Dem Staat vertraut – auf Sand gebaut

In diesem Land hören wir tagtäglich von Gewalttätern, untergetauchten Terroristen und islamistischen Umtrieben. Diese Leute gehören abgeschoben. Sie haben hier nichts verloren. Weil sie nichts sind als gemeine Verbrecher, die alle, die hier leben, bedrohen. Sie bedrohen unser Leben, unsere Sicherheit und unser Wohlbefinden. Es ist die erste Aufgabe des Staates, dem wir Bürger uns unterwerfen, uns zu schützen. Wir treten unsere Freiheit zu einem nicht geringen Teil an ihn ab, weil wir das von ihm erwarten.

Und nun geht dieser Staat hin und holt Berufsschüler aus dem Unterricht um sie abzuschieben. Das ist das Verhalten dessen, der dem Kleinsten auf dem Schulhof das Butterbrot wegnimmt, weil er sich an die älteren Kinder nicht herantraut. Ekelhaft.

Kein Einzelfall

Dabei ist der junge Afghane aus Nürnberg beileibe kein Einzelfall. Die, an die der Staat herankommt, sind jene, die dazugehören wollen. Er weiß, wie sie heißen, wo sie wohnen, und wo sie sich aufhalten, weil sie nämlich gerade dabei sind, sich zu integrieren. Sie haben den fatalen Fehler begangen, den auch Deutsche machen, schon darin erweisen sie sich als kompatibel mit der deutschen Gesinnung: Sie haben sich dem Staat anvertraut und sich in seine Klauen begeben. Und der macht jetzt eben mit ihnen, was er will. Schön doof, kann man da eigentlich nur sagen.

Wie will man uns eigentlich vermitteln, dass, nachdem man uns unkontrollierte Immigration als Bereicherung verkaufen wollte, die, die ernsthaft daran gehen, eine Bereicherung zu werden, wegschafft werden? Offenbar will man uns übers Ohr zu hauen. „Seht her, wir setzen Recht durch“, ruft man uns zu; und während man spontane Proteste niederprügelt, lässt man die Gefährder gewähren. Im Grunde nur eine weitere Facette des jüngsten Skandals um die Bundeswehr: Wo immer deutlich wird, dass der Staat schwach, planlos und tatenlos ist, wird wahllos dreingeschlagen um die Fassade aufrechtzuerhalten und die eigene Unfähigkeit zu kaschieren. Ein sicheres Zeichen für Verfall.

Autor: Anna Diouf