken. Und dann hätte das, was man heute GroKo nennt, nicht einmal mehr eine eigene Mehrheit.

Nahles – das unreife Gör

Weil nun die Kanzlerin die Quittung des Wahlvolkes immer noch nicht annehmen und immer noch nicht den Platz im Kanzleramt räumen will, wird so lange verhandelt, bis die Versuchung auf neue Ministerposten zu groß wird. Kindermund sagt die Wahrheit. Mag sich Andrea Nahles nur zu gern als unreifes Gör geben, eine neue GroKo wird teuer. Aber „Bätschi!“ den größeren Preis werden einknickende Genossen zahlen. Später, wenn wieder Wahl ist.

Da kommt doch die Idee einer Koalition, die gar keine Koalition sein soll, gerade recht. Konstruktive Koalition soll das dann heißen. Um Wortschöpfungen waren linke Sprachhandler noch nie verlegen. Was soll das sein? Von Montag bis Donnerstag koalieren, Freitags und Samstags ist Opposition, Sonntags frei? Unterm Strich wird man sich wohl eine Minderheitsregierung mit gemeinsamem Programm darunter vorstellen können. Vielleicht auch einzelne rote Minister, damit der Kampf gegen rechts oder gegen die Meinungsfreiheit weiter gehen kann. Es wird ein politisches Gewurschtel dabei herauskommen, welches den Begriff Kokolores mehr als verdient.

Die Wahl wird zur Farce

So geht Politik nicht. „“Entweder ganz oder gar nicht. Ein bisschen regieren, ein bisschen opponieren, das ist kein Zukunftsmodell für eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt.“, zitiert dpa den CSU Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Andere CDU Spitzenpolitiker äußerten sich ähnlich. Das ist löblich, doch es wird Zeit, auch im Hinblick auf eine Regierungsbildung endlich einmal Klartext zu reden. Bei aller Geduld, drei Monate nach der Wahl noch keine Regierung gebildet zu haben, macht die Wahl so langsam zu einer Farce. Entweder Frau Merkel gelingt es bald eine Regierung zu bilden oder sie zieht endlich die Konsequenzen aus der verlorenen Wahl. Die Frage, wer es denn machen soll, ist müßig. Tritt die Vorsitzende zurück und macht den Weg auch für die Nachfolge im Kanzleramt frei, werden die verborgenen Kronprinzen schon aus der Deckung kommen.

Andernfalls kommt der Verdacht auf, als wolle man die Wahl rundheraus ignorieren. Doch nicht einmal Frau Merkel dürfte sich trauen, vier Jahre geschäftsführend weiterzumachen. Hoffentlich!

Autor: Peter Winnemöller

„Freiheit“ ist Toleranzfähigkeit gegenüber Andersdenkenden

Bitte distanzieren Sie sich erst einmal! Egal wovon, von irgendetwas ganz gruseligem, wie der jüngst in den Bundestag eingezogenen Partei. Im Diskurs erlebe ich das in jüngster Zeit öfter. Es ist ein gängiges Muster in den Sozialen Medien. Immer dann, wenn ein Konservativer auf einen (zumeist) Linksliberalen trifft.

Das Motiv dahinter ist im Grunde ganz einfach. Man geht nicht auf Argumente pro oder contra ein, sondern ist bemüht, den Gesprächspartner zu diskreditieren. Der wiederum hat den Schwarzen Peter doch erst einmal beweisen zu müssen, daß er diskursberechtigt ist.

Wenn die „falsche Person“ etwas sagt …

Es geht dann sehr schnell nicht mehr darum, ob z.B. Gendermainstreaming sinnvoll ist oder nicht. Kern der Unterhaltung ist sehr schnell, ob denn dieser oder jener, der die Haltung auch vertritt nicht gar rechtsextrem ist. Das Denkverbot ergibt sich nicht aus dem Gedanken an sich, sondern daraus, wer noch so denkt.

In der Tat ist es ja so, daß AfD, Identitäre und andere durchaus Ansichten vertreten, die dem Grunde nach originär Konservativ sind. So manch ein gruseliger Nationalist, Rassist oder Sexist vertritt zuweilen in anderen Bereichen durchaus aus als sinnvoll zu bezeichnende Positionen. Nun ist es allerdings wenig sinnvoll zu behaupten, Lebensrecht für alle Menschen sei eine rechte Position, nur weil rechtsextrem denkende Protagonisten zuweilen gegen Abtreibung sind. Doch genau das passiert. Du bist gegen Abtreibung? Die AfD ist auch gegen Abtreibung! Distanzier Dich erst mal von der AfD! Dann muß man nicht mehr über Abtreibung reden.

… dann „darf“ selbst „das Korrekte“ nicht „richtig“ sein.

Der tiefere Sinn ist tatsächlich eine von Linken immer häufiger angewandte Strategie der Diskursverweigerung. Mehr und mehr Menschen erkennen, daß linke Welt- und Gesellschaftsmodelle nicht funktionieren. Sie haben noch nie funktioniert und sie werden nicht funktionieren. Doch da gilt es Pfründe zu verteidigen. Allein in Deutschland gibt es um die 200 Genderlehrstühle. Man entzieht sich bislang erfolgreich einer neutralen Evaluierung, was natürlich völlig unwissenschaftlich ist. Gender hat bislang noch eine linke Politmacht im Rücken. Gender ist tief in die öffentliche Verwaltung eingedrungen und hält in Form eine Aufklärung zu Diversität in allen Schulfächern munter Einzug in die Schule. Doch es regt sich Widerstand. Die meisten Menschen in unserem Land denken bürgerlich, das ist zu unterscheiden von konservativ, aber die Überschneidungen sind weitaus größer als gedacht. Gegen diesen Widerstand wütet eine linke Diskursverweigerung. Alles was nach rechts riecht, wird aus dem Diskurs gekegelt.

