Den alltäglichen Antisemitismus gebt uns heute …

„Wachmänner erschießen zwei Palästinenser nach Messerattacke“, titelte der Spiegel vor zwei Tagen. Das Opfer des Angriffs ist mittlerweile verstorben und Bilder einer fröhlichen jungen Frau, die jäh aus dem Leben gerissen wurde, zirkulieren im Netz. Sie werfen die Frage auf, ob diese Schlagzeile (und die anderer europäischer Medien) angemessen ist angesichts der Tatsache, dass es sich bei den getöteten Palästinensern um Mörder handelte, die gestoppt werden mussten, nicht um tragische Opfer, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Woher kommt die tendenziöse Berichterstattung, wenn es um Gewalttaten gegen Israel geht? Wie kann es sein, dass die entsetzlichen Gewalttaten der vergangenen Monate, Eltern, die vor den Augen ihrer Kinder erschossen werden, Mütter, die sterben, während sie ihre Kinder verteidigen, nur am Rande vorkommen?

Eine Gesellschaft erzieht ihre Kinder zum blanken Hass

Bei diesen Verbrechen zeigt sich blanker Hass. Ein Hass, der sorgfältig von Generation zu Generation weitergegeben, und der den Kindern frühestmöglich eingeflößt wird, damit sie später umso williger als Mörder und Selbstmordattentäter in den Jihad ziehen. Die tiefsitzende Judenfeindlichkeit ist normal im arabischen Raum: Wer, der einen Freund hat, der den Nahen Osten bereist, kennt nicht eine Erzählung davon, wie jener Freund von einem Taxifahrer, Teppichverkäufer oder Kameltreiber mit „Heil Hitler“ oder „Ah, Germany – Hitler! Gut!“ begrüßt worden wäre, nachdem er ihm als Herkunftsland „Deutschland“ genannt hätte? Diese Haltung wird von Politikern und Terrororganisationen politisch verbrämt und mit dem Deckmäntelchen des Widerstands gegen eine Besatzungsmacht salonfähig gemacht.

Dahinter steckt eine Ideologie, die ein Menschenleben für nichts achtet. Vielleicht schrecken wir davor zurück, dies in aller Deutlichkeit wahrzunehmen, weil wir uns eine derartige Grausamkeit nicht vorstellen können. Wir sind geschockt, wenn eine Mutter im Interview davon spricht, dass sie ihr Kind gerne als Märtyrer sterben sehen würde – ob das im Ernstfall dann stimmt, ist eine andere Frage, aber allein die Äußerung eines solchen Gedankens lässt uns das Blut in den Adern gefrieren. Wir sind hilflos, wenn Kinder in einer Kindersendung davon sprechen, wie sie später einmal Juden erschießen wollen. Wir verstehen diese Art von Hass nicht, wir können ihn nicht nachvollziehen.

Nichts rechtfertigt die mediale Realtivierung des Terrors

Aber wir können es unterlassen, denen, die ihn proklamieren, in die Hände zu spielen, indem wir antisemitische Gewaltakte rein als politisch motiviert betrachten und womöglich mit Israels Siedlungs- und Besatzungspolitik relativieren. Nichts rechtfertigt diese Gewalt, und nichts rechtfertigt eine Schlagzeile, die die tatsächlichen Begebenheiten bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.

In die unrühmlichen Beispiele für tendenziöse Berichterstattung reiht sich (mal wieder) der Deutschlandfunk ein. „Fast“ antisemitisch sei die Hamas, und um sich gegenüber der Kritik an diesem absurden Statement zu rechtfertigen, folgt ein reichlich kruder Rückgriff auf Ethnologie: Ein Araber sei schließlich selbst Semit, somit könne man ihn nicht wirklich als Antisemiten bezeichnen – in der Rassenforschung sind wir also wieder ganz vorne mit dabei! Das Lachen vergeht einem nach einem kurzen Blick in die sozialen Netzwerke: Einer der Blogger, der diese verunglückten Äußerungen zum Anlass für beißenden Spott und dafür nahm, die judenfeindliche Grundhaltung der Hamas einmal gründlich zu durchleuchten, wurde prompt Opfer der Facebookzensur – rassistische Hetze betreibt also, wer rassistische Hetze aufdeckt.

Aktueller Judenhass wird getarnt

Vom Holocaustgedenken übersättigt und sich ergehend in Reueromantik, haben wir dem nationalsozialistischen Antisemitismus eine Sonderstellung zugebilligt, die die Gefahr birgt, aktuellen Judenhass nicht mehr als solchen wahrzunehmen. Das ist gefährlich:

„Jude“ ist bereits seit geraumer Zeit ein Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen und mittlerweile sind Juden selbst in Deutschland nicht mehr sicher, wenn sie ihre Religion durch äußere Zeichen bekunden. Als mich vor Jahren eine Israelin fragte, ob sie ihre Kette mit dem Davidstern nicht lieber verstecken sollte, winkte ich ab und sagte, das müsse sie nun wirklich nicht tun. Ich war sogar ein bisschen Stolz darauf, dass Antisemitismus in Deutschland (oberflächlich betrachtet) keinen Raum hat. Mittlerweile würde ich ihr in bestimmten Gebieten Berlins wohl doch dazu raten.

Antisemitismus ist inakzeptabel …

Es ist zugegeben sehr viel einfacher, sich in Kollektivschuld zu baden, als dem von Einwanderern eingeschleppten Antisemitismus konsequent einen Riegel vorzuschieben. Ersteres täuscht nämlich Demut, Selbstreflexion und Hochherzigkeit vor, letzteres ist schnöde Maßregelung und macht den Eindruck, man fühle sich kulturell überlegen, da man eine kulturelle Haltung als inakzeptabel identifiziert und ächtet.

Daher lässt man dies lieber gleich und versucht, den Fehler im System zu finden: Die gewalttätigen Araber in Frankreich, die Juden überfallen, ermorden und vergewaltigen, sind Opfer des Systems, das ihnen keine Chance gibt. Für die Jugendlichen in Deutschland mit arabischem Migrationshintergrund haben wir einfach immer noch nicht genug Präventionsprogramme – wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, so verging ab der dritten Klasse kein Schuljahr ohne Lektüre oder Themenkomplex zum Thema Holocaust. Wenn das als Prävention nicht ausreicht, wie tief sitzt dann der Hass? Wenn auf einer Demonstration „Juda verrecke“ geschrien wird, dann ist das Israelkritik. Und wenn ein Brandanschlag auf eine Synagoge erfolgt, dann ist kein antisemitischer Hintergrund zu erkennen. Natürlich nicht. Denn zu Antisemitismus sind in Deutschland per definitionem lediglich glatzköpfige Springerstiefelträger in der Lage.

… auch wenn er sich hinter „Israelkritk“ versteckt

Unter den standhaft wegschauenden Augen von Gesellschaft, Politik und Medien hat man es gestattet, dass diese importierte Judenfeindlichkeit Fuß fasst, Wurzeln schlägt bis in die zweite und dritte Generation und sich ausbreitet. Das mit „den Anfängen wehren“ ist also schon zu spät. Natürlich stellt sich die Frage, ob und wie man ganze Generationen zwangstherapieren kann. Zumindest aber können wir uns dem Problem stellen. Wir können deutlich machen, dass wir verfälschende und unverhältnismäßige „Israelkritik“ nicht tolerieren. Wir müssen die Wehrhaftigkeit unserer Rechtsordnung unter Beweis stellen, wenn Menschen meinen, sie könnten hier Synagogen anzünden.

