„Unkorrekte“ Medien: Für wen oder was der Autor nicht schreiben würde

Können Christen es sich leisten, für bestimmte Medien nicht zu schreiben, nur weil man das falsch verstehen könnte?

Das war mal eine interessante Frage: Für wen würdest Du nicht schreiben? Nachdem ich mich hinsichtlich meines Engagements beim Magazin „eigentümlich frei“ (ef) aus dem Fenster gelehnt hatte, wurde mir dafür auf Facebook angedeutet, ich würde mich zum Steigbügelhalter der Neuen Rechten machen. Die Wortlaute waren unterschiedlich, vom freundlichen Hinweis bis zum Appell an mein Gewissen, teilweise zweifelnd, teilweise im Brustton der Überzeugung vorgetragen, ich möge doch einsehen, mit wem ich mich da gemein mache. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass es richtig ist, bei der ef zu publizieren, dass es dort zwar Beiträge und Kommentare gibt, die ich nicht teile, mir aber der Gedanke eines Magazins mit einer Redaktion ohne Schere im Kopf mehr gefällt als ich diese Meinungen ablehnen oder kritisieren würde.

Wo ist Deine persönliche Grenze?

Eine in diesem Zusammenhang aber viel intersessantere Frage hat mir dabei eine Journalistin gestellt, die ich gerne im Wortlaut wiedergebe:

„Was wäre denn für Dich eine Grenze, nicht mehr bei einem Medium zu publizieren, Felix? Oder gäbe es eine solche überhaupt nicht? Lass uns mal weg von den rechts-links-Themen: Würdest du z.B. für ein Blatt schreiben, wo ein Satanist eine regelmäßige  Kolumne hat? Oder wo  Sklavenhandel, Zwangsprostitution und Abtreibung positiv kommentiert wird? Das ist doch das Problem (für Christen! Sonst mag das ja funktionieren) mit der libertären Denkungsart: Dass letztlich jede Meinung gleichwertig dasteht. Ich würde nie sagen, dass es Medien wie ef nicht geben sollte (dafür bin ich liberal genug), aber der Knackpunkt ist doch, ob man sowas selbst aktiv unterstützt – oder nicht.

 Es ist so wie mit dem gekreuzigten Frosch. Ich toleriere sowas (mit zusammengebissenen Zähnen) als Kunstfreiheit. Aber ich würde mich nicht damit gemein machen, indem ich einen (kritischen) Beitrag für den Ausstellungskatalog schreiben würde .“

Gerade der Hinweis auf die „libertäre Denkungsart“, die ich mir selbst gerne attestieren würde (manche „Hardcore-Libertäre“ sehen das vermutlich anders), hat mich nachdenklich gemacht. Dass es ein Magazin wie die ef geben sollte, dass ein solches Magazin als Ergebnis einer freien Meinungsbildung seinen Wert hat, ist eine Seite. Aber muss man deshalb dafür schreiben? Darf man mit gutem Gewissen als katholischer Blogger für ein Magazin schreiben, in dem auch Autoren zu Wort kommen, deren Beiträge man nicht unbedingt als christlich bezeichnen kann? In jedem Fall ist für mich richtig, dass die allermeisten (!) Meinungen tatsächlich gleichberechtigt nebeneinander stehen können. Unsere Aufgabe als Christen ist es in diesem Zusammenhang, für eine „christliche Denkungsart“ zu werben, oder – eigentlich noch mehr – Menschen mit Christus in Verbindung zu bringen, die daraufhin einen weiteren Aspekt in ihre Meinungsbildung mit einbeziehen. Ich benutze hier aus Gründen der Neutralität bewusst nicht den Begriff der Mission (tue es hiermit natürlich doch), zumal es in einem säkularen Umfeld eben leider oft nicht zuerst um eine Gotteserfahrung geht sondern um einen Wettbewerb von Ideen: Für jemandem, der nicht an Gott glaubt, sind viele christlichen Argumente gar nicht tragfähig, die Folgerungen aber womöglich zumindest bedenkenswert.

Macht man als Autor sich mit allen Inhalten des Mediums gemein?

Jetzt stellt sich die Frage, was eigentlich ein Autor eines Magazins unterstützt, wenn er für dieses schreibt. Wer für ein libertäres Magazin schreibt, unterstützt natürlich damit in gewisser Weise eine libertäre Denkungsart, schreibt einer für ein Musikmagazin unterstützt er damit wohl zumindest in gewisser Weise die Popkultur, in beiden Fällen selbst dann, wenn er sich zum Libertarismus oder Popmusik kritisch äußert. Es kommt aber unbestritten noch ein weiterer Aspekt dazu, bei dem es um die faktische Ausrichtung eines solchen Blattes geht. Nehmen wir der Einfachheit halber mal das, was man im weitesten Sinne Popkultur nennen könnte: Da ist es natürlich ein Unterschied ob jemand für die Bravo, den Rolling Stone oder Metal Hammer schreibt. Wer in letzterem Magazin Texte zu Silbermond publiziert, wird sich dort in einer Niesche wieder finden. Aber wenn sie’s drucken … was sollte einen Silbermond-Fan hindern, dort einen Beitrag zu veröffentlichen? Etwas anderes ist es, wenn man dort thematisch fremd publiziert, also beispielsweise politische oder auch theologisch-religiöse Kommentare. Macht sich ein Theologe, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Metal-Fans Jesus nahezubringen, mit Heavy-Metal und seinen bisweilen satanisch angehauchten Texten gemein, wenn der dort schreibt (mal angenommen, man ließe ihn dort schreiben)? Die Frage beantwortet sich hoffentlich von selbst.

