Gottesdienst – wirksam gegen Hoffnungslosigkeit

Es ist sinnvoll in die Kirche zu gehen. Was jeder praktizierende Katholik intuitiv weiß, bestätigte jüngst eine Studie. Unter 6999 katholischen Frauen, die in einer soziologischen Studie teilnahmen und die alle regelmäßig den Sonntagsgottesdienst besuchen, gab es keinen einzigen Suizid. Das Risiko Selbstmord zu begehen beziffert die Studie als siebenmal geringer als es bei einer evangelischen Vergleichsgruppe festgestellt wurde.

Man traue keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat. Das gilt für Politiker ebenso wie für Kolumnisten und ihre Leser. Bringen wir der Studie als das gebührenden Mißtrauen entgegen. Doch dann bleibt immer noch eine auffallend geringere Zahl. Das sei interessant, so der katholische Soziologe Marcos Regnerus dazu auf Facebook. Allein die große Zahl läßt den Soziologen ehrfürchtig werden. In der Soziologie ist man viel mutigere Feststellung auf Grund viel kleinerer Zahlen gewohnt. Auch wer kein Soziologe ist, kann der Studie eines entnehmen: Gläubige, praktizierende Katholikinnen sind signifikant weniger suizidgefährdet.

Jeder Sonntagsgottesdienst – ein Osterfest

Als Katholik feiert man – zumindest an jedem Sonntag – Leiden, Tod und Auferstehung Christi. Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest. Selbst in der dunklen Jahreszeit strahlt dieses warme Licht vom Sonntag aus über die Woche. Es geht dabei nicht um Frauen, die ab und an mal in die Frauenmesse der kfd gehen. Es geht nicht um Frauen, die eine rege Weihnachtskirchgehkultur betreiben. Kern der Aussage ist die Regelmäßigkeit des Kirchgangs. Und erst dann entwickelt die Entdeckung der Soziologen einen tieferen Sinn. Wir feiern am Sonntag den innersten Kern des Heilsgeschehens. Wer allen Ernstes glaubt, das sei mal eben nebenbei zu kapieren, wenn man ein bis dreimal im Jahr in die Kirche geht, täuscht sich gewaltig.

Die Heilsbotschaft, daß Gott Mensch geworden ist, für unsere Sünden gestorben ist und vom Tode auferstanden ist, sperrt sich dem menschlichen Verstand. Wer viel denkt und wenig betet, wird logischerweise irgendwann Atheist. Der entdeckt mit dem Atheismus die Sinnlosigkeit dieser Welt. Der Schritt hin zum Wunsch nach Nichtexistenz ist dann zuweilen nur ein halbes Dutzend Verzweiflungen entfernt.

Tut dies zu meinem Gedächtnis

Es braucht also die Regelmäßigkeit des feiernden Mitvollziehens der Heilsereignisse. Es braucht die Wiederholung. Und wie eben kaum ein Lateinlehrer müde wird, den Schüler den Spruch von der Repetitio, die die Mutter des Lernens ist, so ist es die stete Wiederholung der Hl. Messe, die das Lernen dessen bewirkt, wie Gott an uns gehandelt hat. Immer wieder und wieder und wieder vollzieht der Katholik mit, was der Herr selber den Aposteln aufgetragen hat: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Man könnte es deuten als: Tut dies immer wieder, damit es sich unauslöschlich einbrennt in Eure Erinnerung.

Wie schnell vergessen wir Menschen, was uns oberflächlich im Gedächtnis ist. Doch was in die Tiefe gekommen ist, wieder zu vergessen ist bei weitem schwerer. Und so wird klar, woher die Hoffnung rührt, die gläubige, praktizierende Katholikinnen vom Suizid abhält. Die Hoffnung wider alles Erleben von Trauer, Leid, Schmerz und allem Schweren, ist tiefer ins Gedächtnis vorgedrungen als es die Hoffnungslosigkeit jemals vermag. Das ist das Geheimnis dahinter. So mögen sich die Soziologen verwundert die Augen über das reiben, was unsere Großmütter ihnen zwischen Suppe und Kartoffeln auch hätte sagen können.

Autor: Peter Winnemöller

Wehret den Anfängen – Meinungsfreiheit gegen Zensurpolitik

Zum 9.11. gingen – neben den Gedenken an den Mauerfall – auch wieder Berichte über die sogenannte Reichspogromnacht durch die Presse. Man sieht die Bilder von brennenden Synagogen, man sieht aber auch die Bilder von eingeschlagenen Ladenfenstern, man sieht die verängstigten Gesichter von Menschen, die aufgrund ihrer Religion am Pranger stehen. Man sieht all das und fragt sich: Wie konnte es soweit, und anschließend noch weiter, kommen?