Unsere Erinnerungskultur ist von Wehleidigkeit und Egoismus geprägt, und das ist ihre Schwäche: Denn eigentlich sollte es uns nicht nur darum gehen, dass Deutsche nicht mehr zu Tätern werden, sondern auch darum, dass Juden nicht mehr zu Opfern werden. Wenn wir dabei stehenbleiben, das Grauen von damals zu konservieren, wird von der echten Betroffenheit in ein paar Generationen nur Heuchelei übrigbleiben. Wir sind nicht dafür verantwortlich, was Großväter verbrochen haben, aber wir sind verantwortlich dafür, dass sich heute in Deutschland alle Menschen sicher fühlen können.

Autor: Anna Diouf

Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit – ein Appell

Reporter ohne Grenzen und Missio haben am 26. Januar 2016 während einer Veranstaltung in der Berliner Zeit Online-Redaktion eine Petition zur Freilassung des seit Jahren inhaftierten Bloggers und Priesters Nguyen Van Ly vorgestellt und gestartet.

Die beiden Einrichtungen haben sich zusammengetan, weil sich in der Person Nguyen Van Lys die jeweiligen Schwerpunkte ihrer Menschenrechtsarbeit überschneiden: die Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit auf der einen und die Gewissens-, Glaubens- und Religionsfreiheit auf der anderen Seite. Vertreter beide Initiatoren wiesen in diesem Zusammenhang auf die Unteilbarkeit der Menschenrechte hin: Meinungs- und Religionsfreiheit gehören grundsätzlich zusammen.

Das mag nach den Debatten um Charlie Hebdo überraschen, doch bei tieferer Betrachtung wird es deutlich: Ein religiöser Glaube kann nicht frei ausgeübt werden, wenn es keine Freiheit der Meinungsäußerung gibt, und Journalisten können nicht frei wirken, wenn ein bedeutender Teil der Kultur, über die sie berichten wollen, nur unter strengen behördlichen Kontrollen und absurden Genehmigungsvorbehalten realisiert werden kann. Letztlich basiert auch der Spott über Religion wesentlich auf deren Freiheit.

Und: Gerade, wenn Religion – wie heute üblich – nicht mehr als geistliches Band von Kultur und Volk, sondern nur noch als eine x-beliebige Geisteshaltung unter vielen angesehen und stärker als bisher ins Persönliche gedrängt wird, also Mein-ung ist, sollte klar sein, dass zwischen diese elementaren Freiheitsrechte des Menschen kein Blatt Papier passt. Für beide Rechte gilt zudem die gleiche Grenze: die Würde des Menschen, aus der die Freiheit geistlicher, geistiger und materieller Entfaltung erwächst.

Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist richtig, dass Nguyen Van Ly umgehend frei kommt. Es ist wichtig, am Beispiel dieses mutigen Bloggers und Priesters ein Zeichen zu setzen für Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit. Unterschreiben Sie bitte.

Praktisch zeitgleich ruft die Gesellschaft für bedrohte Völker dazu auf, die “Glaubensfreiheit in Vietnam [zu] retten“. Hintergrund ist die Debatte über ein Religionsgesetz, mit der die bisherigen Normen, die auf der Ebene von Durchführungsverordnungen bestehen, gebündelt und – so die Befürchtung – weiter verschärft werden. Auch hier gilt: Unterschreiben Sie bitte.

Vielen Dank!

Autor: Josef Bordat

Die Facebook-Blockwarte

Wir sollten es doch besser wissen: Die Funktion von Blockwarten hat in der jüngeren deutschen Geschichte einen derartigen Eindruck hinterlassen, dass alleine der Begriff Widerwillen auslöst. Ob in der nationalsozialistischen Diktatur des deutschen Reiches oder in der sozialistischen Diktatur der DDR – immer gab es willige Handlanger der jeweiligen Regierung, die „subversive Elemente“ entweder durch geeignete Aktionen zum Schweigen gebracht oder bei den behördlichen Stellen denunziert haben. Ob das jeweils durch politische Überzeugung oder durch gewährte Vorteile motiviert war, ist letztlich irrelevant: Das Bespitzeln des Nachbarn, die Denunziation und das durch Gesellschaftsdruck in die Spur bringen von politischen „Abweichlern“ hat in den deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts eine unselige Tradition.

Vor diesem Hintergrund muss man die Initiative OCCI, englisch „Online Civil Courage Initiative“, zu deutsch „Initiative für Zivilcourage Online“ betrachten, die vor einigen Tagen offiziell aus der Taufe gehoben wurde, und sich nach eigenem Bekenntnis gegen „Online-Extremismus“ einsetzt. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Facebook, der Bundesregierung (vertreten durch das Justizministerium) und der Amadeu Antonio Stiftung unter der Leitung von Anette Kahane, deren Beteiligung an der bisherigen „Task-Force“ des Ministeriums aufgrund ihrer früheren Stasi-Spitzeltätigkeit bereits umstritten war. Kahanes Rolle wird in der kritischen Berichterstattung zur OCCI immer hervorgehoben; sie ist jedoch nur ein Detail, das lediglich transparenter macht, was hier vor sich geht.

Politisch gewünschte Eingriffe in Meinungsäußerung

Facebook ist als Unternehmen frei, seine Geschäftspolitik zu gestalten, so wie es das möchte. Es ist deren eigene geschäftspolitische Entscheidung, relativ rigide sexuell anzügliche Bilder zu löschen. Es wäre auch nichts dagegen zu sagen, wenn Facebook Bilder von Katzen verbieten würde. Und so liegt es auch im Ermessen des Facebook-Managements, Beiträge zu verhindern zu suchen, die nach deren Ermessen als Hassrede zu qualifizieren wären. Dennoch kommt man nicht umhin festzustellen, dass Facebook mit der Beteiligung an OCCI dem Druck der Bundesregierung nachgibt, die eine strengere Handhabung der Facebook-eigenen Verhaltensregeln gefordert hatte. Man kann also hier mitnichten von einer rein geschäftlichen Entscheidung sprechen sondern muss von einer politisch gewünschten Initiative ausgehen – die Beteiligung des Justizministeriums legt diesen Schluss ebenfalls nahe.

Wie will OCCI nun arbeiten? In der Pressemitteilung  heißt es dazu, dass man neben der finanziellen Unterstützung von NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen) „die sich im Kampf gegen Online-Extremismus in Europa engagieren“ auch „Experten aus dem Bereich der Bekämpfung von gewaltbereitem Extremismus zusammenbringen [wird], um gemeinsam Best Practice Beispiele zu erarbeiten, die anschließend NGOs, Regierungen und anderen Onlinediensten zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus werden Instrumente entwickelt, mittels derer sich Menschen im Bereich Counterspeech engagieren können.“

Unerwünschte Stimmen sollen zum Schweigen gebracht werden

Was recht unschuldig daherkommt, erhält seine Bedeutung durch die Beteiligten und die bisherigen Ansätze in diesem Themengebiet. Es geht dabei nachvollziehbar nicht um die Fragen des Extremismus im Allgemeinen sondern um Fragen des Rechtsextremismus und der Fremdenfeindlichkeit im Besonderen. Gerade die Zusammensetzung der Initiatoren macht den Schwerpunkt auf Rechtsextremismus deutlich, der eine Engführung des Themas „gewaltbereiter Extremismus“ darstellt. Gerade jüngste Anschläge auf Fahrzeuge und Gebäude von Lebens- und Familienschützern sowie AfD-Politiker und deren Veranstaltungen machen deutlich, dass es bei gewaltbereitem Extremismus nicht nur um den rechten Rand des politischen Spektrums geht. Darüber hinaus ist der Hinweis auf die Instrumente des „Counterspeech“ (zu deutsch harmlos klingend „Gegenrede“) ein Zeichen dafür, dass sowohl bei Facebook als auch in sozialen Netzen generell unerwünschte Stimmen zum Schweigen gebracht werden sollen, unabhängig davon, ob es sich dabei um Gewaltaufrufe handelt oder nicht.