Weisen Sie doch erst mal nach, daß Sie nicht AfD sind! Zack, Ende, fertig!

Die verführerische Leichtigkeit der Ausgrenzung

Der Widerstand aus der Mitte verschwindet nicht, er verstummt. Und er weckt Schläfer an den Enden der politischen Extreme. Wo in der Mitte der Gesellschaft nicht mehr die Debatte um den richtigen Weg geführt werden darf, verlagert sich die Debatte nach außen. Wo in der Mitte die Freiheit nicht verteidigt wird, da fällt sich rechten oder linken Extremen zum Opfer.

Es ist schon eine Einschränkung der Freiheit, wenn wissenschaftliches Arbeiten in jedem nur denkbaren Fach die sogenannte Genderperspektive zu berücksichtigen hat. Spätestens hier sollte jedem Auffallen, daß Gendermainstreaming ein Widergänger des Dialektischen Materialismus ist. Wenn es Studenten und Dozenten nicht mehr können, braucht es vielleicht die Stimme eines Kindes, den nackten Kaiser zu entlarven. Es gibt Jungen und es gibt Mädchen. Und die unterscheiden sich voneinander. Das ist alles.

Derzeitige Diskurshegemone unterdrücken den freien Austausch der Gedanken

Mehr und mehr tritt das gefährliche Schweigen ein. Hinter vorgehaltener Hand im Wohnzimmer – bei abgeschalteter Alexa – wenn man unter Freunden ist, wird Tacheles geredet. Ansonsten spricht man mit Disclaimern oder windet sich diplomatisch. Ein falsches Wort kann das berufliche Aus bedeuten.

Es ist demgegenüber gerade das Kennzeichen einer freien Gesellschaft, immer und überall frei reden zu dürfen. Mache sich jeder klar, wie sehr der Grad unserer Freiheit schon eingeschränkt ist, wenn man bei fast jedem Satz nachdenken muß, ob man nicht irgendetwas einschränken muß.

Zwischenmenschlicher Umgang gegen ideologische Ausgrenzung

Es ist Zeit, das offene Wort zu suchen und wieder ohne Disclaimer auszusprechen. Und es ist Zeit, mit dem örtlichen AfD- Abgeordneten auch dann auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein zu trinken, wenn man seine Ansichten zutiefst verabscheut.

Wer mir eine der Freiheit feindliche Gesinnung unterstellen will, der ist in der Beweispflicht. Nicht ich muß nachweisen, mit wem ich rede, um im Diskurs zu bleiben.

So geht Freiheit.

Autor: Peter Winnemöller

Mit dem Terror leben lernen? Niemals!

Wir lassen uns unsere Lebensart nicht nehmen, hallt es derzeit durch Medien und soziale Netzwerke, und zwar aus allen erdenklichen politischen Richtungen. Das sei die adäquate Antwort auf den Terror.

Etwas an dieser Aussage ist kolossal falsch und lächerlich surreal. Offenbar ist Klarheit über das Wesen islamistischen Terrors noch nicht bis ins Bewusstsein der Menschen gedrungen. Das endgültige Ziel der Islamisten ist nicht, Terror zu verbreiten, Menschen in Schockstarre zu versetzen, Grauen hervorzurufen. Das mögen Etappenziele sein. Das Endziel ist, uns zu töten. Sie, mich, uns alle. Oder uns zu unterwerfen. Was auf lange Sicht dasselbe bedeutet. Wer sagt, er lasse sich seine Lebensart nicht nehmen und sich Weihnachten nicht verderben, der wischt damit nicht dem Djihadisten eins aus, er vermeidet es, aktiv zu werden. Und er verklärt das zur Heldentat, was alle Menschen ohnehin schon immer getan haben – weitermachen. Schließlich ist es nichts Neues, dass Menschen in jeder Situation irgendwie weitermachen, wenn sie noch irgendeinen Funken Lebenswillen in sich verspüren.

Wir müssen den Hass erkennen

Wir haben die totale Entmenschlichung, den totalen Hass, der diese Menschen treibt, noch nicht begriffen. Wir werden sie nicht beeindrucken, indem wir „keine Angst“ haben. Also können wir uns das auch sparen, und lieber das tun, was Islamisten beeindruckt und uns schützt.

Wenn wir den Islamisten eins auswischen wollen, dann müssen wir verhindern, dass sie uns töten, anstatt uns der Illusion hinzugeben, wir seien Märtyrer der Freiheit, wenn wir uns erhobenen Hauptes, den Glühwein in der Hand, lachend in die Luft sprengen lassen – weil, sie können uns ja nichts, diese Islamisten, töten ja, aber nicht vom Feiern abhalten, und das ist doch, was eigentlich zählt. Ernsthaft? Woher der plötzliche heroisch-pathetische Leidenswille in einer werteberaubten Gesellschaft? Nur ein Bruchteil derer, die in sozialen Netzwerken den dem Leben gegenüber indifferenten Helden spielen, würde seinen eigenen Posts gerecht werden, wenn der Henker mit dem Schwert hinter ihm stünde. Zumal ein Mensch selten nur für sich verantwortlich ist. Man mag für sich entscheiden, dass man „jetzt erst recht“ feiern will, aber würde man auch seine Kinder, Eltern oder Freunde auf dem Altar der „Wir-machen-weiter-als-wäre-nichts“-Mentalität opfern? Hier geht es schließlich am Ende nicht um eine Gesellschaft, die abstrakt bleibt, es geht um Familienväter, die Weihnachten nie wieder nach Hause kommen werden, um Kinder, die fehlen, um Mütter, die nicht mehr da sind. Fragen Sie die Hinterbliebenen der Opfer von Berlin, ob sie „jetzt erst recht“ einfach weitermachen. So geht Solidarität nicht! Ein Volk, dem so etwas widerfährt, muss Schmerz darüber empfinden, gemeinsam trauern, gemeinsam handeln.