Faschismus

Eine der Wurzeln des Faschismus, so habe ich das mal gelernt, ist die Unterscheidung zwischen „denen“ und „wir“. Hat man diese Differenzierung erst mal geschafft steht der Propaganda gegen „die“ nichts mehr im Weg: Die waren immer schon anders, die sind nicht so wie wir! Vorsicht ist bei denen geboten, mit denen gibt man sich besser nicht ab! Man kauft nicht mal bei denen! Am einfachsten, aber auch plumpsten, ist das mit äußeren Merkmalen, und machen wir uns nichts vor, Nasenformen sind noch heute ein Erkennungsmerkmal der Herkunft, das so mancher beachtet. Das ist erst mal gar nichts Schlimmes, so lange die Komponente der Propaganda nicht dazu kommt. Wer also sich heute hinstellt und behauptet, der dunkelhaarige und dunkeläugige Typ sei immer eine Gefahr, dann geht er den nächsten Schritt in Richtung Faschismus.

Davon zu unterscheiden sind allerdings Erfahrungswerte: Terroranschläge werden in Europa in der jüngsten Vergangenheit nicht durch hellhäutige blonde Frauen sondern durch „südländisch“ aussehende Männer begangen. Da ist es schon nicht ganz einfach aber ein Zeichen von Zivilisation, seine Vorurteile in Frage zu stellen – nicht jeder, der so aussieht, ist ein Terrorist! Nicht jeder, der so aussieht, lauert am Kölner Hauptbahnhof Frauen auf. Trotzdem zeigt die Erfahrung, dass diejenigen, die das tun dem beschriebenen Muster vielfach entsprechen. Faschismus? Nein, ist es nicht, vielleicht in den menschlichen Genen liegender Kollektivismus, den man aber rational angehen kann. Gegen seine eigenen Vorurteile kann man kämpfen.

Irrationale Verdrängung

Irrational dagegen ist, wenn man die Ursachen (vielleicht) vermeintlicher Vorurteile nicht mehr benennen darf. Wenn man nicht mehr sagen darf, dass es eben keine Attacken von Vans auf Fußgänger gibt, sondern solche Anschläge von Menschen begangen werden, die einer bestimmten Religion anhängen. Besteht die Gefahr, dass aufgrund dieser Information manche ihre Vorurteile bestätigt sehen? Ja sicher. Sollte man deshalb diese offensichtlich bestehenden Muster verschweigen? Auf keinen Fall. Genau das ist aber politisch und medial gewünscht: Hintergrund des islamistischen Terrors soll nicht mehr der Islam sein sondern höchstens noch die kulturellen Unterschiede zu den Herkunftsländern, besser noch eine gescheiterte Integrationspolitik, deren Bringschuld auf Seiten des Einwanderungslandes liegen soll. Was für eine Umkehrung von Wahrheit!

Und wer etwas anderes sagt? Wer darauf hinweist, dass der Islam und die Scharia nicht kulturkonform zu einer christlich geprägten säkularen Gesellschaft sind? Der ist ein Rechter, der ist ein Rassist, der ist ein Faschist! Und da haben wir ein Unterscheidungsmerkmal: Das der politischen und gesellschaftlichen Einstellung. Der Mainstream tickt sozialistisch und staatsorientiert, die Minderheit konservativ und freiheitsorientiert. Letztere bestehen darauf, auch mal ein Stachel in der Seite der Friede-Freude-Eierkuchen-Gesellschaft zu sein. Integration? Schön und gut, aber was, wenn die nicht funktioniert? Was wenn die Menge der zu integrierenden Menschen und/oder die kulturellen Unterschiede zu groß sind? Was, wenn sich manche nicht integrieren wollen? Mit Migranten aus europäischen und westlich geprägten Ländern, selbst aus dem asiatischen Raum mit buddhistischer oder hinduistischer Prägung, gibt es keine vergleichbaren Integrationsprobleme wie mit Menschen aus islamischen Ländern. Mit allen? Nein, nicht mit allen, aber das Muster ist erkennbar und muss daher auch angesprochen werden.

Sprechverbote und mehr

Und wie schützt sich der Mainstream vor den anderen, vor den gesellschaftlichen Störenfrieden „von rechts“? Sprechverbote sollen es sein. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist ein solches Propagandainstrument: Um Bußgelder zu vermeiden sollen soziale Medien vermeintliche Hasspostings, die rechtswidrig erscheinen, löschen. Die Unternehmen sollen damit hoheitliche Aufgaben wahrnehmen. Nicht mehr ein Richter entscheidet sondern die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens. Machen wir uns nichts vor: Mit dem NetzwDG werden Facebook und Co. eher mehr löschen als notwendig. Wer schreibt, was ein politischer Mainstream als störend empfindet, der riskiert medialen Ausschluss – im Konkreten Sperren bei Facebook, Twitter etc. Die unternehmerische Entscheidung wäre nachvollziehbar, wenn nicht die Politik mit eingreifen würde. Es ist eben keine freie Entscheidung mehr sondern eine unter dem Eindruck von Strafandrohungen. Keine Ahnung, ob Facebook islamkritische Postings auch aus eigenem Antrieb löschen und seine Funktion als Plattform für Meinungsaustausch ad absurdum führen würde. Sicher aber passiert das heute im Blick auf die neue Rechtslage.