OCCI unterstützt und fördert Privatleute und NGOs in der Abwehr nicht gewünschter Meinungsäußerungen, so könnte man die Aufgabe in Kurzform fassen. Da die Initiative nun aber selbst eine Nichtregierungsorganisation ist, hat sie keine rechtsstaatliche Funktion, sondern agiert lediglich aus der Macht der politischen Unterstützung heraus. Die Gefahr besteht daher – und die Konstruktion der OCCI macht deutlich, dass das auch so gewünscht ist –, dass es bei den bekämpften politischen Stimmen nicht nur um solche gehen wird, die Straftatbestände darstellen (die in §130 StGB schon wachsweich genug formuliert sind), sondern auch um solche, die generell in der politischen Debatte nicht erwünscht sind. Schaut man sich unter diesem Gesichtspunkt wiederum die Aktivitäten von Frau Kahane und der Amadeu Antonio Stiftung an, steht zu befürchten, dass hier auch kritische Stimmen zur Flüchtlingsthematik oder Gegenreden zur Refugees-Welcome-Rhetorik bekämpft werden sollen: Mit Rückendeckung des Justizministeriums aber ohne staatliche Legitimation!

Die Freiheit ist gefährdet

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Gegenstimmen gegen Gewaltaufrufe oder Anzeigen von Straftaten sind durchaus legitim. Hier haben wir es aber mit einer Gesinnungsprüfung zu tun, die mit Regierungssiegel und Millionenbudget ausgerüstet ist. Schadet es da, sich auch das aktuelle politische und gesellschaftliche Umfeld noch einmal näher anzusehen, in dem politische Parteien, mit Aussicht auf Landtags- und Bundestagsmandate, aus politischen Diskussionen entweder ausgeschlossen oder in einer „Einer-gegen-alle-Talkshow“ vorgeführt werden? In dem versucht wird, Straftaten von Migranten und Flüchtlingen zu relativieren oder gar die Berichterstattung zu unterdrücken? In der der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Kritik steht, weil er ganz offensichtlich zu regierungsnah berichtet (ob mit oder ohne interne Dienstanweisungen)? In dem politisch motiviert „Unworte“ gewählt werden, womit bezweckt wird, berechtigte Polemiken aus dem Diskurs auszuschließen? Ein Umfeld, in dem Umfragen zufolge eine Mehrheit der Deutschen befürchtet, man könne seine Meinung nicht mehr frei äußern?

Der Rückzugsraum für die wirklich offene Diskussion, die tatsächliche freie Meinungsäußerung – ob offen oder auch mal anonym –, die Möglichkeit, abseits der politischen Korrektheit einigermaßen risikofrei Aussagen zu treffen, die in anderen Medien kaum noch Gehör finden, war bislang das Internet und vor allem die sozialen Netzwerke. Gibt es dabei Entwicklungen, die man nicht nur positiv bewerten muss? Ja sicher! Aber die zunehmende Einflussnahme von Gesetzgeberseite und regierungsseitig unterstützter Nichtregierungsorganisationen wie sie die OCCI darstellen, gefährden diese Freiheit. Der Raum der Freiheit, der freien Diskussion und der freien Meinungsäußerung wird mit Initiativen wie diesen weiter eingeschränkt. Das an sich ist schon bedenklich; die Regierungsbeteiligung – und, ja, auch die Beteiligung einer ehemaligen Stasi-IM – sind dagegen ein Skandal, der unterzugehen droht. Aufgefordert sich zu wehren und dieser Entwicklung zu widersprechen sind nicht nur migrationskritische Stimmen, sondern alle, die die Freiheit im Land für ein hohes und dabei leider gefährdetes Gut halten.

Autor: Felix Honekamp

AfD raus – CDU jetzt auch

Es hätte keine bessere Wahlwerbung für die AfD geben können. Der SWR hatte politischem Druck nachgegeben und die Unwilligkeit von SPD und Grünen in Medienhandeln umgesetzt. Die sogenannte Elefantenrunde vor der Wahl soll nun also unter Ausschluß einer Partei stattfinden, der Wahlforscher ein zweistelliges Ergebnis vorhersagen.

Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten. Die AfD legte sofort in den Umfragen zu und liegt zumindest in Baden-Württemberg derzeit bei deutlich über zehn Prozent in der Wählergunst. Daß die AfD nicht die Sympathie der öffentlich-rechtlichen Redaktionen genießt, dürfte klar sein. Nicht klar war, wie leicht diesen die Manipulation von der Hand geht.

Eingriffe von politischer Seite

Auch an anderen Stellen hatte es in der Vergangenheit Eingriffe von politischer Seite gegeben. Eine Sendung über Gendermainstreaming verschwand aus der Mediathek, weil sie politisch nicht genehm war. Die Vertreter von Gendermainstreaming kamen in der Sendung schlecht weg. Aktuell ist eine Sendung aus der Mediathek des MDR entfernt worden, weil dort die SPD schlecht weg kam.

In dem meisten Fällen wird ja gleich politkonform gesendet und berichtet. Eine Umfage aus dem Jahr 2013 bescheinigte der deutschen Medienlandschaft eine erdrückende Mehrheit von linken, grünen und sozialdemokratischen Journalisten. In den öffentlich-rechtlichen Medien kommt noch die politische Kontrolle durch die Rundfunkräte hinzu.

Es gibt neben den öffentlich-rechtlichen Medien auch andere Informationsquellen

Die Menschen im Land haben das längst kapiert. Durch die sozialen Medien suchen sich die Menschen immer wieder neue und andere Informationsquellen. Das sind schon lange nicht mehr nur die jungen Menschen. So blieb die Aussperrung der AfD aus der sogenannten Elefantenrunde des SWR nicht lange ein Geheimnis und sorgte für heftige Empörung in eben diesen sozialen Medien.

Zunächst einmal betonte die CDU keine Probleme mit einer Fernsehdiskussion mit der AfD zu haben, akzeptierte aber zähneknirschend die Beschränkung durch den SWR. Heute morgen nun erklärte Julia Klöckner, CDU – Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz, sie werde an der Diskussion nicht teilnehmen. Das ist stark! Respekt vor dieser Entscheidung.

Jetzt dürfen, so denn die Sendung überhaupt noch stattfindet, SPD und Grüne eine eindimensionale Propagandasendung veranstalten. Agitprop ist ja durchaus eine Kernkompetenz politisch linker Strategen. Viel Spaß dabei.