Aber macht man sich als Christ nicht mitschuldig, wenn man in einem Magazin veröffentlicht, das sich in Teilen oder gar schwerpunktmäßig in einem Themenumfeld tummelt, das man antichristlich nennen müsste (ich meine damit bewusst nicht „Metal Hammer“, ich kenne das Magazin nur aus den Zeitschriftenauslagen, womöglich gibt es darin sogar Silbermond-Beiträge?!). Wird man dadurch nicht zu einem christlichen Feigenblatt? Besteht nicht zumindest das Risiko? Und wenn es sich um ein – angeblich – „rechtes“ Magazin handelt (wobei man schon noch mal diskutiueren müsste, worin dieses „rechts“ im Einzelnen besteht) – läuft man dann nicht Gefahr, indirekt Werbung für „rechtes Gedankengut“ zu machen, selbst wenn man das gar nicht teilt und sich auch nicht entsprechend äußert? Könnten die Betreiber eines solchen Magazins dann nicht auch äußern, „Seht her, so schlimm sind wir doch gar nicht, der Honekamp publiziert doch auch bei uns.“?

Schadet es mir, dass ich in diesem Medium publiziere?

Ich sag es mal ganz offen: Ich kann dem Betreiber eines Magazins nur vor den Kopf gucken, kann also nur mutmaßen, welche Intentionen André Lichtschlag, den Chef der ef, den ich mittlerweile auch persönlich kenne, tatsächlich umtreiben. Ich hielte es nebenbei auch für vermessen, ausgerechnet mich als Betreiber eines kleinen konservativ-katholischen Blogs als Referenz für die politische Unbedenklichkeit benennen zu wollen. Eher würde doch umgekehrt ein Schuh daraus, dass ich mir den Weg in größere Zugriffszahlen verbaue, indem meine Beiträge in der ef publiziert werden (meine Blogstatistik geht jedenfalls nicht rasant in die Höhe, nur weil die ef ab und zu meine Beiträge wiedergibt). Und aus alldem ergibt sich für mich, dass es der Redaktion um ein möglichst breit gestreutes Themenspektrum geht, in der auch Meinungen stattfinden, die es sonst nicht überall zu lesen gibt. „Katholisch und libertär“ – das ist so ein Themenmix, den es nicht eben häufig zu bestaunen gibt, und der aus diesem Grund für ein Magazin wie die ef interessant sein dürfte.

Und täte ich auch dabei bleiben, wenn die ef nicht – wie jüngst geschehen – den Schutz ungeborenen Lebens aus Sicht der Verteidigung der Freiheit jedes Menschen als quasi „Hausmeinung“ festlegen sondern Abtreibungsbefürwortern breiten Raum einräumen würde? Ich möchte die Frage anders wenden: Wo sollte man für den Schutz ungeborenen Lebens werben: In Medien, in denen das sowieso common sense ist, oder da, wo man damit auf Widerspruch trifft (nicht jeder Libertäre heißt die in der ef publizierten Meinungen zu dem Thema gut)? Würde ich also für ein Magazin schreiben (so ich denn gefragt würde), in dem regelmäßig Satanisten schreiben, um dort den Glauben an Christus zu verbreiten? Und wieder: Wo sollte man denn Menschen zu Christus führen: In Medien, die sowieso nur von Christen gelesen werden oder da, wo man damit auf heftigen Widerspruch trifft?

Man erreicht Leser, die normalerweise kein Interesse für diese Themen hätten

Auch bei der ef schlägt mir bisweilen Widerspruch entgegen, andererseits gibt es auch immer wieder Leser, die entweder bei der ef bekunden, dass sie dankbar sind, dort auch solche Themen vertreteten zu sehen, oder bei mir kommentieren, dass sie erst durch mein Engagement bei der ef auf diesen Blog aufmerksam geworden sind. Wenn das nicht auch eine Art von Evangelisierung ist, dann weiß ich es nicht. Natürlich könnte ich mich politisch korrekt aus Medien heraus halten, die auch „unchristliches“ posten oder seitens des Mainstreams als rechts oder neurechts einsortiert werden, womöglich – das schreibe ich bewusst dazu – in Einzelfällen sogar zu Recht. Dann gäbe es meine Beiträge bei freiewelt.net wohl nicht mehr, sicher nicht die bei der „eigentümlich frei“, vermutlich aber auch nicht die bei kath.net. Umgekehrt sind meine Beiträge kaum katholisch.de-kompatibel und kämen wohl auch nicht für das deutsche Radio Vatikan in Frage. Was wäre also damit gewonnen? Ich würde weniger Menschen mit Glaubensinhalten und christlichen oder mindestens christlich geprägten Meinungen erreichen als es möglich wäre.