Ein Schrei nach Vernunft

Nicht von ungefähr hält sich ein Teil der sozialen Netzwerke gerade wie an einem letzten Strohhalm an einem Fernsehmitschnitt fest, der Helmut Schmidts Reaktion auf den Terror dokumentiert. Mannhafte, starke, entschlossene Worte, über ein Volk, das zusammenhält. Dass dieser Ausschnitt vermehrt geteilt wird, ist kein Ruf nach dem starken Führer in der Not, sondern der Schrei nach ein wenig Vernunft und kühler Entschlossenheit in einer Gemengelage, in der immer nur der emotionale Overkill regiert – in alle Richtungen. Schmidt hat unmissverständlich deutlich gemacht, dass sich das Deutsche Volk seiner Tage nicht an den Terror gewöhnen werde, dass es eben nicht weitermacht, als sei nichts gewesen, auch nicht im Sinne eines Martyriums für die freiheitliche Gesellschaft. Hier wird davon gesprochen, dass man sich dem Terror entschlossen entgegenstellt, auch, wenn das das Leben verändern sollte.

Das impliziert für uns Dinge, die wir nicht mögen, in unserem Schrebergärten-Deutschland, aber dieses Deutschland war gewissen Politikern ohnehin ein Dorn im Auge. Mehr Misstrauen gegen bestimmte ethnische und religiöse Gruppen, Angst vor Menschenansammlungen und vergessenen Rucksäcken, weniger Vertrauen untereinander. Das ist nicht schön. Aber wenn die Realität unschön ist, sollten wir sie zur Kenntnis nehmen. Das wird Leben retten.

Autor: Anna Diouf

Gute Zeiten – schlechte Zeiten

Die schöne neue Welt beginnt zu blühen. Vielfältig und bunt soll sie sein, sauber und ohne Angst. An allen Fronten wird gearbeitet. Gute Zeiten brechen an.

Neben Wisenten und Wölfen werden auch alte Stasi-Spitzel wieder ausgewildert, um frei ihren Vorlieben frönen zu können: Jagd zu machen auf unliebsames Gedankengut. Sie machen fette Beute! Und so wird uns beigebracht: der Anteil der gefühlten Nazis liegt gebietsweise inzwischen bei über einem Viertel.

NAZIS – überall Nazis …

Geht die Entwicklung so weiter, vereinfacht sich der künftige Diskurs im Land ungemein. Ab einem AfD-Wähleranteil von ca. 30% kommen wir in einen Bereich, in dem auch ungezieltes Zuschlagen genügend homophobe Reaktionäre trifft, um moralisch gerechtfertigt zu sein. Wir arbeiten daran.
Sogar den Lobbyismus konnten wir erfolgreich bekämpfen. Niemand kann uns mehr beeinflussen – wir entscheiden selbst, mit wem wir zu Abend essen. Und wir sind günstig: jeder soll es sich leisten können. Ein Paradies!

Doppeldenk und Integritätsversluste

Der Autor, dem es fernliegt, die AfD zu wählen, fragt sich unterdessen, welchen Wert der Datenschutz eines Justizministers hat, der nach eigenem Bekunden nicht merkt, wenn er selbst zum Essen vermietet wird? Oder wie der Mindestlohn einer Arbeitsministerin einzuschätzen ist, die für ein Abendessen 7.000,-€ nimmt?

Vielleicht sind die Zeiten doch nicht so gut?

Autor: Sebastian Volkamer

Gallionsfiguren versagen im Talkgeschäft

Vollverschleiert, als menschliches Wesen nur an den Händen, den Augen und an der Stimme erkennbar, hat eine schweizerische Muslima an einer deutschen Talkshow teilgenommen. Man könnte sagen, das gehöre nun mal in einer aufgeklärten und toleranten Gesellschaft zum guten Ton, dass man alle zu Wort kommen lasse. Die Moderatorin der Sendung – Anne Will – hat das auch einem der Mitdiskutanten rüde mitgeteilt, als dieser sich gegen die Propaganda der vollverschleierten Muslima verwahrte: „Es gehört auch zu unserem Werteverständnis, dass wir uns mit den Meinungen anderer auseinandersetzen“, kujonierte Will den israelisch-arabischen Psychologen Ahmad Mansour. Mansour, bekannt als ausgewiesener Fachmann für Islam und Radikalisierung, lebt wegen seiner Islamkritik in ständiger Gefährdung und erhält von radikalen Muslimen Todesdrohungen.

Überhaupt war der gesamte Verlauf der Sendung interessant. Immer wieder konnte die sogenannte Frauenbeauftrage des „Islamischen Zentralrats der Schweiz“ (IZRS) – einer ähnlich suspekten Organisation wie der sogenannte „Zentralrat der Muslime“ in Deutschland – ihre fundamentalistischen Vorstellungen des Korans verbreiten. Flankendeckung erhielt sie dabei von Anne Will, die ihr deutliche Kritik vom Leibe hielt. Doch das ist weniger der Knackpunkt meiner Überlegungen. Wichtiger scheint mir die Frage, weshalb diese Propagandistin in eigener Sache überhaupt in einer Talkshow des zwangsbeitragsfinanzierten, öffentlich-rechtlichen Fernsehen auftreten durfte.