Die Bürger informieren sich an anderen Orten

Die Bürger holen sich derweil ihre Informationen an anderen Orten. Daß darunter auch Portale mit zweifelhafter Seriosität sind, steht außer Frage. Die etablierten Medien treiben sie förmlich dorthin. Der Vertrauensverlust ist eine Katastrophe, denn wie soll eine Demokratie ohne wirksame Kontrolle durch die Medien wirklich stark bleiben?

Man kann durchaus von einer Krise der öffentlich-rechtlichen Medien reden. Das Vertrauen der Menschen im Land schwindet von Tag zu Tag mehr. Nur zu gerne regt man sich über neue polnische Mediengesetze auf. Warum eigentlich? In Deutschland brauchen wir so etwas gar nicht mehr, da beschneiden sich die Sender gleich selber oder warten auf einen moderaten Druck aus der Politik. Auf solche Medien können wir verzichten. Wir können umso mehr darauf verzichten, wenn wir sie mit Zwangsgebühren finanzieren müssen. Wäre ich AfD- Politiker, wüßte ich genau, welche Forderung ich schleunigst in mein Wahlprogramm aufnehmen würde.

Öffentlich-rechtliche Medien sind in dieser Form nicht zu retten

Die öffentlich-rechtlichen Sender in dieser Form sind nicht mehr zu retten, wenn sich nicht ganz schnell ein Wandel in Richtung größerer Objektivität vollzieht und die Skandale ein Ende finden. Immer mehr Bürger sehen die Notwendigkeit solcher Sender nicht mehr ein. Der Aspekt der Grundversorgung ist längst kein Argument mehr, wenn es sich nur noch um eine manipulierte und manipulative Grundversorgung handelt.

An Stelle der AfD und der CDU wäre es ratsam, die Elefantenrunde auch dann zu boykottieren, wenn der SWR jetzt eine Rolle rückwärts macht.

Es sollten sich jetzt, in diesem Augenblick, wirklich ein oder mehrere private Sender überlegen, ob sie diese Lücke zumindest partiell füllen können. Warum nicht eine Elefantenrunde auf einem privaten Nachrichtenkanal?

Die Sender und die Bürger könnten dabei nur gewinnen.

Autor: Peter Winnemöller

Money sells: Ist der Reichtum der Anderen unser Hauptproblem?

Man muss exorbitanten Reichtum nicht gutheißen. Die Schlagzeilen darüber verdeutlichen allerdings eine Werte-Schieflage.

„Den 62 Reichsten gehört die halbe Welt“ – Wenn ich eine solche Überschrift lese, überkommt mich jedes mal ein ordentlicher Schreck. Dabei ist nicht so sehr die Tatsache erschreckend, dass – angeblich, bei solchen Statistiken bin ich immer skeptisch – die 62 reichsten Menschen der Erde genauso viel besitzen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, sondern die daraus direkt abgeleiteten Forderungen. Die orientieren sich nämlich nicht – wie man ja als vernünftiger Mensch durchaus denken könnte – in erster Linie an den Rahmenbedingungen, wie Wohlstand entsteht, sondern daran wie er verteilt werden kann. Die Hilfsorganisation Oxfam, von der auch die Studie stammt, fordert denn auch ein gerechteres Steuersystem und das Trockenlegen von „Steueroasen“.

Besteuerung bedeutet nicht Gerechtigkeit

Nun gehöre ich nicht zu denjenigen, die meinen, der „real existierende Kapitalismus“ sei gerecht: Durch entsprechende Lobbyarbeit kann man das System nämlich kaum noch als Kapitalismus oder freie Marktwirtschaft bezeichnen, und es ist nicht so, dass ausgerechnet diejenigen davon profitieren, die keine besondere Macht vorzuweisen haben. „Korporatismus“ nennt man das, wenn eine allzu enge Zusammenarbeit zwischen „Kapital“ und Regierungen Raum greift und letztlich tatsächlich eine „Umverteilung“ von unten nach oben stattfindet. Die Forderung nach geänderter Besteuerung ist daher zwar gängig, man sollte allerdings nicht glauben, dass durch Besteuerung die Gerechtigkeit in der Welt zunimmt – schon gar nicht, dass die Leistungsfähigkeit der weltweiten Wirtschaftsordnungen zu Gunsten der Benachteiligten zunimmt. Trotzdem machen sich solche Schlagzeilen immer gut, und es zeigt sich jedes mal, wenn sie auftauchen, dass sich unsere Medien im Thema „Kapitalismuskritik“ noch immer wohl fühlen.

Ganz anders ein Thema, das immer wieder, jedes Jahr, weitgehend bis auf Kurzmeldungen unterhalb der Wahrnehmungsgrenze stattfindet: Die christliche Hilfsorganisation OpenDoors hat wieder mal den sogenannten Weltverfolgungsindex erstellt, in dem in einer Art Hitliste der Schande die Länder aufgeführt sind, in denen Christen am meisten verfolgt werden. Immer wieder auftauchende Rahmeninformation dazu ist, dass Christen weltweit die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft ist. Über 100 Millionen Christen werden weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt, so berichtet OpenDoors auf seiner Homepage. Und schaut man sich das Ranking an, dann findet man seit Jahren erstens Nordkorea und auf den folgenden Plätzen muslimische oder muslimisch geprägte Staaten:

  1. Nordkorea
  2. Irak
  3. Eritrea
  4. Afghanistan
  5. Syrien
  6. Pakistan
  7. Somalia
  8. Sudan
  9. Iran
  10. Libyen

Dabei muss man die Zielsetzung des Rankings berücksichtigen: Es geht nicht um Verfolgung im Allgemeinen sondern um die Verfolgung des christlichen Glaubens. In Nordkorea beispielsweise wird jede Religion verfolgt, das trifft nicht nur Christen, in islamisch geprägten Ländern werden nicht selten auch islamische Minderheitsglaubensrichtungen verfolgt. Trotzdem fällt natürlich auf, dass  die Verfolgung Andersgläubiger offenbar ein islamisches Phänomen ist. Das passt womöglich gerade jetzt nicht gut ins politische Konzept, wenn Hunderttausende auch muslimische Flüchtlinge aus islamisch geprägten Ländern in Europa oder auf dem Weg dorthin sind.

Intensive Beschäftigung mit der Flüchtlingsproblematik könnte unangenehme Aspekte offenbaren

OpenDoors hält sich klassischerweise mit politischen Äußerungen zurück, auch um die Situation der Verfolgten in den einzelnen Ländern nicht noch zu verschärfen. Von außen betrachtet muss einen der Weltverfolgungsindex aber skeptisch werden lassen hinsichtlich allzu leicht dahergesagter Wir-schaffen-das-Rhetorik. Notwendig wäre eine eingehende Analyse der Verfolgungssituationen in den einzelnen Herkunftsländern der Flüchtlinge, um möglicherweise Konsequenzen zu ziehen hinsichtlich der Flüchtlings- und Anerkennungspolitik. Das setzt aber eine intensive Beschäftigung mit den Hintergründen voraus und könnte unangenehme Aussagen hinsichtlich der Integrierbarkeit mancher Flüchtlingsgruppen heraufbeschwören. Und also – so muss man wohl annehmen – und weil es auch „nur“ Christen betrifft, deren Verfolgung man in Mitteleuropa sowieso eher widerwillig zur Kenntnis nimmt, bleiben Nachrichten wie die über deren Verfolgungssituation in der Welt eher unbeachtet.