Aktuelles Beispiel: Eine Sperre von sieben Tagen gegen die Publizistin Birgit Kelle. Ihr Vergehen: Sie hat auf eine Problematik der islamischen Vorschriften zur Verhüllung von Frauen hingewiesen. Auslöser ist die Nachricht, dass der Spielzeugkonzern Mattel eine Barbiepuppe mit Hidschab auf den Markt bringen will. Das ist eine unternehmerische Entscheidung, die allerdings meinungsbildende Wirkung hat. Der Kommentar von Kelle: „Toll! Und jetzt noch das Barbie-Spielhaus, um lustig nachzustellen, wie Ken seine Barbie auspeitschen oder steinigen lässt, weil sie den Hidschab abgelegt hat. Frauenunterdrückung ist kein Spielplatz @Mattel“ Das ist mehr Säbel als Florett, aber kein Hassposting. Birgit Kelle weist auf einen Missstand hin, den sich unsere Gesellschaft durch die Akzeptanz islamischer Bekleidungsregeln einhandelt. Kann man da eine andere Meinung haben? Sicher. Aber ist die von Kelle vorgetragene Meinung so abwegig, dass ihre Veröffentlichung eine Gefahr darstellt?

Kauft nicht bei …

Die Unterscheidung ist getroffen: „Wir“ die Gutwilligen, die Integrationsförderer, diejenigen, die „Flüchtlinge“ schützend aufnehmen ohne Ansehen von Hautfarbe, Religion, Rasse, Geschlecht … gegen die „Anderen“, die auf Gefahren hinweisen, die deutlich machen, dass Integration kein Selbstgänger ist und zuallererst von Migranten gewollt und angegangen werden muss, und dass diese Voraussetzungen zur Integration nicht in allen Kultur- und Religionskreisen gleichermaßen anzutreffen sind. Und „denen“ darf man dann auch den Mund verbieten, „denen“ darf man die Wohnung kündigen, „denen“ darf man für ihre Meinung keine Öffentlichkeit bieten. „Deren“ Meinungen werden mit Hinweisen wie „potenziell Fakenews“ markiert, „die“ versehen wir mit dem Stigma der Sperre ich sozialen Medien. „Die“ werden immer mit dem Zusatz „umstritten“ belegt, „die“ treffen sich nicht mehr sondern „marschieren auf“, „die“ argumentieren nicht sondern „agitieren“. Wer sich mit „deren“ Positionen konstruktiv auseinandersetzt, gerät in die Gefahr der gleichen gesellschaftlichen Ächtung, mit „denen“ redet man nicht, wenn man nicht sicher ist, dass „sie“ als Verlierer aus einer Diskussion herausgehen. Die, die anderen sind die Bösen!

Spiel nicht mit denen, redet nicht mit denen, kauft nicht bei … hoppla!

P.S. Und ich höre es schon: „Sie wollen doch das Sperren auf Facebook nicht mit dem Holocaust vergleichen?“ Wer so redet, hat nichts verstanden!

Autor: Felix Honekamp

Herzerwärmend: Von Lichtern und St. Martin

Martinsumzüge und Weihnachtsmärkte in der dunklen und kalten Jahreszeit wärmen das Herz. Schon längst hat der Sozialstaat den Hl. Martin überflüssig gemacht. Bettler gehen in die Kleiderkammer nicht zum Bundeswehroffizier, wenn sie frieren. Weihnachten ist längst ein Hochfest des Kommerz. Die Geburt des Kindes in der Krippe von Bethlehem ruft allenfalls noch das Jugendamt auf den Plan.

In der Tat sind ja nur noch eine Minderheit der Menschen in Deutschland bekennende und praktizierende Christen. Da ist die Botschaft einen heiligen Bischofs und Einsiedlers oder eben auch die Weihnachtsbotschaft, dass Gott Mensch geworden ist, keine Nachricht mehr. Aber wir sind gute Menschen, deshalb ist ja Martin den kleinen Kindern ein Vorbild. Und wir sind Romantiker, deshalb ist die Weihnachtsfeier – beginnend irgendwann Mitte November – so herzerwärmend.

Christlichen Feste sind keineswegs harmlos

Manche jedoch sind klüger als andere und wissen darum, dass diese christlichen Feste keinesfalls so harmlos sind, wie die Romantik uns glauben machen möchte. Martin teilte seinen Mantel mit dem frierenden Bettler, weil Armut eine Wirklichkeit ist. Gott wurde Mensch, weil der Mensch der Erlösung bedarf. Das darf nicht sein! Der Sozialstaat löst die Armut und der moderne Mensch hat gefälligst gut zu sein. Selbst in Kirchen wird das gepredigt. Unter dem Mantel der Toleranz, der übrigens nicht geteilt werden darf, bekämpft man nicht nur die Namen der Feste sondern auch deren Inhalte.