Das bedeutet nicht, dass ich für das „Magazin niedergelassener Abtreibungsärzte“ schreiben würde oder für die Hauszeitung „Der kleine Satanist“ (nicht googlen, gibt es unter dem Namen beide nicht), sehr wohl aber für eine Ärztezeitung, in der mit Mehrheit für Abtreibungen plädiert wird oder für ein Magazin, in dem auch Satanisten zu Wort kommen. Da gäbe es dann in den Kommentaren auch den Wind von schräg vorn und mancher würde argwöhnen, ob solche christlichen Beiträge dort nicht nur ein Feigenblatt wären. Aber wollen wir ein solches Feld lieber den Feinden des Glaubens, den Feinden des Lebens, den Feinden der Liebe Gottes überlassen, es einfach verloren geben?

Es gibt also nicht viele Beispiele von Medien, für die ich nicht schreiben würde, wobei die Mehrzahl der „kritischen“ sich kaum um mein Engagement bemühen dürften. Interessanter ist da eher die Frage, wer eigentlich in der Mehrzahl nur noch in Medien für Leser schreibt, die man ohnehin nicht mehr „katholisch machen“ muss oder bei denen man nicht mit erheblicher Gegenwehr rechnen muss? Und spannend ist auch die Frage, welche vorgeblich katholischen Medien Beiträge, wie ich sie zu schreiben pflege – und es gibt ja noch mehr Blogger in dem Umfeld – lieber nicht auf ihre Seiten nehmen? Ich täte jedenfalls auch in einem Kunstkatalog mit gekreuzigtem Frosch schreiben, wenn ich den Freizeitatheisten dort richtig den Kopf waschen dürfte!

Autor: Felix Honekamp

Felix Honekamps Text hat Josef Bordat zu eigenen Gedanken zum Thema bewegt:

Warum ich auch für „Der kleine Satanist“ schreiben würde

Schlicht böse Menschen

Alice Schwarzer nimmt Stellung zu den Kölner Vorfällen. Endlich hat sich auch eine Feministin zu Wort gemeldet und trifft mit ihrer Analyse prompt daneben.
Eine kurze Situationsbeschreibung: Arabisch hätten die Täter ausgesehen, sagen die Opfer. Viele Flüchtlinge sehen arabisch aus. Die dürfen natürlich nicht alle verdächtigt werden, sagt der gesunde Menschenverstand. Nicht ganz einfach, wie es scheint: Wasser auf die Mühlen von Pegida und Rechtsradikalen, Fakten für den Ausländerhass?

Das darf nicht sein. Was für eine Antwort wird also verlangt? Eine, die die Aussagen der Opfer berücksichtigt, ohne die Flüchtlinge zu verdächtigen. Die den Menschen klar macht, wo die wirklichen Ursachen liegen. Genauso eine Antwort liefert Frau Schwarzer:
„Unter ihnen werden die Flüchtlinge von heute in einer extremen Minderheit gewesen sein, wenn überhaupt. Die Mehrheit sind Flüchtlinge von gestern bzw. Migranten und ihre Söhne.“ Nach Einschätzung Schwarzers sind diese „das triste Produkt einer gescheiterten, ja nie auch nur wirklich angestrebten Integration. Sie sind das Produkt einer falschen Toleranz.“ (Focus online).

So geht es nicht

Eine kluge Antwort, die Frau Schwarzer da gibt? Nein, sondern gleich mehrfach falsch.
Einmal grundsätzlich: gebraucht werden keine Erklärungen, die den Erfordernissen entsprechen, sondern Aufklärung und Konsequenzen.
Dann behauptet Frau Schwarzer, sie wisse, woher die Täter kamen. Es gibt zwar Vermutungen, doch weiß das bisher niemand wirklich. Wüsste man es, wären die ganzen Verdächtigungen vom Tisch. Dieser Teil ihrer Aussage ist schlicht erfunden und erhebt nebenbei eine neue allgemeine Beschuldigung gegen ältere Migranten und ihre Söhne, die um nichts leichter wiegt, als ein Generalverdacht gegen neue Flüchtlinge.
Doch was soll diese Anschuldigung? Nun, sie bietet die Grundlage, die Tat zu relativieren. Denn die „Flüchtlinge von gestern“ waren schon lange hier – man kann diesen Aufenthalt zum Schuldigen machen. Denn wer würde bestreiten, dass es bei der Integration noch hapert?

Die Basis ist falsch

Doch der größte Fehler in der Erklärung Frau Schwarzers ist ein erschreckendes Menschenbild, das sich hier zeigt. Die Täter sind nicht „das triste Produkt einer gescheiterten Integration“. Wer so denkt, macht Migranten zu Marionetten, die Politik aber zu Meinungs- und Menschenproduzenten. Die Täter sind keine Produkte, sondern sie selbst. Sie können sich hinter keiner Mentalität verstecken, die nicht integriert wurde (wer wollte so etwas auch integrieren?!): wer in Gruppen Frauen nötigt, vergewaltigt und beraubt, war zumindest in diesem Moment schlicht ein böser Mensch. Das ist überall auf der Welt und in jedem Volk so. Es mag im Einzelfall schuldmindernde Faktoren geben, doch die Schuld liegt nicht in irgendwelchen fehlenden Maßnahmen, sondern einfach bei den Tätern.