Und jetzt zurück zum Ausgangsthema: Ich möchte nicht die Armut in der Welt, die für viele auch einen Fluchtgrund darstellt, zu gering bewerten. Aber müsste nicht die größere Schlagzeile statt „Den 62 Reichsten gehört die halbe Welt“ diese sein: „9 der 10 Hauptverfolgerstaaten von Christen sind muslimisch“ sein? Zumal die erste Schlagzeile auch nicht an das Mitgefühl mit den Armen apelliert sondern an den Neid gegenüber den – vermeintlich ungerecht – Superreichen? Armut und Reichtum sind ein Spannungsfeld, das einen Christen und eine christlich geprägte Gesellschaft nicht kalt lassen kann (auch wenn man zu unterschiedlichen Handlungsempfehlungen kommt), aber kann die Verfolgung der Glaubensgeschwister in aller Welt tatsächlich so unter den Tisch gekehrt werden?

Geld und Neid dominieren Empathie für Verfolgte

Pauschal gesagt, gibt es offenbar eine Schieflage in der Bewertung weltpolitischer Themen. Dass diese Schieflage auch politisch motiviert ist, scheint mir nur ein Verstärker zu sein. Denn – wiederum pauschal gesagt – bildet diese politische Motivation auch die Prioritäten einer früher mal christlich geprägten Gesellschaft nach: Geld und Neid – der Mammon und der Reichtum der Anderen – ist offenbar das besser vermarktbare Aufregerthema als Glaube und Mitgefühl für verfolgte Christen!

Autor: Felix Honekamp

Reue sieht anders aus

Jeder Mensch macht Fehler. Das kommt in den besten Familien vor. Auch bei Journalisten.
(Die Welt; N24; KNA; domradio)

Wenn der Fehler, den man begangen hat, einem anderen Menschen schadet, so ist der einzig richtige Weg die Bitte um Nachsicht und Verzeihung und der Versuch, den Schaden so weit möglich wieder gutzumachen, indem man eine Richtigstellung veröffentlicht, in der man deutlich macht, dass man dem jeweiligen Menschen Unrecht getan hat.

Erfundene Zitate sollen die Lüge belegen

Nun ist ein spanischer Erzbischof das Opfer einer Falschmeldung geworden. Während er in einer Predigt Gewalt an Frauen eindeutig verurteilte und auf die soziologischen, aber auch auf noch tiefer liegende, geistliche Ursachen, hinwies (wie es wohl von jemandem, dessen Aufgabe es ist, Gläubige über geistliche Dinge zu unterrichten, erwartet werden darf), wurde ihm das glatte Gegenteil unterstellt – und zwar nicht nur, wie ja durchaus üblich, durch geschicktes Weglassen von Sätzen, die einen Kontext herstellen, sondern durch verzerrende  und falsche indirekte und frei erfundene wörtliche Zitate.

Da die betreffende Predigt in ganzer Länge im Netz abrufbar ist, lässt sich der Irrtum leicht feststellen. Wenn nun also eine Stellungnahme des Bischofs Verwunderung angesichts der Kritik äußert, so ist das nicht weiter seltsam: Natürlich ist es verwunderlich, wenn jemand sagt, dass Mord an Frauen aus Mangel an Respekt und aus Machismo resultiert, und er am nächsten Tag in der Zeitung lesen muss, er habe gesagt, Frauen seien selbst schuld, wenn sie geschlagen würden.

Trotz eindeutiger Quellenlage wird weiterhin so getan, als hätte etwas Skandalöses passiert sein können

Wenn nun eine derartige Falschdarstellung derart leicht nachzuvollziehen und einzusehen ist, scheint doch der Weg zur Bitte um Verzeihen für den begangenen Fehler nicht weit.

Aber nein, irgendetwas muss er doch falsch gemacht haben, der Herr Erzbischof. Er ist schließlich ein katholischer Würdenträger. Also schreiben wir als neue Schlagzeile einfach mal „Spanischer Erzbischof weist Machismo-Vorwürfe zurück.“ Äh – Moment. Der Erzbischof beklagt in seiner Predigt den Machismo. Wie kann dieser ihm nun vorgeworfen werden? Eine Dialektik, die mir fremd ist.

Selbst Wortwahl und Formulierung der vermeintlichen Korrektur belieben unterstellend

Zur scheinbaren Rettung der Situation, wird nun wenigstens einmal wörtlich zitiert (unter Auslassungen), was der Erzbischof tatsächlich gesagt hat. Allerdings wird dieses Zitat durch eine weitere Frechheit eingeleitet: „Laut dem vom Erzbistum verbreiteten Predigttext hatte der Erzbischof stattdessen unter anderem Folgendes gesagt: (…)“ . Auch dieser Artikel basiert nach Angaben von „Die Welt“ unter anderem auf einer Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA). Sämtliche Predigten des Bischofs stehen in einem Archiv der Erzdiözese online zum Nachlesen bereit. Vielleicht ist es nur das Anfangsstadium von Paranoia meinerseits, aber zweifeln Sie an der Glaubwürdigkeit der „vom Erzbistum verbreiteten“ Fassung? Wer sonst sollte denn Ihrer Meinung nach diese Predigt im Original verbreiten, wenn nicht der Verfasser?

Es folgt, wenig galant und wenig geschickt: „Daraus entstanden Berichte, in denen es hieß, der Kirchenmann habe behauptet, spanische Frauen, die von ihren (Ex-)Männern getötet werden, seien selbst daran schuld, weil sie den Gehorsam verweigert oder die Scheidung eingereicht hätten. Diese Interpretation (Hervorhebung von mir) wiederum hatte in Spanien und anderen Ländern scharfe Kritik unter anderem in den sozialen Netzwerken ausgelöst.“

Leser werden für dumm verkauft

Nein, nein, und nochmals nein. Halten Sie Ihre Leser eigentlich für dumm? So etwas ist keine „Interpretation“. Es ist eine bewusst falsche Wiedergabe. Zur Interpretation lassen die Worte des Erzbischofs zu diesem spezifischen Thema nämlich wenig Raum. Wie man in seinen Aussagen etwas Frauenfeindliches oder Gewalt Rechtfertigendes finden kann, wird ein Geheimnis bleiben, aber man ist es ja gewöhnt, dass katholische Glaubensaussagen grundsätzlich so verstanden werden, dass man der Kirche etwas vorwerfen kann.

Plumper geht es wirklich kaum noch. Obwohl hinreichend belegt ist, dass die in den Medien kolportierten Aussagen schlicht jeder Grundlage entbehren, werden lediglich die Worte der Stellungnahme des Erzbistums wiedergegeben – so, als müsste dieser sich rechtfertigen! Das ist unter allen Gipfeln der Frechheit die Zugspitze, das Matterhorn, der Mont Blanc.

Es fehlen Reife zur Einsicht und Größe zum Fehlerbekenntnis

Liebe Medien, die diese Meldung weiterverbreiten; eine kleine Anmerkung zur deutschen Grammatik: Wer eine Lüge im Indikativ verbreitet, sollte bei Klarstellungen nicht in den Konjunktiv fallen. Sparen Sie sich doch diese grammatische Höchstleistung und geben Sie zu, dass Sie die Angaben, die Sie gemacht haben,  gründlicher hätten prüfen müssen. Haben Sie keine Skrupel, einen Menschen zu verleumden? Nicht ein Fitzelchen Respekt?  Egal, ob Fritz Müller oder Braulio Rodríguez, niemand sollte auf diese Art und Weise behandelt werden.