Aus dem Fest des Heiligen Martin von Tours wird eine Sonne, Mond und Sterne- Fest. Aus dem Weihnachtsmarkt wird zuweilen ein Lichtermarkt, wie z.B. in Elmshorn. Andere Orte finden andere vermeintlich neutrale Namen. Nun muss man, um der Wahrheit Ehre zu geben, ja zugeben, dass gerade konservative Katholiken mit dem Begriff Weihnachtsmarkt durchaus fremdeln. Gar nicht mal so sehr, weil Weihnachten ja noch gar nicht begonnen hat, ja nicht einmal der Advent wäre auch nur schon in der Nähe. Allenthalben hört man in diesem Jahr von einem kurzen Advent. Nein, er beträgt vier Sonntage, wie in jedem Jahr, die symbolisch für 4000 Jahre Wartezeit auf den Erlöser der Welt stehen. Und ja, er hat ein paar weniger Tage für die Weihnachtseinkäufe, aber allem Kommerzgerede zum Trotz „Jesus is the reason for the season!“. Mit diesem Motto gingen vor ein paar Jahren vor allem amerikanische junge Christen gegen den überbordenden Kommerz zu Weihnachten vor.

Sie wissen nicht, was sie tun

Die religiöse Basis für die Feste ist, wie oben gesehen, längst weggebrochen. Nun beginnt zu Bröckeln, was an kulturellen Derivaten aus dem Glauben hervorgegangen ist und lange Zeit so reiche Früchte für unsere Gesellschaft getragen hat. Das nämlich ist der Kern des Problems, mit dem wir derzeit zu kämpfen haben und das uns Allerheiligen kostet und Halloween beschert. Ein Phänomen, das uns St. Martin verleidet, aber auf Laternenumzüge nicht verzichten will. Einen schönen Laternenumzug macht hier vor Ort der evangelische Kindergarten. Die feiern einen Heiligen! Vor wenigen Jahren noch hätte man vom Oberkirchenrat noch eine strenge Rüge für derart papistische Umtriebe bekommen. Sie wissen nicht, was sie tun. Weihnachten wird aus Gründen der Toleranz zum Lichterfest. Das Kind in der Krippe stört die Toleranten ebenso wie es den Kommerz stört.

Was noch nicht auffällt, ist die Leere, die aus dem Wegbrechen der Kultur entsteht. Es ist ein Irrtum zu glauben, man könne kulturellem Handeln einfach einen neuen Namen verpassen und den Kern ignorieren. Das vom Kern befreite Fest wird ein kurzes Eigenleben entwickeln, und dann an seiner eigenen Sinnlosigkeit zerbrechen. Schon jetzt will man den vierten Sonntag im Advent die Geschäfte öffnen, weil der Advent so kurz ist. Bald werden wir darüber diskutieren, warum wir am ersten Weihnachtstag nicht mit der Familie einkaufen gehen können. Da kann man sich die Geschenke doch direkt aussuchen.

Es wird ein Vakuum entstehen

Wir werden bei fortschreitender Entwickelung unsere Kultur so weit aushöhlen, dass am Ende nichts mehr davon übrig bleibt. Dann, wenn dieses Vakuum entstanden ist, kommt es zum Schwur. Wer oder was wird in ein bis zwei Generationen bereit stehen, dieses religiöse und kulturelle Vakuum zu füllen? Denn dass sich dieses Vakuum füllen wird, daran besteht kein Zweifel.

Autor: Peter Winnemöller

„Freiheit“ ist Toleranzfähigkeit gegenüber Andersdenkenden

Bitte distanzieren Sie sich erst einmal! Egal wovon, von irgendetwas ganz gruseligem, wie der jüngst in den Bundestag eingezogenen Partei. Im Diskurs erlebe ich das in jüngster Zeit öfter. Es ist ein gängiges Muster in den Sozialen Medien. Immer dann, wenn ein Konservativer auf einen (zumeist) Linksliberalen trifft.

Das Motiv dahinter ist im Grunde ganz einfach. Man geht nicht auf Argumente pro oder contra ein, sondern ist bemüht, den Gesprächspartner zu diskreditieren. Der wiederum hat den Schwarzen Peter doch erst einmal beweisen zu müssen, daß er diskursberechtigt ist.

Wenn die „falsche Person“ etwas sagt …

Es geht dann sehr schnell nicht mehr darum, ob z.B. Gendermainstreaming sinnvoll ist oder nicht. Kern der Unterhaltung ist sehr schnell, ob denn dieser oder jener, der die Haltung auch vertritt nicht gar rechtsextrem ist. Das Denkverbot ergibt sich nicht aus dem Gedanken an sich, sondern daraus, wer noch so denkt.

In der Tat ist es ja so, daß AfD, Identitäre und andere durchaus Ansichten vertreten, die dem Grunde nach originär Konservativ sind. So manch ein gruseliger Nationalist, Rassist oder Sexist vertritt zuweilen in anderen Bereichen durchaus aus als sinnvoll zu bezeichnende Positionen. Nun ist es allerdings wenig sinnvoll zu behaupten, Lebensrecht für alle Menschen sei eine rechte Position, nur weil rechtsextrem denkende Protagonisten zuweilen gegen Abtreibung sind. Doch genau das passiert. Du bist gegen Abtreibung? Die AfD ist auch gegen Abtreibung! Distanzier Dich erst mal von der AfD! Dann muß man nicht mehr über Abtreibung reden.

… dann „darf“ selbst „das Korrekte“ nicht „richtig“ sein.

