Leben vor oder nach dem Tod?

Auch wenn Misstände zum Himmel schreien, ist dieser Himmel für viele Menschen keine zufriedenstellende Antwort. „Für ein Leben vor dem Tod!“ lautet folgerichtig ein Slogan, der gern verwendet wird, wenn wieder einmal auf praktische Fragen theologisch geantwortet wird. Wenn man sich vom Heilsversprechen des Glaubens glaubt abgrenzen zu müssen, weil es als billiger Trost erscheint, als Entschuldigung fürs Nichtstun, mehr noch: als Rechtfertigung des kritisierten Zustands.

Doch dieser Spruch tut mehr, als heuchlerischen Glauben anzuprangern (den es leider zuhauf gibt). Er schüttet das Kind mit dem Bade aus, denn er lenkt nicht nur den Blick auf Probleme, sondern verstellt zugleich den Lösungsweg: ohne Leben nach dem Tod geht es nicht. Ja, es ist ein Trost, aber einer, ohne den wir nicht leben können. Fehlt das letzte Auffangnetz, taucht das Bedürfnis danach an anderer Stelle auf. Unsere Situation zeigt es nur zu deutlich.

Gesellschaftliche Situation…

Die ganzen schrägen Gesetze, die derzeit verabschiedet werden, sind nichts anderes als die Aufforderung an den Staat, die eigentlich an Gott gerichtet sein will: nimm mich, wie ich bin, verurteile mich nicht, liebe und erhalte mich. Gesellschaft und Staat treten an die Stelle Gottes, soziale Netze an die Stelle von Liebe und Geborgenheit, Karriere an die Stelle von Verheißung.
Politische Diskussionen werden mit Inbrunst darüber geführt, doch sind sie meist fruchtlos. Kein Wunder, denn hinter diesen Gesetzen und Anliegen steht als Motivation die nackte Angst um das eigene Selbst. Es hat halt wenig Sinn, mit einem Ertrinkenden über den besten Schwimmstil zu diskutieren. Dass er gerade in einer Suppe ertrinkt, die er sich selbst eingebrockt hat, ändert daran nichts.
Der Ertrinkende fürchtet sich zu recht. Es ist schlecht bestellt um das eigene Selbst, fixiert man sich aufs Diesseits. Das Selbst will sein. Es schreit nach Verwirklichung. Doch was, wenn die scheitert? Vor mir das Nichts, nach mir das Nichts – da bleibt nur ein verzweifeltes „Carpe Diem“. Jeder Wunsch, jede Sehnsucht, jedes Bedürfnis: alles wird zur Existenzfrage, denn ich erlange die Erfüllung jetzt in diesem Leben oder nie. Das Leben muss genossen werden, wo immer nur möglich – alles andere ist menschenfeindlich.
Jede Einschränkung muss folglich weg. Endgültigkeiten verbieten sich. Für jeden eingeschlagenen Weg muss es einen Rückweg geben. Familie oder Beruf? Natürlich beides! Ehescheidung? Selbstverständlich. Der Mensch darf nicht begrenzt werden. „Menschenwürdig“ ist nur noch das, was die Möglichkeit zur diesseitigen Verwirklichung bietet. Alles andere wird verboten oder aufgehoben, in der allgemeinen Panik bis hin zum eigenen Geschlecht. Innerhalb dieser Philosophie ist das eine gute Tat. Nur der Tod lässt sich nicht wegregeln. Nach dem Motto „Was ich nicht vertreiben kann, fresse ich!“ verleibt die verzweifelte Gesellschaft sich ihn ein. Seine Endgültigkeit wird kurzerhand zur persönlichen Option umdefiniert: Sterben auf Verlangen. Die eigenen Vorstellungen von Würde bieten die Gründe dafür. Das eigene Ende soll als letzter Akt der Freiheit erscheinen. Der Tod ist besiegt, weil man vor seinem Stachel davonläuft.

…und ihre Folgen

Der Hass auf alles, das mir Endgültiges vorsetzt, ist in diesem System nur logisch: das geht mir an die Existenz, denn Endgültiges lässt sich nicht korrigieren, wenn ich anders empfinde! Und damit schließt dieses System der Angst die Lösung aus, denn nur Endgültiges kann mich retten, im Jenseits wie im Diesseits. Nur mit der Hoffnung, die mich übersteigt, kann ich mein Leben riskieren, weil ich scheitern darf. Nur wenn meine Angst um mich selbst nicht das letzte Wort hat, kann ich den Blick wirklich auf Anderes richten. Ich kann dieses Andere höher schätzen, als mich selbst, kann lieben und Genuss durch Glück ersetzen.

Ohne Leben nach dem Tod wird das Leben vor dem Tod zur Qual, der man nur durch Genuss entkommen kann. Genuss ist Glück – diese Lüge will uns eine diesseitige und daher notgedrungen materialistische Gesellschaft einbläuen. Sie will uns verbieten, anderes auch nur zu denken, weil es gefährlich ist. Für sie ist das unerträglich, was uns lebendig macht: das Glück und die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, geschenkt von einem endgültig liebenden Gott.