Glauben Sie wirklich, dass Sie durch solche Winkelzüge Vertrauen generieren? Oder ist Ihnen selbst das Vertrauen der Menschen gleichgültig, und geht es Ihnen nur um Ihren Stolz? Jeder hätte höchsten Respekt davor, wenn Sie, gerade in der jetzigen Zeit, mit gutem Beispiel vorangehen  und Ihre Fehler eingestehen würden. Wenn Sie weiter auf Ihrer Falschmeldung beharren, machen Sie sich nur zur Lachnummer. Mir fehlen langsam die Worte, um ein derartiges Verhalten zu beschreiben. Infam wäre das letzte, das mir einfällt. Aber vielleicht nehmen wir auch einfach „unreif“? Wer so uneinsichtig darauf beharrt, andere in den Dreck zu ziehen, der verdient nicht, ernst genommen zu werden.

Autor: Anna Diouf

Kein Mensch ist illegal. Korrekt

Manche Menschen machen sich illegal. Das geschieht immer dann, wenn sie sich nicht an das gesetzte Recht halten. Das geht los bei einer Ordnungswidrigkeit, eskaliert über das Vergehen bis hin zum Verbrechen.

Wir Menschen haben uns unter anderem auch deshalb vergesellschaftet, weil uns bewusst ist, dass wir einen Rahmen aus gesetztem Recht benötigen, um gedeihlich miteinander umzugehen. Die Einhaltung des Rechtes und dessen Durchsetzung und die Ahndung von Verstößen gegen dieses Recht unter Anwendung der Gesetze, haben wir – das Volk – übergeordneten Instanzen abgetreten.

Bestehendes Recht wird nicht durchgesetzt

Von diesen übergeordneten Instanzen dürfen wir erwarten, dass auch sie sich an Recht und Ordnung halten. Je höher die Instanz um so fester gekoppelt sollte das schon sein.

Nun wissen wir Bürger (manche wollen das lieber nicht, die schauen und hören nicht hin) seit Jahren, dass übergeordnete Instanzen leider das mit der Durchsetzung des Rechtes in bestimmten Fällen nicht so ganz genau nehmen. Zumeist dann, wenn erhöhter Widerstand zu erwarten ist oder aber moralisierende Berichterstattung, die die übergeordneten Instanzen in ein schlechtes Licht rücken könnten.

Das nehmen bzw. nahmen viele Bürger murrend, grummelnd und grollend zur Kenntnis, zahlten weiterhin ihre Steuern (mehr oder weniger korrekt), haben die 3,6 km/h Geschwindigkeitsübertretung bar berappt, die fünf Minuten Parkzeitüberschreitung, den Verstoß gegen den Bebauungsplan rückgebaut …, …, …,.

Behörden scheint das egal zu sein

Die Bürger haben auch geschluckt, dass in der Vergangenheit viele Menschen nach Deutschland kamen, die hier eigentlich nicht bleiben dürfen. Menschen demnach, die von der Behörde mitgeteilt bekamen, dass sie sich illegal machen, wenn sie weiterhin in Deutschland bleiben. Das hat viele dieser Menschen nicht gejuckt, weil es die übergeordneten Behörden offensichtlich auch nur peripher interessiert hatte.

Die Zahlen dieser sich illegal in Deutschland aufhaltenden Mitmenschen waren „erträglich“ und sie haben weder das Gemeinwohl gefährdet noch den inneren Frieden gestört. Sie sind einfach „weggesickert“.

Nun haben sich Umstände entwickelt, in der viele Menschen zu Recht in Deutschland Zuflucht suchen. Sei es als Kriegsflüchtling (das ist etwas anderes als Asylant), als Asylberechtigter oder gar mit der offenen Absicht hier nach Deutschland zu kommen, um hier Bürger zu werden und sich ein neues Leben aufzubauen.

Keine Frage: Angesichts der Zahlen ist das von einer Gesellschaft mit annähernd 81 Millionen Bürgern zu schaffen.

Neben diesen oben angeführten Menschen, die jederzeit einen legalen Aufenthaltsstatus in Deutschland erlangen können, kommen aber noch einmal dreimal mehr Menschen nach Deutschland, bei denen spätestens nach intensiver Prüfung deutlich sein wird, dass sie keinerlei legale Rechtsgrundlage für eine nicht-touristische Einreise in das Bundesgebiet werden nachweisen können.

Manche wissen schon vor ihrem Aufbruch, dass sie illegal in Deutschland bleiben

Darunter sind beispielsweise Menschen, die nach Aussage des Präsidenten ihres eigenen Staates – des serbischen Präsidenten – in Deutschland pro Monat soviel monetäre Hilfeleistungen erhalten, dass sie damit das durchschnittliche Monatsgehalt eines serbischen Facharbeiters übertreffen. Serbien ist kein Kriegsgebiet (Gott sei Dank), es verfolgt nach derzeitigem Wissen niemanden politisch, nicht wegen des Geschlechts, der Hautfarbe oder der sexuellen Präferenz. Das bedeutet, dass jeder, der sich aus Serbien ohne jegliche Rechtsgrundlage auf den Weg nach Deutschland gemacht hat, vorsätzlich einen illegalen Aufenthalt plant.

Ähnliches gilt für Menschen aus Marokko, Tunesien oder auch Mauretanien.

Von den Asylbeantragenden, die nach Deutschland kommen, erhalten – so proAsyl – nach abschließender Prüfung rund ein Drittel den begehrten Aufenthaltsstatus, bei den Menschen die als Kriegsflüchtlinge anerkannt werden wollen, sind es immerhin rund ein Viertel. Es gibt dann noch ein paar besondere Schutzrechte, deren Zahlen anerkannter Schutzberechtigter sich aber im unterschlagbaren unteren einstelligen Prozentbereich bewegen.

Alle offiziellen Prognosen lagen weit unter den Zahlen, der tatsächlich eingereisten Menschen

Die Bundesregierung erwartete für 2015 erst 500.000, dann später 800.000 und schließlich – so der Vizekanzler in einem internen Brief an seine Parteigenossen – mindestens 1.000.000 (eine Million) Menschen, die sich hier um einen Aufenthaltsstatus bemühen würden oder aber bereits auf der Anreise unregisitriert aus den Zügen und Erstaufnahmelagern ins Bundesgebiet „versickern“. Letztlich werden es zwischen 1,2 bis beinahe 1,5 Millionen Menschen gewesen sein, die 2015 nach Deutschland einreisten, um hier in Obhut genommen zu werden. Genau weiß das niemand.

Legt man grob die oben angeführten Zahlen zugrunde, dann wird deutlich, dass die übergeordneten Behörden, ihre bisherigen Praxis des „Laissez-faire“ nicht werden beibehalten können. Denn dann werden am Ende der Anerkennungsverfahren mindestens 600.000 Menschen ohne Aufenthaltsstatus in Deutschland sein. Sie sind dann illegal hier. Nimmt man die höchste Schätzung, so wären es 900.000 Menschen.

600.000 sind so viele Menschen, wie sie in Essen oder Düsseldorf oder auch in Dresden leben.

2016, in diesem Jahr – so verspricht uns die Bundesregierung – erwartet sie erneut rund 500.000 Menschen. Das hat sie uns Anfang 2015 auch schon versprochen.

Nun – wir schaffen das.