Einladungen an „extreme“ Gruppierungen

Wir erinnern uns an die heftigen Diskussionen um die Einladung von Politikern der als extremistisch zwangsverorteten Parteien in Deutschland. Diese Scheu der Medien den Vertretern ungenehmer Überzeugungen eine „Plattform zu bieten“ gipfelte sogar darin, dass man nach Landtagswahlen selbst gewählte Politiker nicht zu den sogenannten Elefantenrunden lud, so sie den „falschen Parteien“ angehörten. Verlierer aber, die nicht mehr in den Landtag einzogen, durften hingegen noch einen Abgesang auf ihre bisherige Tätigkeit halten.

Es ist immer eine schwierige Abwägung, welche Wirkung der Auftritt Andersdenkender in den Medien haben kann: Auf der einen Seite kann das Volk sich unmittelbar selbst informieren und den Menschen beim Verbreiten Ihrer Gedanken zuhören. Auf der anderen Seite besteht so selbstverständlich die Gefahr, dass eben auch extremes Gedankengut verbreitet wird. Hier stellt sich allerdings auch die Frage, was denn nun schon „extrem“ oder gar „extremistisch“ ist! Die Diskussionen zu dieser Verortung laufen meines Empfindens in unserer Gesellschaft derzeit aus dem Ruder. Es besteht die Gefahr einer hysterischen Dämonisierung aller als Extremisten, die den derzeitigen Kurs der Bundesregierung in Frage stellen und nicht mehr mittragen wollen.

Auch abweichende Meinungen zulassen

Der Gefahr einer einseitigen Radikalisierung oder einer einseitigen Darstellung extremistischer Positionen, könnten die Gestalter der Talkshows durch eine parteilich ausgewogene Besetzung Ihrer Gesprächsrunden begegnen. Allerdings konnte man in den vergangenen zehn Jahren kaum je den Eindruck bekommen, dass eine wirklich ausgewogene Besetzung der Studiorunden angestrebt wurden. Meistens sind die Vertreter der medial am beliebtesten Meinung in der Mehrheit und erhalten so mehr Rede- und Sendezeit, als die Vertreter der abweichenden Meinungen.

Wichtig aber ist, dass die Randständigen und Extremen überhaupt zu Wort kommen dürfen und können! Das ist Teil unserer demokratischen Verfasstheit und gehört zu einem aufgeklärten Diskurs in einer toleranten Gesellschaft. Insofern war der oberlehrerhafte Einwurf Wills an Herrn Mansour selbstverständlich leider doch gerechtfertigt. Vor dem Hintergrund der Debatte um den Ausschluss demokratischer Parteien vom Talkshow-Zirkus aber eine erstaunliche Einlassung. Erklären kann man sich diese Debatte zur Ausgrenzung unerwünschter Meinungen eventuell noch mit der Angst, den Argumenten der Debattenteilnehmern nicht gewachsen zu sein.

Das peinliche Versagen der Moderatoren

Manche Medienschaffenden und eventuell auch Fernsehzuschauer werden sich wahrscheinlich noch an das fulminante Untergang Erich Böhmes in der Talkrunde „Talk in Berlin“ erinnern, der angetreten war, Jörg Haider, Parteichef der Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), „zu entzaubern“. Da traf die journalistische Hybris, über alles besser Bescheid zu wissen, auf einen ausgewiesenen politischen Kenner, der argumentativ hervorragend aufgestellt war. Und solche Niederlagen selbstsicherer Talkshow-Moderator_Innen durften wir in der jüngeren Vergangenheit durchaus auch andernorts erleben.

Und so entsteht häufig der Eindruck, dass viele Medienschaffenden gerne alles von der freien Meinungsäußerung ausschließen würden, was dem stillschweigende „Gentlemen’s Agreement“, dieser augenzwinkernden Kumpanei zwischen Politik und Talkshow-Zirkus zuwiderlaufen könnte: Man sondert die kaum noch voneinander unterscheidbaren Positionierungen ab, geht kaum aufeinander ein und eine tiefergehende argumentative Auseinandersetzung scheuen wir, denn damit überfordern wir ja das „tumbe Volk“. Auf eine solche Sendung kann man sich ohne größere Anstrengung vorbereiten, indem man am Morgen die „Welt“, die „FAZ“, die „Augsburger Allgemeine Zeitung“ und zur Not noch die umstrittene Illustrierte aus dem Hafenviertel von HH durchblättert (SPIEGEL).

Personengebundene Talkrunden abschaffen

Kommen aber die Vollverschleierten, dann muss man, um sie zu demaskieren und die ungeschminkte Wahrheit hinter dem Schleier zu erkunden, thematisch sattelfest und belesen sein. Das gleiche gilt, wenn man sich traut, politisch Anderstickende einzuladen, die weit über den eigenen Horizont hinausdenken: Da muss man tatsächlich wissen, wovon die reden und wie die argumentieren, um eine solche Sendung bestehen zu können. Und das fordere ich von den Sendungsmachern: Arbeitet Euch in die Thematik ein! Findet gute Argumente. Lasst politische, religiöse, wirtschaftliche, gesellschaftliche und künstlerische Exoten durchaus auch zu Wort kommen. Aber begegnet ihnen nicht hilflos.

Die Angst vor den Randständigen, vor den Extremen, den Minderheiten, den schrillen und lauten ist verständlich. Sie – diese „Angst“ – muss in einer pluralen Gesellschaft zumindest von Medienschaffenden, von Redakteuren, Journalisten oder auch einfach nur von Moderator_Innen tatsächlich „unterdrückt“ werden, denn auch diese Gruppierungen gehören zu unserer Gesellschaft. Nun stellt sich aber die Frage, ob einzelne Gallionsfiguren des Talkshow-Zirkus dem breiten Spektrum gesellschafltichen Diskurses tatsächlich inhaltlich gewachsen sind. Meiner Meinung nach überfordert das einzelne Moderator_Innen erheblich. Und auch das ist verständlich: Nicht jeder Mensch kann souverän über den Islam, Freihandelsabkommen, politische Entwicklungen in der Türkei oder auch die Rohstoffverteilung in der Antarktis sowie die Interessen der Umweltverbände an einer Klimaerwärmung nachdenken und dazu sachgerecht argumentieren. Das ist schlicht zuviel.