Jeder Versuch, das wegzureden, verkennt oder verdrängt die banalsten Grundlagen eines jeden vernünftigen Urteils.
Genauso verdreht ist die Ansicht, jeder Muslim sein per se ein potentieller Vergewaltiger: auch hier wird die Freiheit des Einzelnen geleugnet, nur anders herum. Beiden Ansichten ist ein völlig überhöhter Glaube an die Macht des Systems zu eigen, des Systems, der Mentalität oder wie auch immer man es nennen mag. Entsprechend wird dann die Schuld bei den Systemen gesucht, wie Frau Schwarzer es demonstriert. Irgendwann, so steht zu befürchten, siegt das stärkere System und die Menschen des anderen müssen es ausbaden. Es wäre tragisch, sollte sich dieses Denken wirklich durchsetzen.

Die Geschichte ist alt

Abraham, auf den sich Muslims wie Christen beziehen, handelt mit Gott, der Sodom vernichten will, weil es dort so viele böse Menschen gibt. Er erreicht, dass die ganze Stadt nur um 10 Gerechter willen verschont bleiben soll. Sie finden sich nicht, doch alle Gerechten werden gerettet. Dies ist die Basis für den Umgang mit solchen Dingen: Bosheit hat Konsequenzen, doch niemand wird aufgrund der Bosheit anderer bestraft. So wäre zu handeln. So wäre auch zu denken.

Autor: Bastian Volkamer

„Feiglinge!“ – eine Philippika an Medienschaffende

Darf man die Medien schelten? In einem freien Land darf man. Ihr schweigenden Medien mit Elitedünkel! In Köln finden in aller Öffentlichkeit schwerste sexuelle Nötigungen statt, die Polizei richtet eine Ermittlungsgruppe ein. Und Ihr? Ihr schreibt nichts. Ihr, die Ihr vorgebt, stets auf der Höhe der Zeit zu sein, oder sogar noch ein wenig höher, zieht plötzlich den Schwanz ein. Warum?

Der Verdacht drängt sich geradezu auf: Wer ständig damit kokettiert, die wahren Hintergründe zu liefern, könnte hier auf einen Migrationshintergrund stoßen. Denn den hatten die Täter offensichtlich. Das aber erlaubt Ihr Euch erst zu schreiben, wenn Ihr eine Erklärung dafür habt, die das ausblendet. Peinlich!

„Ihr verweigert den Diskurs“

Jederzeit sei Euch zugestanden, felsenfest davon überzeugt zu sein, dass es keine Frage der Nationalität oder Mentalität ist, was da passierte. Dass es einer differenzierten Betrachtung bedarf, bevor man mit Schlüssen um sich wirft. Da ist eine gute Einstellung. Doch dass Ihr Euch schon der Diskussion darüber entzieht, ist schlicht feige. Und dümmlich dazu: Euer Schweigen legt nahe, dass Ihr dort gar keinen Bedarf seht, zu berichten. Dass Ihr die Vorkommnisse als zu vernachlässigende Kollateralschäden seht, wenn es um das hohe Gut des Asylrechts geht. Offenbar seid Ihr nicht in der Lage zwischen einem Recht auf menschliche Behandlung und dem Recht, andere zu vergewaltigen, zu differenzieren. Intellektuell ist das nicht sehr elitär.

Ihr, die Ihr bereit seid, in jedem zölibatär lebenden Priester einen Mann mit sexuellem Notstand zu sehen, einen potentiell Übergriffigen – liebt Ihr Euer Weltbild wirklich mehr als die Frauen, die hier Opfer faktischer Übergriffe wurden? Es kann nur die nackte Angst um eben dieses Weltbild sein, die Euch hier schweigen macht. Es darf keine Bösen unter denen geben, die Ihr für gut erklärt habt. Offenbar glaubt Ihr selbst nicht daran, dass Integration möglich ist. Lieber bei ein paar Nötigungen und ein wenig Missbrauch von Frauen ein Auge zudrücken. Das aber ist brandgefährlich: Es schürt die Angst.