Kroatien hat das den Reisenden ja bereits versprochen. Aber das alles geht jetzt geregelter, weil auf den Autostraßen deutsche Polizisten mit Taschenlampen in die Fahrzeuge leuchten und nach Menschen suchen, die versuchen unerwischt über die Grenze zu kommen. Wenn sie dennoch erwischt werden, werden sie registriert und ins Bundesgebiet an die Erstaufnahmelager verteilt. Wer nicht über die Straße in einem Fahrzeug kommt, der kann diesen Service im Zuge der Aussetzung des Schengen-Abkommens nicht in Anspruch nehmen. Der muss weiter 200 Meter rechts und links an den Grenzposten vorbei durch die Kälte, die feuchten Wiesen und die dunklen Wälder marschieren, während sich an der Grenzabfertigung der touristische Verkehr und der Güterfernverkehr stauen.

Autor: Dominik Ventus

Keine halben Sachen – eine Hilfestellung

Keine halben Sachen!“ habe ich gedacht, als ich die weichgespülten Korrekturen der Falschmeldung las, die Erzbischof Plaza zu Unrecht in den Dreck zogen. Haben die Zeitungen, Portale und Agenturen nicht mehr drauf, oder wenigstens mehr Anstand? Empört war ich.
Doch dann fiel mir die alte Tugend ein, vor der eigenen Türe zu kehren. Hatten wir Blogger nicht auch halbe Sachen gemacht? Hatten nicht auch wir nur angeprangert, aber keinen Lösungsvorschlag unterbreitet? Was, wenn die armen Medienprofis das gar nicht können!
Um die Sache also rund zu machen und die zweite Hälfte zu liefern, hier ein Textvorschlag, wie man die Sache aus der Welt (und auch aus anderen Zeitschriften, die sich bisher nicht trauen) schaffen könnte. Nachdrucken ausdrücklich erlaubt:

Liebe Leser,

vor kurzem brachten wir die Meldung, der Erzbischofs von Toledo, Braulio Rodriguez Plaza, habe sich in einer Predigt abschätzend über misshandelte Frauen geäußert: sie seien an ihrer Situation selbst schuld. Diese Meldung war falsch.
Wir entschuldigen uns bei Ihnen dafür, Sie falsch informiert zu haben. Noch nachdrücklicher jedoch entschuldigen wir uns bei Ihnen, Exzellenz!

Ein Übersetzung der Predigt finden Sie hier hinter diesem Link. Erzbischof Plaza wendet sich darin massiv gegen jede Form von Gewalt gegenüber Frauen, prangert die Täter an, lobt die rechtlichen Möglichkeiten der betroffenen Frauen und versucht, den Ursachen des Problems auf den Grund zu gehen. Die fehlerhaften Anschuldigungen lassen sich weder im Wortlaut der Predigt finden, noch durch Interpretation konstruieren. Es tut uns leid.

In eigener Sache dazu: das Verbreiten von Nachrichten ist ab und zu mit Stolperfallen versehen. Aktualität bedeutet Zeitdruck. Nachrichten breiten sich in großer Geschwindigkeit aus und werden, wenn man die Quelle als zuverlässig kennt, oft erst im Nachhinein geprüft.
Das ist hier passiert. Eine aufmerksame Leserschaft hat den Irrtum rasch bemerkt und konnte ihn anhand einer Übersetzung nachweisen. So können wir ihn korrigieren; danke für die Hinweise!

Wir haben einen Fehler begangen – es wird nicht unser letzter gewesen sein. Korrekte Informationen aber müssen einem Nachrichtenportal wichtiger sein als die eigene reine Weste. Da es unser Anliegen ist, Sie stets aktuell und richtig zu informieren, also selbst eine zuverlässige Quelle zu sein, ist unser fest zugesagter Service der: Fehler werden korrigiert, und zwar so, dass es bemerkt wird. Sie bekommen die richtigen Informationen.

Ihre *werauchimmer*

Autor: Bastian Volkamer

Gute Manieren sind gefragt

Wer am Kaffeetisch versehentlich seine Tasse auf den Boden fallen lässt, tut gut daran, die Tasse in die Spülmaschine zu räumen und sich eine neue zu holen. Hat er allerdings dabei den Kaffee auf die Hose seines Sitznachbarn geschüttet, ist der mit Recht erstaunt, wenn es bei einer neuen Tasse bleibt. Ein „Entschuldigung!“ und ein paar Servietten wären da nicht zu viel erwartet. Eher angemessen – alles andere wäre nicht nur unhöflich, sondern ließe den Ungeschickten zusätzlich als Egoisten erscheinen: Die Hose bleibt dreckig, Hauptsache, meine Tasse ist sauber. So weit – so einsichtig.

Wenn ein Nachrichtenportal versehentlich eine Falschmeldung bringt, tut es gut daran, die zu löschen. Hat es dabei allerdings einen unschuldigen Menschen mit Dreck beworfen, tut es gut daran, eine Richtigstellung zu bringen, verbunden mit einer Entschuldigung. Und das so, dass beides auch wahrgenommen wird. Alles andere wäre nicht nur unprofessionell, sondern auch unglaubwürdig: Der Dreck bleibt kleben, Hauptsache wir haben keine Fehler auf dem Portal. Ist doch klar – oder?

… soweit die Theorie. Die Praxis …

Bei KNA und Domradio scheint man das anders zu sehen. Eine dreckschleudernde Falschmeldung ohne eigene Recherche zu übernehmen – das geht. Bei Domradio ist das sogar verständlich: den Agenturen, von denen man seine Nachrichten erhält, vertraut man. Domradio ist kein Riesenunternehmen. Von KNA hingegen kann man Recherche erwarten! Wie dem auch sei: Ein Versehen dieser Art ist passiert. Man hat eine skandalöse Meldung übernommen und verbreitet: Erzbischof Rodriguez Plaza habe misshandelten Frauen in seiner Predigt mitgeteilt, sie seien an ihrer Lage selbst schuld. Diese Meldung ist offenbar falsch. Und ist sie falsch, ist sie bösartig und für den Bischof (und die ganze Kirche!) eine schwere menschliche Verletzung. Doch bevor man das offen korrigiert, braucht man offenbar erst einmal viel Zeit zum Nachdenken: Der Artikel sei aufgrund vieler Rückmeldungen vorerst offline schreibt Domradio lakonisch auf Facebook, man habe keine Zugriffsberechtigung heißt es auf der Website. Keine Richtigstellung, keine Entschuldigung. Von KNA kommt nichts.

Es ist doch nicht so schwer!

Es ist verständlich, dass man jetzt gründlich recherchiert, sogar wichtig ist das. Doch eins geht nicht: nur das eigene Portal zu putzen. Hier wurde ein Schaden angerichtet.
„Unsere Meldung, Erzbischof Rodriguez Plaza habe misshandelten Frauen die Schuld an ihrem Zustand gegeben, war falsch. Wir bitten ihn unsere Leser um Entschuldigung. Eine Übersetzung seiner Predigt, auf die wir uns bezogen, finden Sie hier.“ Seid Ihr unsicher, dann schreibt eben „…war offenbar falsch. Für diesen Fall bitten wir…“. Aber schreibt!