Der tiefere Sinn ist tatsächlich eine von Linken immer häufiger angewandte Strategie der Diskursverweigerung. Mehr und mehr Menschen erkennen, daß linke Welt- und Gesellschaftsmodelle nicht funktionieren. Sie haben noch nie funktioniert und sie werden nicht funktionieren. Doch da gilt es Pfründe zu verteidigen. Allein in Deutschland gibt es um die 200 Genderlehrstühle. Man entzieht sich bislang erfolgreich einer neutralen Evaluierung, was natürlich völlig unwissenschaftlich ist. Gender hat bislang noch eine linke Politmacht im Rücken. Gender ist tief in die öffentliche Verwaltung eingedrungen und hält in Form eine Aufklärung zu Diversität in allen Schulfächern munter Einzug in die Schule. Doch es regt sich Widerstand. Die meisten Menschen in unserem Land denken bürgerlich, das ist zu unterscheiden von konservativ, aber die Überschneidungen sind weitaus größer als gedacht. Gegen diesen Widerstand wütet eine linke Diskursverweigerung. Alles was nach rechts riecht, wird aus dem Diskurs gekegelt.

Weisen Sie doch erst mal nach, daß Sie nicht AfD sind! Zack, Ende, fertig!

Die verführerische Leichtigkeit der Ausgrenzung

Der Widerstand aus der Mitte verschwindet nicht, er verstummt. Und er weckt Schläfer an den Enden der politischen Extreme. Wo in der Mitte der Gesellschaft nicht mehr die Debatte um den richtigen Weg geführt werden darf, verlagert sich die Debatte nach außen. Wo in der Mitte die Freiheit nicht verteidigt wird, da fällt sich rechten oder linken Extremen zum Opfer.

Es ist schon eine Einschränkung der Freiheit, wenn wissenschaftliches Arbeiten in jedem nur denkbaren Fach die sogenannte Genderperspektive zu berücksichtigen hat. Spätestens hier sollte jedem Auffallen, daß Gendermainstreaming ein Widergänger des Dialektischen Materialismus ist. Wenn es Studenten und Dozenten nicht mehr können, braucht es vielleicht die Stimme eines Kindes, den nackten Kaiser zu entlarven. Es gibt Jungen und es gibt Mädchen. Und die unterscheiden sich voneinander. Das ist alles.

Derzeitige Diskurshegemone unterdrücken den freien Austausch der Gedanken

Mehr und mehr tritt das gefährliche Schweigen ein. Hinter vorgehaltener Hand im Wohnzimmer – bei abgeschalteter Alexa – wenn man unter Freunden ist, wird Tacheles geredet. Ansonsten spricht man mit Disclaimern oder windet sich diplomatisch. Ein falsches Wort kann das berufliche Aus bedeuten.

Es ist demgegenüber gerade das Kennzeichen einer freien Gesellschaft, immer und überall frei reden zu dürfen. Mache sich jeder klar, wie sehr der Grad unserer Freiheit schon eingeschränkt ist, wenn man bei fast jedem Satz nachdenken muß, ob man nicht irgendetwas einschränken muß.

Zwischenmenschlicher Umgang gegen ideologische Ausgrenzung

Es ist Zeit, das offene Wort zu suchen und wieder ohne Disclaimer auszusprechen. Und es ist Zeit, mit dem örtlichen AfD- Abgeordneten auch dann auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein zu trinken, wenn man seine Ansichten zutiefst verabscheut.

Wer mir eine der Freiheit feindliche Gesinnung unterstellen will, der ist in der Beweispflicht. Nicht ich muß nachweisen, mit wem ich rede, um im Diskurs zu bleiben.

So geht Freiheit.

Autor: Peter Winnemöller

Gewagt – Eine Lanze für Horst

„Abgesprungen wie ein Königstiger, gelandet als Bettvorleger“, „Drehhofer“, „Umfaller“ oder auch „Merkels Marionette“, so und ähnlich klang in den vergangenen Monaten die Häme, wenn das Gespräch auf Horst Seehofer kam. Der Ministerpräsident des Freistaates Bayern und Vorsitzende der CSU hat bei oberflächlicher Betrachtung in der Tat seit 2015 eher selten eine gute Figur in der Bundespolitik gemacht.

Aber wieso meinen so viele Menschen, dass Seehofer keinen Erfolg gehabt habe? Orientieren sich die meisten an der veröffentlichten Meinung führender Medien, weil man sich bei vielen politischen Vorgängen leider auf diese Medien verlassen muss? Wir wissen aus einer Statistik vom Januar 2017, dass rund 50 Prozent der Journalisten eine rot-dunkelrot-grüne Partei präferieren. Von den rund 9 Prozent, die sich der CDU/CSU nahestehend empfinden, ist die Mehrheit eher der CDU zugeneigt. Es bleiben nicht mehr viele übrig, die von Grund aus einen CSU-Vertreter „wohlwollend begleiten“.

Will Seehofer sich selbst erledigen?