Echte Fachleute sollen moderieren

Und so bleibt eigentlich nur ein Fazit: Wenn wir den gesellschaftlichen Diskurs in seiner ganzen Breite in unserem Talkshow-Zirkus dargestellt haben wollen, dann sollten diese nicht nur von jeweils einer Person, einer Gallionsfigur moderiert werden. Eine Sendung nach einer Persönlichkeit zu benennen, gibt dem Moderator zwar das trügerische Gefühl einer Unersetzlichkeit. Es ist aber nicht förderlich für das Vorankommen der Willensbildung der Zuschauer. Setzt sie alle ab, die Wills, die Illners, die Maischbergers und die Jauchs. Lasst die Fachleute ran an die Themen, dann kommen solche Rohrkrepierer wie die Willsche Moderation mit der fundamentalistischen Muslima auch eher seltener vor. Einer Antonia Rados hätte eine „Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats der Schweiz“ nicht so auf der Nase herumtanzen können.

Und dann werden alle Befürchtungen und Überlegungen, ob man „so jemandem eine Plattform bieten“ dürfe, obsolet. Man muss so jemandem Plattform bieten, damit die Chance zur Selbstentzauberung besteht. Zum Entsetzen vieler Islam-Apologeten ist nämlich genau das in der Will Sendung auch passiert. Und auch Politiker haben sich medial schon schön selbst entmystifiziert. Nur Mut, Ihr Medienschaffenden. Nur Mut!

Autor: Martin Wind

Jean-Claude Juncker – der kleine Absolutist

Da steht er nun also: ein grauhaariger, alter Mann in einem etwas zu groß geratenen Anzugsakko, leicht vornübergebeugt, eine Tasse Kaffee in der Hand. Nichts ungewöhnliches, sollte man denken. Schaut man genauer hin, dann ist auf dem Foto zu erkennen, dass es sich bei dem alten Mann um Jean-Claude Juncker handelt. Ja, genau – den Jean-Claude Juncker, der seit 1. November 2014 Präsident der Europäischen Kommission ist. Protegiert von der Bundeskanzlerin der Deutschen wurde der ehemalige Finanz- und Premierminister Luxemburgs auch von Deutschen in seinem Amt installiert.

Das Foto als solches ist eigentlich vollkommen unspektakulär: Man sieht diesen alten, gebeugten Mann, neben ihm einen seiner Mitarbeiter, hinter ihm eine Mitarbeiterin, beide dienstbeflissen um den Herrn bemüht. Im Hintergrund schaut ein gestrenger Herr aufmerksam in die Runde: Sicherheit! Und jetzt beginnt die eigentliche Geschichte zu diesem Bild. Gefunden habe ich es bei einem Bekannten, selbst mal Minister in einer Landesregierung und mit den Gepflogenheiten in politischen Kreisen vertraut. Nach seinen Informationen sollte Juncker am Flughafen Tegel aus dem Auto steigen, die Abfertigungshalle durchschreiten und in seiner Lounge Platz nehmen, bis er ins Flugzeug steigen konnte. Dafür – und nur dafür – waren mehrere Polizisten abgestellt worden, die den Weg Junckers für seinen Durchmarsch für den Publikumsverkehr sperren sollten.

Der Wunsch des Herrn ist Befehl

Doch dann fällt Juncker plötzlich ein, dass er dann doch noch gerne eine Zigarette rauchen will und dazu einen Kaffee trinken möchte. Er bleibt demnach vor der Abfertigungshalle mit den Gates stehen und lässt sich einen Kaffee bringen.

Und jetzt kommt es dicke. Der Bekannte schreibt: „Ein prominenter Europäer trinkt außerhalb (!) des Flughafengebäudes noch einen Kaffee, deshalb werden innerhalb (!) des Gebäudes Hunderte Passagiere gestoppt und dürfen nicht zu ihren Gates. Den Polizisten war das sehr unangenehm. Gut, dass außerhalb des Gebäudes die Kommentare der Leute nicht zu hören waren.“

Das Volk ist empört

Wie diese Kommentare gelautet haben könnten, wird im Kommentarbereich des Bekannten deutlich: „Das muss wohl irish coffe gewesen sein?“ oder auch „ab jeder Realität, weit ab von den Menschen“ und „Was erwartet man von einem Mann, der sich wie ein Despot aufführt?“. Lediglich der kurzzeitig CDU-Generalsekretär gewesen und und ehemalige MDB der CDU, Ruprecht Polenz, ließ noch Verständnis für den armen Menschen durchblicken, der so sehr unter den Sicherheitsvorkehrungen leiden müsse.

Der Autor dieser Zeilen hat Bundespolitik am Rhein erlebt, auch höchste Sicherheitsstufen, er hat zehn Jahre in Berlin gelebt, dort in der Landespolitik gearbeitet und Bundespolitik hautnah erlebt. Und er hat erlebt, wie Menschen mit Sicherheitsvorkehrungen umgehen können. Da gab es welche, die es genossen, mit großem Aufzug vorzufahren und zu beobachten, wie beim Begleitschutz die Türen aufflogen, bevor noch die Fahrzeugkolonne zum Stehen kam. Es waren meistens eher die weniger wichtigen, aber dennoch vorsichtshalber schon mal als „gefährdet“ eingestuften, die Wert auf solchen Popanz legten. Die wirklich wichtigen haben auf solche Auftritte und vor allem auf solche Beeinträchtigungen der Bevölkerung meistens genervt reagiert und ihre Begleiter zu Zurückhaltung aufgefordert.