„Ihr habt Angst um Euer Weltbild“

Den Vorfällen gehört höchste Priorität eingeräumt. Sie offen zu behandeln ist Prävention gegen Rechtsradikalität – begreift Ihr das nicht? Wir wollen Fremde aufnehmen? Dann müssen wir unter ihnen sicher sein können. Wen fürchtet man am meisten? Den, gegen den ich mich nicht wehren darf, auch wenn er mich misshandelt. Doch genau das sagt Ihr den vergewaltigten Frauen: „Wir erheben jederzeit die Stimme, doch für euch nicht.“

Wer schreiendes Unrecht nicht beim Namen nennt, bereitet denen den Boden, die darauf ihr politisches Süppchen kochen. Ihr seid es, die durch ihr Schweigen alle Zuwanderer unter Generalverdacht stellen, weil man einzelne nicht anrühren darf. Für tausende Flüchtlinge ist das eine Katastrophe. Eure Unfähigkeit zu differenzieren fördert das Pauschalisieren; Euer Schweigen fördert die Fremdenfeindlichkeit. Und genau die können wir derzeit nicht gebrauchen, wenn wir das tun wollen, was menschlich und verfassungsgemäß, kurz, was angebracht ist: Den Flüchtlingen zu helfen, ohne sie gleich in die Ecke „potentiell sehr gefährlich“ zu stellen.

Frauen brauchen Hilfe, und Ihr schweigt. Flüchtlinge brauchen Schutz, und Ihr stellt sie unter Generalverdacht.

Ihr ach so aufgeklärten Medien verweigert hier den Diskurs, weil Ihr genau die Antworten nicht habt, mit denen Ihr ständig angebt. Ihr seid Feiglinge.

Autor: Bastian Volkamer

Tauber: „Tandem bona causa triumphat.“

Manche nennen ihn schon ironisch Peter „A…loch“ Tauber. Dabei ist der Verbalausbruch nicht mal das größte Problem.

Ein CDU-Generalsekretär, der einen Kritiker öffentlich, online, als „A…loch“ bezeichnet? Da kann man schon mal die Luft anhalten. Man darf nicht übersehen: Die meisten Menschen wollen durchaus Politiker mit Ecken und Kanten, maschinengleiche Polit-Roboter – wie die Kanzlerin – sind wohl der Mehrheit zuwider. Da stellt sich dann die Frage, wie kantig es denn sein darf? Wem hat nicht schon mal die Formulierung auf der Zunge gelegen, wenn die Argumente in einem Streit allzu hanebüchen wurden? Und der Bundeskanzlerin eine Geisteskrankheit zu unterstellen, wie es der so Bezeichnete getan hat, gehört sicher nicht zu den intellektuellen Höchstleistungen auf Facebook – ist da nicht zumindest der Gedanke, dass es sich bei dem sich so Äußernden um ein A…loch handeln könnte, naheliegend? Und in Zeiten der Social Media ist der Weg zwischen Denken und Tastatur leider nicht allzu weit. Es gibt einen Grund, warum viele Foren streng mit der sogenannten Netiquette umgehen, um Eskalationen zu vermeiden.

Digitale Medien verleiten zur Skandalisierung

Schnell ist also so ein Wort in der Welt, in Zeiten von professionellen „Screenshottern“ hilft da auch kein Löschen mehr. Und abgesehen davon, ob die Formulierung strafrechtlich relevant sein könnte, mag dem einen oder anderen Peter Tauber durch diesen Ausbruch auch menschlicher erscheinen lassen. Noch vor Jahren hätte so eine Formulierung auch das Potenzial gehabt, in die Medien zu kommen wie weiland Joschka Fischers „Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein A…loch!“ (wobei es solche Verbalinjurien mehr unter Politikern als zwischen Politikern und Bürgern gegeben hätte). Ein Skandal wäre das aber nicht geworden, denn beide Seiten hätten das anschließend auf sich beruhen lassen. Diese Möglichkeit gibt es anscheinend unter den neuen medialen Bedingungen nicht, da wird dann schnell der Angegriffene als „Opfer“ stilisiert, das von einem von „denen da oben“ ungerecht angegriffen wird. Da stellt sich wiederum die Frage, wie damit umzugehen ist. Und auch, wenn es als „old school“ erscheint, wäre ein Vergleich mit früheren Zeiten auch nicht der schlechteste. Hat man da jemanden im Affekt beleidigt, hat man sich anschließend – vielleicht durchaus augenzwinkernd – entschuldigt, ist zusammen ein Bier trinken gegangen und war anschließend besser befreundet als vorher.

Das digitale Analogon hierzu wäre eine öffentliche Entschuldigung gewesen: „Tut mir leid, ich hätte das nicht schreiben dürfen. Die Formulierung bezüglich des Gesundheitszustandes der Kanzlerin entbehrt jeder zivilisierten Umgangsform, aber auf dieses Niveau hätte ich mich nicht herablassen dürfen. Ich nehme die Formulierung zurück – mit Bedauern.“ Auf die Art und Weise wäre die Situation wieder bereinigt gewesen, ohne Gesichtsverlust für beide Seiten, aber unter Wahrung der Einschätzung, wer das „A…loch“ in einem solchen Disput ist. So könnte man das machen … oder man formuliert eine Rechtfertigung wie sie Tauber auf Facebook veröffentlich hat:

„Auf Facebook tummeln sich so viele dumme Menschen, die andere wegen ihrer Meinung, die rechtsradikalen Dreck und antisemitische Hetze verbreiten. Ich finde, man sollte solche Kommentare nicht löschen oder gar verbieten. Das bringt nichts. Diese Menschen denken mit ihren kranken Hirnen ja leider weiter so einen Mist. Man muss Ihnen sagen was sie sind: Nazis, Antidemokraten und mancher von denen ist schlichtweg ein Arschloch. So wie dieser Typ, dem ich das auf meiner Seite – also hier – gesagt habe. Ich finde, wir sollten alle dieses Jahr dem Streit mit diesen Leuten nicht aus dem Weg gehen, sondern ihn annehmen. „Wenn die Guten nicht kämpfen, werden die Schlechten siegen!“ hat schon Plato gesagt. Ich nehme für mich und die meisten auf Facebook in Anspruch, dass wir hier tolle Texte, gute Ideen und schöne Bilder teilen wollen. Wir wollen diskutieren und unterschiedliche Meinungen hören und zulassen. Aber wir wollen das mit Respekt tun. Menschen, wie der Typ, dem ich mal die Meinung gesagt habe, haben keinen Respekt. Mir ist egal warum, sie pöbeln. Und ich stelle mich gerne vor alle vernünftigen und normalen Facebook-Nutzer und sagen diesen ganzen Idioten und Trollen die Meinung. Gerne auch auf deutsch, damit sie es verstehen. Diese Leute sollen wissen, dass es uns gibt und wir gewinnen werden. Tandem bona causa triumphat.“
(Hervorhebungen durch den Autor)

Wo bleibt da der Respekt

Sachlich ist natürlich richtig, dass der politische Streit mit Respekt vor dem anderen zu erfolgen hat. Der von Peter Tauber angegriffene Facebooknutzer hat diesen Respekt vermissen lassen. Aber ist es dann legitim, jemanden als „A…loch“ zu bezeichnen, nur weil man der Meinung ist, dass er eines sei, selbst dann, wenn es objektive Kriterien für so etwas gäbe (die es nicht gibt) oder die Mehrheit diese Einschätzung teilen würde (was man angesichts des dümmlichen Kommentars annehmen könnte)? Ist es legitim, als Politiker einen Bürger und Steuerzahler, der sich aus welchen Gründen auch immer, auf Pöbeleien festgelegt hat, als dummen Menschen zu bezeichnen, ihm ein krankes Hirn zu bescheinigen? Und kann man, wenn man diese Fragen mit „ja“ beantworten sollte, noch für sich in Anspruch nehmen, mit Respekt diskutieren zu wollen?

Die von Peter Tauber damit angestoßene Diskussion trägt bereits Früchte: Schon denken einige darüber nach, ob man Peter Tauber denn nun – ohne rechliche Konsequenzen fürchten zu müssen – als Peter „Arschloch“ Tauber bezeichnen darf? Andere schlagen vor, der angegriffene Facebooknutzer möge Herrn Tauber verklagen, um festzustellen, ob die Bezeichnung als „A…loch“ und die Zuschreibung eines „kranken Hirns“ einer Hassrede gemäß den Vorstellungen des Justizministers entsprechen könnte. Und wenn nicht? Dann hat man die Legitimation, alle und jeden als „A…loch“ zu bezeichnen, dessen politische Einstellung man als unhaltbar betrachtet. A…löcher einfach mal A…löcher nennen? Bei solchen Vorsätzen kann das ein munteres Jahr werden – allerdings keines, auf das später mal Loblieder über den respektvollen Umgang miteinander gesungen wird.

Härte in der Sache rechtfertigt keine Respektlosigkeit

Von mir aus kann man mir vorwerfen, man könne es mir auch nicht recht machen: Ich mag Politiker mit Ecken und Kanten! Aber ich mag vor allem Politiker, die bei aller Härte in der Sache, auch bei legitimer Polemik, den Respekt vor dem politischen Gegner genau so wenig vermissen lassen wie vor dem kritischen Bürger, und sei der auch ausfällig geworden. Ein Politiker, der argumentiert, es sei mit dem Respekt vor der politischen Diskussion vereinbar, einen Bürger – egal welche politische Einstellung er hat – als A…loch zu bezeichnen, und das mit dem Schlusssatz krönt, endlich triumphiere die gute Sache, gehört nicht zu der beschriebenen Kategorie.

Autor: Felix Honekamp

Jagdszenen in Köln: Viele Medien versagen erneut

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, und schon demonstrieren viele der Leitmedien in unserem Land erneut ihr Versagen, über Vorkommnisse mit Fakten und ohne Volkserziehungsbemühungen zu berichten. Die skandalösen Ereignisse in der Silvesternacht, als Horden von Männern vor dem Kölner Hauptbahnhof mindestens 30 Frauen sexuell belästigten, finden nur in den Kölner Tageszeitungen angemessen statt, dann noch in drei, vier überregionalen Medien. Bis heute müssen die Leser von Welt, FAZ, Spiegel auf die Information verzichten, was sich da ereignet hat. Dabei handelte es sich auch nicht um ein singuläres Ereignis, quasi einen „bedauerlichen Einzelfall“, denn auch in Stuttgart fanden ähnliche (Jagd-)Szenen statt.