Es wäre zu kurz gesprungen, das Bild Seehofers ausschließlich auf eine Antipathie der Journaille zu schieben. Seehofer selbst hat durch sein Verhalten massiv dazu beigetragen. Wir erinnern uns an seine Forderungen und Versprechen, von denen nicht viel übrig geblieben ist. Letzten Endes konnte man den Eindruck gewinnen, da wolle sich jemand politisch selbst erledigen. Aber genau das sollte stutzig machen. Seehofer ist ein erfahrener und ausgeschlafener Politiker. Er kennt das Parkett, auf dem er sich bewegt. Er kennt Berlin, er kennt die dortigen Akteure, die Mechanismen, seine Freunde oder auch seine Feinde, wie Angela Merkel.

Jetzt sollte man die weniger offensichtlichen Effekte des Seehoferschen „Scheiterns“ betrachten. Es ist ihm mit seinen Maximalforderungen immerhin wieder und wieder gelungen, dass bestimmte Aspekte des Regierungshandelns in den öffentlichen Diskurs gezerrt wurden. Schwer vorstellbar, dass das den Strategen im Kanzleramt um Merkel gefallen hat. Dort fällt man Entscheidungen gerne über die Köpfe des Kabinetts, der Fraktion, des Parlaments und des Volkes hinweg. Die unkoordinierte und konzeptlose Einreisepolitik der Kanzlerin, die Obergrenze, die Grenzschließung, die Verteilung von illegal Eingereisten auf das Bundesgebiet, die mehr als mangelhafte Abschiebepraxis für abgelehnte Eingereiste, all das kam und kommt auch durch Bemerkungen und Forderungen Seehofers zur Sprache. Er benennt Probleme, stellt maximale Forderungen, er jagt die Kanzlerin und erzwingt Entscheidungen. Diese mögen im Ergebnis nicht seinen formulierten Ansprüchen entsprechen, dennoch hat er den Lauf der Politik geändert.

Es keimt ein verwegener Gedanke

Erstaunlich daran ist, dass er trotz vermeintlicher Niederlagen unverdrossen genau mit diesem Spielchen weitermachte. Und nun kommt ein gewagter Gedanke, der aber im großen Spiel der Politik so selten gar nicht ist: Was, wenn ihm die Niederlagen egal, aber die Effekte sehr wichtig sind? Was, wenn er die Kanzlerin vor aller Augen vorgeführt hat, um sie von ihrer Politik abzubringen? Was, wenn Seehofer das Wohl des Volkes und der Nation über seine weitere politische Karriere gestellt hat? Aus der Großen Koalition aussteigen konnte er nicht. Merkel hätte ohne zu zögern die Grünen ins Boot geholt. Dann hätte die CSU überhaupt keinen Einfluss mehr gehabt. Merkel hätte ihre, aus Sicht der CSU desaströse Politik noch verschlimmern können. Widerstand von Seiten der Grünen war und ist nicht zu erwarten.

Horst Seehofer muss nichts mehr erreichen. Er war Minister in Berlin, er ist noch Ministerpräsident in Bayern und Vorsitzender der CSU. Seehofer hat keine höheren Ziele mehr. Derzeit sitzt er noch in der großen Runde der Koalitionsverhandler. Kaum anzunehmen, dass er dort plötzlich aus Gründen des Pragmatismus eine noch weiteren Verortung der CDU im linken Milieu und einer Verbrüderung mit den Grünen ohne Widerspruch zuschaut. Aus konservativer und bürgerlicher sowie liberaler Sicht könnte Horst Seehofer in den vergangenen zwei Jahren seines Agierens mehr für das Volk und die Nation getan haben, als das von der Kanzlerin sedierte Parlament oder auch Merkel selbst. Und je länger ich darüber nachdenke, umso unglaublich wahrscheinlicher scheint mir dieser Gedanke.

Autor: Martin Wind

Reformation – ein Nachklapp

Es ist vorbei! 500 Jahre Reformation sind erfolgreich bewältigt. Gab es denn überhaupt einen Grund zu feiern? Wohl eher nicht. Wurde überhaupt ordentlich gefeiert? Auch das war eher Fehlanzeige. Nach dem Kirchentag in Berlin war die Luft raus. Nur noch ein dünnes Luthersäuseln hier und da. Eher war man katholischerseits damit beschäftigt, sich je nach Anschauung ökumenisch anzubiedern oder vor selbigem zu warnen.

An der einen oder anderen Stelle gab es den Wunsch nach einem gemeinsamen Christusfest. Aber sorry, Christusfest? Die Kirche feiert ein ganzes Kirchenjahr lang Christus. Vom ersten Advent bis Christkönig ist jeder Sonntag ein Christusfest. Darum ordnet sich ein Festjahr, das in seiner Gesamtheit, egal ob Marien-, Heiligen- oder Herrenfest auf Christus hinweist.

Nett gemeint …

Evangelischerseits mag die Einladung nett gemeint sein. Die einzelne Gemeinde mag sich in die Pflicht genommen gefühlt haben, doch unterm Strich war das doch reiner Popuilismus.

Die Reformation, die hier großartig zu feiern vorgegeben wurde, hat unterm Strich Trennung, Streit und Krieg gebracht. Mit dem 30-jährigen Krieg fand das seinen Höhepunkt. Dieser zog wie ein andauernder Orkan über unser Land und brachte Verwüstung, Tod und Terror im Namen der Religion. Was gibt es da zu feiern?