Es passt ins Bild dieses skrupellosen Politikers

Aber es passt ins Bild eines Mannes, in dessen Verantwortung das Großherzogtum Luxemburg zur Steuerumgehungsoase für globalisierte Großkonzerne wurde und der schon mal Sätze sagt, die folgendermaßen lauten:

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

oder auch:

„Wenn es ernst wird, muss man lügen.“

Wenn ein solcher Mann, den laut Aussage vieler Menschen aus der näheren Umgebung mit dem Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, eine übergroße Vorliebe zu edlen Weinen verbindet, so keinerlei Gespür für die Belange seiner Mitmenschen hat, dann wundert man sich nicht über den Hass und die Abneigung, die den europäischen Institutionen inzwischen aus der Bevölkerung entgegenschlägt. Und man wundert sich auch nicht, dass Völker, die frei über ihren Verbleib in der Europäischen Union abstimmen dürfen, von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen und sich der Inhaftnahme für Schuldenmacher entziehen. Und so ist es gar nicht „gut“ sondern im Gegenteil sehr schade, dass dieser fleischgewordene Inbegriff des Molochs der Europäischen Union nicht hören konnte, was die Menschen von ihm und seinem hochherrschaftlichen Auftritt halten.

Autor: Martin Wind

Die Einheit, der „rote Dany“ und sexueller Missbrauch

„Divide et impera“ – nach diesem Slogan handelt offensichtlich der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Er teilte seinen Koaltionspartnern von CDU und GÜNEN mit, dass er in diesem Jahr Daniel Cohn Bendit als Redner zur obligatorischen Feier des Tages der Deutschen Einheit in der Paulskirche gewonnen habe. Daniel Cohn-Bendit, das Enfant terrible, der europäischen Politik, der Straßenkampfgefährte Joschka Fischers und der intellektuelle Flügelmann des späteren hessischen Umweltministers. In aller Ruhe konnte Feldmann sich zurücklehnen und dem erwartbaren Hauen und Stechen zwischen seinen politischen Partnern zusehen. Und wie die Forelle beim Fliegenfischen instinktiv zubeißen muss, so sich eine Köderfliege auf die Wasseroberfläche senkt, so reagierten CDU und Grüne auf dieses Ansinnen.

„Die pädophile Vergangenheit“

Nicht zu Unrecht erinnerten Michael zu Löwenstein, CDU-Fraktionsvorsitzender im Frankfurter Stadtparlament an den durchaus bewegten und in Teilen auch anrüchigen Lebensweg Daniel Cohn-Bendits, dem er eine „pädophile Vergangenheit“ attestierte. Er bezog sich dabei auf Ausschnitte aus der Autobiographie „Der große Basar“ des grünen Politikers, in denen dieser 1975 unter anderem schrieb:

„Mein ständiger Flirt mit allen Kindern nahm bald erotische Züge an. Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen. Es ist kaum zu glauben. Meist war ich ziemlich entwaffnet. (…) Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Ich habe sie gefragt: „Warum spielt ihr nicht untereinander, warum habt ihr mich ausgewählt und nicht andere Kinder?“ Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt.“

Und noch 1982, als 37 Jähriger, schwelgte Daniel Cohn-Bendit genüßlich in Erinnerungen an seine Zeit als Erzieher in „alternativen Kindergärten“. In der Aufzeichnung einer französischen Fernsehsendung kann man ihn auf youtube bei seinem theatralischen Auftritt in einer Talkshow bewundern:

„Jetzt arbeite ich mit kleinen Kindern. Ach, was sie mit mir nicht alles tun! (…) Um 9 Uhr morgens gehe ich dahin zu meinen acht kleinen Knirpsen zwischen 16 Monaten und zwei Jahren. Ich wasche ihnen den Popo ab, ich kitzel sie, sie kitzeln mich, wir schmusen uns … (…) Die Sexualität eines Kindes ist etwas Fantastisches. Man muss aufrichtig sein, seriös. Bei den ganz Kleinen ist es etwas anderes, aber bei den vier bis sechsjährigen, wenn ein kleines fünfjähriges Mädchen beginnt, sie auszuziehen. Es ist großartig, weil es ein Spiel ist. Es ist ein wahnsinnig erotisches Spiel.“

Das Versagen der Medien

Inzwischen hat sich Daniel Cohn-Bendit wortgewaltig und empört von seinen früheren Aussagen distanziert. Er bezeichnet sie als unerträgliche Übertreibungen, die lediglich seinem Geltungsdrang und seiner überschäumenden revolutionären Attitude geschuldet gewesen seien. In allen Gesprächen und Interviews zu diesem mehr als delikaten Thema überlassen die Medien in der Regel ihm ohne weitere Nachfrage die Selbstentlastung. Einem umstrittenen Magazin aus Hamburg, dem SPIEGEL, genügte gar ein schlichtes „Nein“ auf die Frage, ob er je ein Kind „unsittlich“ berührt habe. Da kommt keine Nachfrage und es werden keine Erklärungen abgefragt, wie er denn überhaupt auf die Idee kam, sich gerade mit diesen sexuellen, vorgeblich phantasierten Themen profilieren zu müssen. Das zeigt eine erstaunliche Beißhemmung für eine Illustrierte, die sich sonst so gerne als investigativ, hartnäckig und unbestechlich geriert.