Polizeibekannte Serientäter treiben sich unbehelligt in der Öffentlichkeit herum

Die wenigen Medien, die berichtet haben, schreiben wie inzwischen üblich, die Täter seien „junge Männer“ gewesen, die als Gruppe aufgetreten seien. Eine kleine, aber wichtige Zusatzinformation fehlt. Diese jungen Männer stammen aus Nordafrika, sie sind polizeibekannt und treiben seit längerem ihr Unwesen in und um den Kölner Hauptbahnhof. Bekannt wurde das nicht durch Medienberichte, sondern durch Augenzeugen der Angriffe, die in sozialen Netzwerken auftauchten. Viele wurden umgehend von den Seitenbetreibern gelöscht, aber die unschöne Realität war nun auf dem Markt. Die Kölner Polizei reagierte umgehend mit einer Erklärung: Bei den Tätern habe es sich nicht um Flüchtlinge gehandelt, sondern um Nordafrikaner. Eine Aussage, die für mich schon jetzt die Qualität zum Satz des Jahres 2016 hat.

Es besteht dringender Diskussionabedarf

Gemeint waren natürlich die Flüchtlinge, Zuwanderer oder was auch immer, die in den vergangenen Monaten nach Deutschland geströmt sind. Und ja, von diesen Menschen war offenbar keiner dabei. Sie haben auch zweifellos andere (Zukunfts-)Sorgen in ihren Unterkünften, als in der Neujahrsnacht Frauen anzugrabschen. Aber, liebe Kölner Polizei, wie sind denn die Täter aus Nordafrika nach Deutschland gekommen? Als Mitglieder einer Ärztegruppe zu einem Fortbildungskongress? Als kulturinteressierte Reisende, die gern die vielfältige Museenlandschaft in Nordrhein-Westfalen kennenlernen möchte? Die seien seit Jahren kriminell aktiv in Köln, heißt es. Ja, warum laufen sie denn dann noch dort herum? Warum sind sie – da nicht aus Bürgerkriegsländern – nicht längst abgeschoben worden? Und warum war die Polizei nicht in der Lage, zu verhindern, was dort vor dem Kölner Hauptbahnhof passierte? Und: Hat das Verhalten der „jungen Männer“ vielleicht etwas mit dem Kulturkreis zu tun, aus dem sie kommen, und in dem Frauen vielfach als, …sagen wir, ein wenig minderwertig angesehen werden? Alles Fragen, über die unsere Gesellschaft dringend diskutieren sollte. Aber dazu bedarf es zunächst einmal Medien, die die ganze Wahrheit berichten. Ungeschminkt.

Autor: Klaus Kelle

Weihnachten: Überstanden?

Für die meisten ist Weihnachten vorbei, noch ehe es überhaupt begonnen hat. Kein Wunder, dass das keinen Spaß macht.

Den Satz, der sich für mich über die Jahre zur unpassendsten Weihnachtsfrage gemausert hat, haben Sie bestimmt auch schon in diesen Tagen gehört, vielleicht haben Sie ihn sogar benutzt (ich selbst kann mich auch nicht davon frei sprechen, dass er mir zumindest in den Sinn kam). Unter Kollegen, Freunden, Familienangehörigen hört man ihn an den Tagen nach Weihnachten und jetzt auch nach Neujahr immer wieder, und wenn ich ihn höre, frage ich mich unwillkürlich, was eigentlich schief gegangen ist, dass diese Frage so normal erscheint. Und das bei einem Fest, bei dem wir die Menschwerdung Gottes feiern, der uns dadurch erlöst hat. Die Frage lautet: „Und, alles gut überstanden?“

Wie kann man das Geburtsfest Christi wie einen Unfall „überstehen“?

„Überstehen“, davon spricht man sonst eher bei Krankheiten oder Unfällen, wenn es um glückliche Umstände geht noch bei einer Geburt: Mutter und Kind haben die Geburt gut überstanden, und auch der Vater ist wohlauf! Eher aber kennt man die Formulierung aus Zusammenhängen wie: Nach seinen schweren Verletzungen hat das Opfer auch die dritte Operation gut überstanden. Wenn es überhaupt um Festivitäten geht, dann sind es eher die ungewollten, die man so – mit einem Augenzwinkern – beschreibt: Na, den 80. Geburtstag von Tante Trude gut überstanden? Aber die Feier der Geburt Jesu? Wie kann es sein, dass diese Feier bei vielen – durchaus auch bei Christen – in die gleiche Kategorie fällt wie ein Unfall oder ein ungeliebter Verwandtenbesuch?

Es mag damit zu tun haben, wann für die meisten die Weihnachtszeit anfängt: Der Einzelhandel bereitet ab spätestens 1. November, also nach „Halloween“ das Fest vor: Weihnachtsschmuck, Lebkuchen, weihnachtliche Stimmungsmusik. Mit dem 1. Advent starten spätestens die Weihnachtsmärkte, dann können sich auch die letzten nicht mehr dem Weihnachtstrubel entziehen. Das soll keine Gesellschaftskritik sein, die Welt ist so, wie sie ist, und wer sich darauf einlässt, tut das auch freiwillig. Das, was allerdings mal eine adventliche Fastenzeit war, wohl auch eine Zeit der Vorfreude auf Weihnachten, wird heute schon als Weihnachtszeit betrachtet, die aber eigentlich erst mit dem 25.12. beginnt.