Instinktiv haben viele wohl gemerkt, daß es wenig Grund zu feiern gibt. Allenfalls romantisch zu nennen sind Träume von einem gemeinsamen Abendmahl ohne gemeinsames Amt. Förmlich zerschellt sind die Träume von einem Papstbesuch zum Reformationstag in Deutschland. Der Papst war zu Besuch beim lutherischen Weltbund. Die EKD – die evangelische Kirche in Luthers Heimat – ist da nicht Mitglied. Das sagt auch was.

Ökumene in Deutschland? Werbeschauspiel …

Es nützt auch nicht wirklich etwas, im Sinne der Einheit im Glauben, wenn Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm publikumswirksam zusammen durch Jerusalem flanieren und auch sonst auf Harmonie machen. Es ist gut, wenn der DBK- Vorsitzende und der EKD- Vorsitzende sich persönlich gut verstehen. Persönliche Sympathie und räumliche Nähe der Wirkungsorte verkürzen so manchen Weg, der sonst wesentlich länger wäre. Doch in Wahrheit ist Ökumene in Deutschland vor allem PR. Als wäre ins Sachen Einheit etwas machbar.

Die Einheit im Glauben, die zu einer Einheit der Kirche führt, ist ein Geschenk des Heiligen Geistes. Das erkennt man an der Rückkehr eines Teils der Anglikaner in die Kirche. Das sieht man an der immer konkreter werdenden Chance der Piusbruderschaft eine Personalprälatur zu werden. Die Einheit ist ein Wesensmerkmal der Kirche. Darum kann es nur eine Form der echten Ökumene geben: Die freie Rückkehr in die Einheit. Aspekte wie „versöhnte Verschiedenheit“ sind keine Einheit und auch keine echte Option für die Kirche. Eine friedliche Koexistens ist politisch. Das ist keine Existenz in der Wahrheit.

Einheit ohne Wahrheit geht nicht

500 Jahre nach der Reformation mögen viele Wunden verheilt sein und man kann gut miteinander reden. Das sollte niemand geringschätzen. Doch in gleicher Weise sollte sich niemand Illusionen machen. Eine Einheit ohne Wahrheit wird es nicht geben. Am Ende zerschellen Populismus und Wunschdenken an dieser einfachen Wirklichkeit.

Es ist gut, daß das Feiern und Gedenken nun ein Ende hat.

An vielen Stellen in der Kirche und ganz besonders im Rat für die Einheit der Christen im Vatikan wird ganz still und sehr, sehr intensiv Ökumene betrieben. Das ist Schwerstarbeit und ein Monsterwerk an Kommunikation. Im Gegensatz zu dem, was sich der deutsche Michel denkt, ist Ökumene ein weltkirchliches Thema. Die EKD ist da gerade mal eine Fußnote.

Ökumenisch: der Buß- und Bettag

Und wenn es wieder einen evanglischen Feiertag in Deutschland geben soll, dann streitet doch bitte für den Buß- und Bettag, denn da kann ein Katholik ganz ökumenisch mitgehen. Der Reformationstag ist kein Tag der Versöhnung und wahrlich kein Tag für ein Fest.

Autor: Peter Winnemöller

Früher war mehr Lametta. Nicht.

Der 24. Oktober ist vorbei, und überrascht haben wir an diesem Tag festgestellt: In zwei Monaten ist Heiligabend. DerReformationstag ist ins Land gegangen und die Feiertage Allerheiligen und Allerseelen liegen hinter uns. Wenden wir uns dem kommenden Fest zu, reden wir darüber.
Vorzugsweise über frühere Weihnachten. Als alles besser war. Als die Familie gemütlich beisammen saß und sich die Christbaumkerzen in seligen Kinderaugen spiegelten…

Ach so, ja, stimmt, das Bild stammt aus der Cola-Werbung und aus alten Hollywoodfilmen.

Aber wie war das wirklich, im eigenen „früher“? Ich habe heute mal zurückgedacht.

„… als alles besser war …“

Die „selige Kleinkinderzeit“, als der ganze Vorbereitungsstress noch auf den Erwachsenen lastete, während man selbst ganz unbeschwert den Heiligabend genießen konnte:

Nach schneller Bescherung zu Hause mit gestressten Eltern ab ins Auto und auf zum Haus der Oma, wo sich der Rest der damals großen Familie zum „richtigen“ Heiligabend traf, noch mal Bescherung und dann das große und recht steife Festessen, während der Vater und andere Männer noch vor dem Dessert mehrfach heimlich auf die Uhr schauten, weil sie wussten, dass sie diverse Familienmitglieder noch würden nach Hause fahren müssen.

Als einzig besondere Erinnerung an all diese Heiligabende fällt mir interessanterweise die alte Porzellanspieluhr meiner Oma ein, die nur an Heiligabend hervorgeholt und auf der Anrichte aufgebaut wurde, wo sie – wenn wir Kinder sie unter strenger Aufsicht hatten aufziehen dürfen – „Alle Jahre wieder“ spielte.