Niemand hat da Cohn-Bendit die Frage gestellt, was er persönlich denn als „unsittliche Berührung“ empfindet und niemand hat ihn gefragt, ob und gegebenenfalls warum er es zuließ, dass – wie er selbst genießerisch darstellt – ein Kind ihn „unsittlich berührt“ habe. Der Autor hat im Rahmen der Aufklärung sexuellen Missbrauchs innerhalb der Kirche weitaus „harmlosere“ Vorkommnisse geschildert bekommen, die dennoch klar als Missbrauchshandlungen bezeichnet und konsequent auch so behandelt wurden. Und da gab es keine schriftlich niedergelegten und mehrsprachig publizierten oder gar medial ausgestrahlten „Geständnisse“. Im Gegenteil!

Die peinliche Unterstützung

Für Cohn-Bendit ist das alles nur noch lästig: „Ich habe mich des Öfteren dafür öffentlich entschuldigt, mehr kann ich nicht tun. Ich habe diese Scheiße so satt!“ erteilt er sich in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau erneut selbst eine Absolution.

Das alleine genügt Manuel Stock,dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Frankfurter Stadtparlament, um für Dany, wie man Cohn-Bendit in seinen Kreisen liebevoll nennt, in die Bresche zu springen. Für ihn sind die oben zitierten Geständnisse nichts weiter als „unscharfe Äußerungen“. Was er an diesen Schilderungen an „Schärfe“ noch vermisst, wäre durchaus mal interessant zu erfahren!

Die Distanz zur nationalen Einheit

Abgesehen von der moralischen Tauglichkeit eines Festredners darf durchaus auch die fachliche Kompetenz oder – insbesondere bei Politikern – durchaus auch die ideologische Einstellung eine Rolle spielen. Kompetenz besitzt der „rote Dany“ allemal, denn reden kann er. Das beweist er immer und immer wieder bei politischen Auftritten oder als oft gebuchter Wortspender in Talkshows. Es war jedoch genau dieser wortgewaltige Dany, der 1990 im Frankfurter Magistrat durchsetzte, dass der damals bundesweit noch als Gedenktag an den 1953 stattgefundenen Aufstand der Werktätigen in der „DDR“ gegen das sozialistische Regime begangene 17. Juni, als Multikulti-Happening ohne Bezug zum nationalen Feiertag abgehandelt wurde. Weder von ihm noch von seiner Partei, den Grünen, sind Freudenbekundungen bezüglich der Erlangung der Freiheit für 16 Millionen Deutsche, den Untergang der real existierenden sozialistischen Diktatur noch über die Herstellung der territorialen Einheit Deutschlands überliefert. Eher im Gegenteil.

Es stellt sich demnach durchaus die Frage, was einen umstrittenen 71jährigen dazu treiben könnte, sich erneut den Auseinandersetzung mit den kruden Neigungen seiner Vergangenheit zu stellen. Was könnte Dany dazu bewegen, anlässlich der Feier des Jahrestages eines Ereignisses, das er mit großer Wahrscheinlichkeit keineswegs freudig begrüßte, solche öffentlichen Querelen auf sich zu nehmen? Er kannte die Problematik seiner Person doch schon seit Beginn des neuen Jahrtausends. Zuletzt hatte er sich 2013 im Vorfeld zur Verleihung des „Theodor-Heuss-Preises“ einer Diskussion seiner unappetitlichen Erinnerungen in aller Öffentlichkeit stellen müssen. Denn – davon gehe ich jetzt mal aus – zu einem so wichtigen nationalen Anlass wird er dann doch als überzeugter Politiker und Idealist ohne finanziellen Anreiz seine „Deutung der Deutschen Einheit geben, des Deutschlands heute, 26 Jahre nach der Wiedervereinigung“.

Das moralische Versagen der GRÜNEN

Vielleicht aber ist es ja doch der schnöde Mammon. Vielleicht ist es doch einfach nur die Höhe des Schmerzensgeldes, das den „roten Dany“ dazu bewegen kann, sich zu einem Thema zu äußern, das die einen zu feiern gedenken, zu dem er innerlich persönlich jedoch wahrscheinlich kaum einen positiven Bezug haben wird. Und vielleicht ist es ja doch das Klimpern der Talerstückchen, das ihn versgessen lässt, wie eine Diskussion wieder hochkocht, die einfach nur peinlich ist – für Ihn und seine Partei: Wie umgehen mit den vielen Versäumissen der GRÜNEN im Umgang mit sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in den Reihen der GRÜNEN. Dany ist bekanntermaßen nur eine der bekannteren Figuren aus diesem bis heute nicht aufgeklärten Sumpf der GRÜNEN Pädophilie. Hätte Cohn-Bendit Anstand, würde er jegliche öffentliche Betätigung inzwischen unterlassen. Hätten die GRÜNEN Anstand, würden sie ihn dazu drängen, sich öffentlich nicht mehr zu äußern. Aber auch im Fall Volker Beck schaffen die GRÜNEN es ja nicht, ihn aus der Öffentlichkeit zu nehmen. Da sollten die GRÜNEN sich endlich ein Beispiel nehmen an der konsequenten Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs und der inzwischen strikten Ahndung solchen Fehlverhaltens innerhalb der katholischen Kirche.

Autor: Martin Wind

München – eine Anfrage

Man kann über das Pistolenattentat in München immer noch nicht viel sagen, zumindest nicht viel zu den Ursachen, nicht viel, das diesbezüglich Substanz hätte. Vielleicht nur folgendes: Nicht alle, die eine dissoziale oder phobische Persönlichkeitsstörung haben, spielen Ballerspiele und laufen Amok, und nicht alle, die Ballerspiele spielen, tun dies aufgrund einer Persönlichkeitsstörung und werden bald darauf zu Amokläufern, aber Amokläufer haben auffällig oft schwere Persönlichkeitsstörungen und spielten in der Zeit vor der Tat ausnahmslos dauerhaft und intensiv Ballerspiele. Das ist der Befund.