Es mag auch mit den Vorstellungen davon zu tun haben, wie Weihnachten zu sein hat. Wer hat nicht selbst wunderbare Erinnerungen an Weihnachtsfeste seiner Kindheit im Hinterkopf: Weiße Weihnachten, Kindermesse und Krippenspiel, Wir warten auf’s Christkind, das Haus riecht nach Nüssen und Gebäck, Omas und Opas sind besonders feierlich gekleidet und orakeln etwas vom Christkind, das durch ein leises Klingeln aus dem Wohnzimmer seine Geschenke ankündigt. Diese Vorstellung von Weihnachten hat wiederum nur beschränkt etwas mit dem eigentlichen Weihnachtsereignis zu tun, aber schöne Erinnerungen sind es dennoch. Das Problem ist nur: Erstens sah die Welt für die vorbereitenden Erwachsenen unserer Kindheit auch schon ganz anders aus, und außerdem haben diese verklärten Erinnerungen auch nur entfernt etwas mit der damaligen Realität zu tun. Man jagt also einer Kindheitserinnerung hinterher, die es in der Realität so gar nicht gegeben hat. Kein Wunder, dass sie auch heute nicht zur Realität wird, und sich anschließend ein Gefühl der Enttäuschung und – vor allem – Erschöpfung einstellt, nach all den Anstrengungen der Vorbereitung, die doch nicht das gewünschte Ergebnis gebracht haben.

Wer Weihnachten liturgisch korrekt begeht, wirkt aus der Zeit gefallen

Und jetzt ist eben Weihnachten für die meisten vorbei, wo es doch – aus Sicht des Kirchenfestes – gerade erst begonnen hat. Aber die Auslagen der Supermärkte mussten schon direkt am 28.12. für Silvesterangebote Platz machen und selbst die werden jetzt durch Karnevalsartikel ersetzt. Aus der Zeit gefallen erscheinen da fast die Kirchen, in denen die Weihnachtsbäume erst in der Nacht zum 25.12. illuminiert wurden, und in denen die Bäume und Krippen nun auch noch mindestens bis zur Taufe des Herrn am 10.01. stehen bleiben. Die Weihnachtsbeleuchtung in den Einkaufszonen sind dann schon lange wieder abgeschaltet, Lebkuchen werden Sie nur noch in irgendwelchen Restposten zu kaufen bekommen … aber die liturgische Weihnachtszeit geht tatsächlich noch bis zum nächsten Sonntag! Früher ging diese Zeit gar bis Maria Lichtmess, oder „Darstellung des Herrn“, was sicher auch heute keine schlechte Idee wäre, um Weihnachten tatsächlich voll auszukosten. Lichtmess ist aber zum Beispiel 2016 am 02. Februar, während am 08. Februar bereits Rosenmontag ist – wer will denn in den paar Tagen alle Karnevalsvorbereitungen treffen?

Also muss sich Weihnachten, mitsamt all den Vorstellungen, die wir davon haben, in ein enges Zeitraster von Feiertagen und gesellschaftlichen Gelegenheiten fügen, reduziert sich auf die gesetzlichen Feiertage, die arbeitsfreien Tage. 2016 gibt es darum eigentlich – weltlich betrachtet – nur einen einzigen Tag Weihnachten: Montag, den 26.12., der Rest sind „normale“ Arbeitstage. Das verspricht, noch ein bisschen hektischer zu werden, wenn man da alle Verwandten- und Freundesbesuche unterbringen muss, und am Ende wird man sich wieder erschöpft fragen: Na, Weihnachten gut überstanden?

Christen sollten weiterfeiern

Nein, man muss sich nicht völlig entweltlichen. Es gehört für einen Christen dazu, in der Welt, wenn auch nicht von der Welt, zu sein. Aber gerade Feiertage wie Weihnachten bieten auch eine Gelegenheit des Zeugnisses: Feiern wir also Weihnachten einfach noch ein bisschen weiter. Lassen wir den Baum einfach noch stehen, auch wenn er schon heftig nadelt und die örtliche Müllabfuhr den Abholtermin schon auf die erste oder zweite Januarwoche gelegt haben sollte. Lassen wir vor allem die Krippe noch stehen, um das Kind im Stall betrachten zu können. Und gewöhnen wir uns die Frage ab, ob jemand Weihnachten gut überstanden hat. Es gibt so viel schönere Fragen, die man stellen kann, mit denen man den Blick vielleicht auch auf das eigentliche Weihnachtsgeschehen lenken kann: Feiert Ihr auch noch Weihnachten? Oder: Habt Ihr auch so ein schönes Weihnachtsfest gefeiert? Man riskiert, eine leicht genervte oder geseufzte Antwort zu erhalten, aber vielleicht kann man anschließend die Frage beantworten, warum man selbst so ein schönes Fest gefeiert hat … und immer noch feiert!

Autor: Felix Honekamp