Moral:

Ohne eine solche Meldung an prominenter Stelle entsteht der Eindruck, oder besser: so wird klar, dass es mehr um die Firma geht als um die Inhalte. Dass man mit dem Werfen von Dreck schneller ist, als mit dem angesagten Aufräumen. Dass andere Schaden nehmen dürfen, nur man selbst nicht. Für ein katholisches und sogar kirchliches Unternehmen geht das gar nicht. Wollt Ihr das sein, was Ihr zu sein vorgebt, dann handelt

Autor: Bastian Volkamer

Die Lüge, der Bischof, die Frauen

Nach Ansicht des Erzbischofs von Toledo, Braulio Rodriguez Plaza, sind Frauen selbst schuld, wenn sie von ihren Männern körperlich misshandelt werden. Häusliche Gewalt habe ihren Ursprung darin, dass Frauen ihren Männern nicht gehorchten oder gar um eine Scheidung bäten.“
(„Humanistischer Pressedient“)

Ich bin empört. Entsetzt. Sind wir nicht gerade froh darüber, dass das christliche Menschenbild Mann und Frau als gleichwertige Geschöpfe Gottes, als sein Ebenbild, betrachtet? Dass die Beziehung zwischen Mann und Frau gedacht ist als Abbild der Liebe Gottes? Geprägt von Liebe, Respekt, etc. etc.? Und jetzt das: Ein spanischer Erzbischof soll angeblich häusliche Gewalt in dem Augenblick gerechtfertigt haben, in dem das deutschsprachige Europa und angrenzende skandinavische Länder in der Silvesternacht von frauenverachtenden, gewalttätigen und sexuell übergriffigen Männerhorden heimgesucht wurde? Natürlich stößt dies nicht nur mir übel auf. Einige Medien berichten bereits entrüstet über den veremeintlich „rückwärtsgewandten“ und „frauenhassenden“ Bischof.

Verdacht: Es soll von Misständen im eigenen Land abgelenkt werden

Dieses verdächtig „passende“ Timing sollte einen stutzig machen. Die Predigt zum Fest der Heiligen Familie am 27. Dezember 2015 ist im Wortlaut auf den Seiten der Erzdiözese Toledo nachzulesen und hier von mir übersetzt. Es lohnt sich, die gesamte Predigt zu lesen. Sie erläutert die wichtige Aufgabe, die Gott der Familie als Kern der Gesellschaft zugedacht hat, und welche unschätzbare Rolle menschliche Qualitäten wie Liebe, Respekt, Achtung, Freiheit und Rücksichtnahme dabei spielen, eine lebenslange Ehe stabil und lebendig zu erhalten. Nicht gerade ein günstiger Ausgangspunkt, um Prügel und Mord zu rechtfertigen.

Erzbischof Rodriguez Plaza spricht aber auch über die Schwierigkeiten, über das Scheitern. Und jetzt kommt der Teil, den weder El País noch deutsche Nachrichtenagenturen verstehen wollten (oder konnten), denn nun spricht er über eine geistliche Ebene. Zum einen bedauert er, dass viele Menschen heiraten, ohne die Voraussetzungen zu erfüllen, die zu einer gelingende Ehe beitragen. Zur aus diesem Unvermögen resultierenden Gewalt gegen Frauen sagt er, es sei gut, dass es Gesetze gebe, um Frauen zu schützen. Er würdigt das. Es sei „wundervoll“, dass Frauen, die bedroht würden, dies äußern würden, und dass man sie durch bessere Schutzmaßnahmen vor Gewalt schützen könne. Aber: Diese Gesetze verändern nicht die Herzen der Täter.

Grundanliegen der Kirche

Der Bischof spricht hier über das Grundanliegen und die wichtigste Aufgabe der Kirche. Über die Barmherzigkeit und über das Seelenheil. Ihm ist daran gelegen, nicht nur ein Gesetz zu haben, das Täter straft, sondern etwas, das das Herz des Täters von innen verwandelt. Utopisch, spinnert, überfließend vor Gottvertrauen, typisch katholisch eben. Aber eines sicher nicht: Frauenfeindlich!

Weiterhin beschreibt der Erzbischof von Toledo die Gründe, die zu Gewalt gegen Frauen führen. Er rechtfertigt sie mit keinem Wort, sondern kennzeichnet sie eindeutig als unrechtmäßig: Mangel an Respekt gegenüber der Frau, Aggression gegen sie, weil sie nicht gehorcht; und natürlich nennt er das südländische Phänomen des Männlichkeitswahns, den „Machismo“. Dieser seien die Gründe, warum Frauen attackiert würden, etwa, wenn sie die Scheidung einreichen.

Die Falschdarstellung

Die Berichterstattung beschränkt sich nun nicht auf perfide Falschdarstellung. Sie schreckt auch vor der glatten Lüge nicht zurück und erfindet einfach als wörtliche(!) Zitate gekennzeichnete Phrasen wie diese: „Frauen können verhindern, dass sie geschlagen werden, indem sie einfach das tun, was die Männer von ihnen verlangen.“

Ich schreibe einen Finderlohn aus: Derjenige, der diesen Satz in der Predigt findet, bekommt, ist es ein Mann, eine Flasche Vino de Jerez. Kann man trinken und die leere Flasche anschließend der Frau über den Kopf ziehen. Die Frau kriegt einen Verbandskasten.

Scherz beiseite: Es ist beunruhigend, dass es Wortsinnjongleure gibt, die es schaffen, aus Worten wie Machismo, die gar keine positive Konnotation zulassen, eine Rechtfertigung von häuslicher Gewalt zu konstruieren. Die Meldungen diesbezüglich sind in etwa so sinnvoll, als würde ich über den Angriff auf einen Kongolesen berichten und schreiben, dass er angegriffen wurde, weil er schwarz war, und Nazis keine Schwarzen mögen, und am nächsten Tag zitiert man mich mit den Worten „Es ist okay, wenn Nazis Schwarze verprügeln, sie mögen halt keine Schwarzen, die Schwarzen sollen sich halt weiß anmalen, wenn sie nicht angegriffen werden wollen“. Klingt absurd? Richtig. Das ist absurd.

Die Fehler der Medienschaffenden

Und ich frage mich: Wie viele Falschmeldungen dieser Art gibt es noch? Ich habe das Glück, die Predigt im Original lesen zu können. Aber ich kann kein Arabisch, kein Schwedisch, kein Kisuaheli. Wie kann ich prüfen, ob Medienvertreter wiedergeben, was gesagt wurde, oder einfach das schreiben, was ihre Vorurteile, ihre Zu- und Abneigung ihnen eingibt? Am Ende dieses Artikels hat sich meine emotionale Ausgangslage also nicht verbessert: Ich bin immer noch empört und entsetzt. Bloß das Objekt der Fassungslosigkeit hat sich geändert – es ist mal wieder die Presse.

Es würde manchen Leuten nur allzu gut in den Kram passen: Die frauenfeindliche Kirche macht gemeinsame Sache mit frauenfeindlichen Muslimen. Jetzt müssen wir noch einen extremen Rabbi finden, der etwas Despektierliches über Frauen sagt, und man hat den Lieblingsfeind – die katholische Kirche – eingereiht in die patriarchalen, hierarchischen, illiberalen und repressiven „abrahamitischen“ Religionen. Wir dürfen uns so etwas nicht bieten lassen. Und Mitarbeiter kirchlicher Medien sollte es ein Überstündchen wert sein, zu recherchieren, wenn ihre Oberhirten solcher Aussagen beschuldigt werden.

Autor: Anna Diouf