An welchem Ende man nun sinnvollerweise ansetzen kann, um künftige Taten solchen Ausmaßes zu verhindern oder zumindest weniger wahrscheinlich zu machen, ist nun die Frage. Mir scheint es rechtlich und praktisch eher möglich, die Zugänglichkeit zu Computerspielen, die nichts anders beinhalten als die spielerische Durchführung einer Tat wie jener von München, drastisch einzuschränken, als sozial auffällige Jugendliche einer psychiatrischen Zwangsbehandlung zuzuführen. Es gibt kein Recht auf uneingeschränkten Zugang zu Ballerspielen, wohl aber eines auf eingeschränkte Fremdbestimmung im Bereich der eigenen Seele.

Interessieren wir uns noch füreinander?

Das heißt wiederum nicht, dass man einem Menschen, bei dem man feststellt, dass er außer Ballerspiele kaum noch Beschäftigung findet, nicht dringend zu therapeutischen Schritten raten sollte. Hier müssen Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter und – vor allem und zunächst – die Eltern aufmerksam sein. Denn dass ein Schüler sich ein ganzes Jahr lang intensiv auf seine Bluttat vorbereiten kann, ohne dass dies einer erwachsenen Bezugsperson auffällt, spricht für sich und gibt dem ohnehin grauenvollen Geschehen noch einmal eine fürchterliche Wendung. Wenn man mitten in Deutschland Amok planen kann, dann ist das nicht nur paradox, sondern auch eine Anfrage an unsere Gesellschaft: Interessieren wir uns eigentlich noch füreinander?

Autor: Josef Bordat

Keine Terroranschläge – nirgends!

Sie können beruhigt sein. Es wird in Deutschland keine Terroranschläge geben.
Das liegt nicht daran, dass der Islam zu Deutschland gehört (es gibt schließlich auch überall dort islamistischen Terror, wo der Islam eindeutig zur Kultur gehört), und das liegt auch nicht an der – im Gegensatz zum postkolonialen Frankreich – famosen Integrationspolitik, durch die perspektivlose Araber durch Arbeit und Teilhabe davon abgehalten werden, aus Langeweile Anschläge zu begehen, wenn Vergewaltigen seinen Kick verloren hat.
Es liegt daran, dass Deutschland vom Rest der Welt abgetrennt auf einer nebelumhüllten, schwer zugänglichen Insel der Seligen liegt, wo islamistischer Terror schlicht nicht stattfindet. Wenn überhaupt je Gewalttaten den Frieden jener Insel überschatten, dann die von Rechtsextremen oder psychisch Verwirrten.

Schnell Denkblockaden errichten

Wenn in einem Zug Reisende mit Axt und Messer angegriffen werden, dann ist zuerst einmal wichtig, dass nichts, aber auch gar nichts, den Medienschaffenden den Feierabend und den wohlverdienten Schlaf der Gerechten raubt, wie Klaus Kelle ja schon betreffend des Putschversuches in der Türkei bemerkt. Die Angabe man werde „hier in Kürze weiterberichten“, hält den deutschen Bürger immer aktuell auf dem neuesten Stand.
Sodann wird, obwohl man ansonsten noch nichts Genaues weiß, so lange wie möglich von einem „Amoklauf“ gesprochen. Warum? Wenn Motive und Hintergründe völlig unbekannt sind, dann können wir von einem „Angriff“ sprechen, um in alle Richtungen offen zu sein für Ergebnisse, die die Ermittlungen bringen werden. Aber nein, was nicht sein soll, kann und darf nicht sein, also aktivieren wir vorsorglich die Denkblockade, um ja nicht das allgemein Naheliegende zu denken.

„Amoklauf“, da denken wir unweigerlich an, sagen wir, Malte-Kevin Schmitz, Chemnitz, der ausrastet, weil seine Freundin ihn verlassen hat, ein hochqualifizierter Syrer ihm seinen Job wegzunehmen droht, oder er ein Pokémon nicht gefangen hat. Dummerweise aber stellte sich dann doch heraus, dass es ein Afghane war, und noch dümmererweise auch noch ein Asylbewerber der Kategorie jung, männlich, muslimisch, der sich erst seit Kurzem in Deutschland aufhielt. Nachtigall, ick hör dir trapsen, aber nicht die deutsche Öffentlichkeit, die deutsche Öffentlichkeit beklagt, dass Polizisten ihre Pflicht getan, sich selbst geschützt, und den Täter erschossen haben.

Für manche unfassbar: Ein Attentäter wird getötet

Liebe Frau Künast, wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass Täter in diesem Land erschossen werden. Sie können nicht erwarten, dass sich Polizisten zerhacken lassen, um Ihr Multikultimärchen nicht zu gefährden!

Die Strategie, Terrorakte als das Werk psychisch Gestörter hinzustellen, mag Deutschland tatsächlich effektiv schützen: Schließlich möchte ein Terrorist gerne als solcher anerkannt werden. Es wäre ein wenig ehrenrührig für Möchtegernmärtyrer, wenn sie sich demnächst in Köln, Berlin oder München in die Luft sprengen, und bloß als psychisch Kranke in die Geschichte eingehen. Den jungen Afghanen, der bei seiner Tat „Allahu akbar“ gerufen haben soll (aber wer kann schon Arabisch in unserem Land, es hätte alles Mögliche sein können…), und der in seinem Zimmer eine selbstgemalte IS-Flagge hängen hatte, hat diese Gefahr der Degradierung allerdings nicht von seiner Tat abhalten können.

Autor: Anna Diouf