Feiertagsterror

Eigentlich – und un-eigentlich auch – wurde es danach nie besser. Anders, ja. Besser, nein. Da gab es das Hin- und Herfahren zu verschiedenen Verwandten an Heiligabend und den Feiertagen, etwas, zu dem nicht jeder in der Familie Lust hatte und so entsprechend genervter und schlechter Stimmung war. Nicht jeder hatte Freude am Einkauf von Geschenken in der Zeit vor Heiligabend – entsprechend „gestresst“ von der lästigen Pflicht war der- oder diejenige an Heiligabend. Essen kochen, Baum schmücken, Geschenke einpacken, die Zimmer schmücken, den Tisch decken, Verwandte besuchen, Verwandte zu sich holen – naja, wer kennt das nicht?

Ein Weihnachten, von dem ich heute rückblickend sagen würde „Das war so richtig schön und gelungen; wäre es doch heute wieder so wie damals!“ war tatsächlich nicht darunter.

Später kamen noch einige Weihnachtsfeste hinzu, die überschattet waren von schwerer Krankheit und Todesfällen, aber das ist natürlich eine ganz andere Geschichte.

Sitze ich hier und tue mir gerade so recht von Herzen selber leid?

„Weihnachten“ war so nie …

Nein. Eher nehme ich erstaunt zur Kenntnis, dass alles, was ich oben zusamengefasst habe, Erfahrungen sein dürften, die – zumindest, wenn sie einmal ehrlich mit sich und ihrem persönlichen „früher“ sind – sehr viele Menschen so oder ähnlich gemacht haben.

Warum sonst schießen „Alle Jahre wieder“ kurz vor der Adventszeit die Rat-und-Hilfe-Angebote wie Pilze aus dem Boden. „Endlich stressfreie Weihnachten!“ wird darin versprochen, oder „10 Tipps, wie Sie dem Weihnachtsstress entgehen!“, oder auch das Versprechen „Dieses Jahr wird alles anders!“.

Letztlich laufen all die Ratgeber auf die eine Sache hinaus:

Jene, die sie befolgen, versprechen sich davon, dass Weihnachten wieder so wird, wie es nie war.

Da werden Geschenke schon im Oktober gekauft, oder aber man versichert sich „Dieses Jahr schenken wir uns nichts!“. Fleisch wird Wochen vor Weihnachten vorbestellt und Lebensmittel eingelagert, oder man reserviert gleich einen Tisch für die ganze Familie im Restaurant. Kein Plätzchenbacken, schließlich sind die Kinder schon groß, und gekaufte Plätzchen schmecken auch gut. Und so weiter, und so weiter.

Same procedure as every year

Und so vergeht wieder ein Weihnachten, und einige haben es tatsächlich geschafft, den Vorbereitungsstress ganz oder teilweise für sich hinauszunehmen. Doch am 2. Weihnachtstag sitzen die meisten von ihnen da und ertappen sich auch in diesem Jahr wieder bei dem Gedanken:

„Gut, dass es vorbei ist.“

Warum ist das so? Ich meine, ich weiß es.

Fragen wir uns erst mal kurz: Was ist Weihnachten?

Weihnachten ist
– Plätzchen backen
– Geschenke machen
– Lebkuchen und Spekulatius essen
– Glühwein trinken
– „Jingle Bells“ und „Last Christmas“ im Radio hören
– „In Familie machen“
– Duftkerzen anzünden
– auf Schnee hoffen
– Weihnachtsbaum schmücken
– „Drei Nüsse für Aschenblödel“ gucken

Falsch!

Die meisten begehen Weihnachten aus und in Tradition

Alles, was ich oben aufgezählt habe, ist – zumindest hierzulande – WeihnachtsTRADITION. Eine Tradition, gegen die überhaupt nichts einzuwenden ist und die ich jedem Menschen (auch mir) von Herzen gönne.

Aber feiern wir denn eine Tradition? WENN das so ist, müssen wir alles, was ich oben benenne, umtaufen in „Winterfest“ oder „Sonnwendfeier“. So manch einer hätte damit heute leider gar kein Problem. Er oder sie mag sich hier bestätigt fühlen und darf mit dem Lesen aufhören.

„Weihnachten anders“ – durch Rückbesinnung auf das Wesentliche

Für den Rest, der sich auch heute noch nach jedem Weihnachtsfest fragt „War das alles?“, möchte ich weiterschreiben. Und ich möchte fragen:

„Haben wir nicht vergessen, den einzig wahrhaft wichtigen Gast zu unserem Heiligabend einzuladen?“

Sagen wir es nur so dahin, vielleicht auf die Frage in der Fußgängerzone in der Adventszeit: „An Weihnachten feiern wir, dass Jesus geboren wurde“ – oder GLAUBEN wir auch daran?

„Gott ist Mensch geworden und hat unter uns gelebt.“

Wow! Was für ein Satz. Was für eine Nachricht. Was für ein – Glaube!

Glauben wir daran? Können wir an Heiligabend mit einem von Freude erfüllten „Halleluja!“ auf Jesu Geburt anstoßen?

Wenn ja, wird unser Heiligabend nie wieder mit dem schalen Gefühl des „War das alles?“ enden.

Wenn nein, wird es bei den sinnentleerten Traditionen bleiben.

Autor: Heike Sander