Autor: Bastian Volkamer

 

Und wieder ist Krieg

Deutschland unterstützt Frankreich mit Aufklärungsflugzeugen und einer Fregatte. Heute morgen stand es in allen Zeitungen. Völlig zu Recht fragt Roland Tichy nach einer Zustimmung des Bundestages zum Einsatz der Bundeswehr. Völlig zur Recht stellt er die Frage nach einer Debatte über den Kriegseintritt Deutschlands. Inzwischen wird so etwas einfach von oben verfügt und ausgeführt.

Die Großkoalitionierung unseres Landes zeigt fatale Folgen. Was Mutti sagt, das passiert. Ganz gleich, ob wir per Verfügung eine unlösbare Aufgabe schaffen, ob wir in den Krieg eintreten oder EU-Bürger an den Grenzen streng kontrolliert werden, während die Flüchtlinge prallel zur Straße auf der grüne Wiese über die Grenze laufen. Alles Mutti. Wer Widerworte gibt, kommt ohne Essen ins Bett. Fertig.

Es bedarf einer gesellschaftlichen Debatte

Es ist im Grunde keine Frage, daß wir in Westeuropa wirklich in einem Boot sitzen. Was Frankreich getroffen hat, kann uns morgen auch treffen. Sicherheit ist eine Illusion. Sie kann nicht hergestellt werden. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte, die sich der Frage stellt, wie man dem Terror wehren kann. Man muß schon mehr als ein kleines bißchen dümmlich sein, um zu glauben, wir könnten uns mit ein paar Tornados aus der Sache raus schummeln.

Wenn es überhaupt noch eine Chance gibt, dann nur, wenn wir in einer breit angelegten tabulosen Debatte überlegen, welche Maßnahmen wir ergreifen müssen. Es muß ein möglichst weit greifender Konsens hergestellt werden, der alle gesellschaftlichen Gruppen mit einbezieht. Das Maßnahmenbündel, das zu ergreifen ist, muß von der Bevölkerung getragen werden. Dazu bedarf es schonungsloser Ehrlichkeit über die bekannte Lage und das real existierende Gefährdungspotential.

Die Regierung muss endlich die Plan- und Konzeptloigkeit überwinden

In den ersten Weltkrieg, so sagt man, seien wir einfach so hineingeschliddert. Exakt diese Gefahr besteht gerade jetzt in einem seit 60 Jahren nicht gekannten Ausmaß. Eine Regierung, die plan- und konzeptlos, heute so – morgen so, in einer solchen wirklich brandgefährlichen Krise agiert, bringt uns wirklich sehr nahe an einen neuen großen Krieg. Und dieser wird schmutziger und grausamer alle alle vorherigen. Grund genug also jetzt endlich in die Debatte einzusteigen und eine breite gesellschaftliche Debatte zu beginnen. Es wird höchste Zeit Pläne zu schmieden, denn sonst überollt uns der Terrorkrieg schneller als ein Tornado starten kann.

Autor: Peter Winnemöller

Flüchtlingspolitik: Wie der Feminismus versagt

Über den Gender-Pay-Gap zu streiten, das geht leicht von der Hand. Anzügliche, oder vermeintlich anzügliche Bemerkungen alternder Politiker gegenüber gestandenen Journalistinnen – da ist der #aufschrei groß. Um nicht direkt missverstanden zu werden: Wenn Frauen nur aufgrund ihres Geschlechts bei gleicher Qualifikation und Berufserfahrung und gleicher Tätigkeit mit gleichem Potenzial weniger verdienen als Männer, dann ist das ungerecht. Statistisch gesehen lässt sich der Gender-Pay-Gap um die im vorigen Satz beschriebenen Bedingungen aber auf fast 0 % runter rechnen. Mit anderen Worten: Der Gender-Pay-Gap ist ein Randproblem. Und auch wenn Männer Frauen blöd anmachen, ist das nicht in Ordnung. Aber auch wenn Anne Wizorek, wenn sie Gelegenheit dazu bekommt, nicht müde wird, das Gegenteil zu behaupten: Unser Land ist kein Land von Sexisten, die Frauen nur auf den Ausschnitt starren und sie unterdrücken oder ausnutzen.

Keine Frau, die nicht betroffen wäre

Ob aber etwas ein Massenproblem ist, hängt nicht nur von der nominellen Zahl der Fälle sondern auch von der Wahl der „Grundmenge“ und der Dramatik ab. Und da scheint der Feminismus in Deutschland in weiten Teilen tief zu schlummern. Das mag daran liegen, dass Feminismus und die politische Linke oft einen hohen Deckungsgrad aufweisen, und man sich also schwer tut, etwas im Hinblick auf Frauenrechte zu thematisieren, was einem politisch nicht ins Konzept passt. Gemeint ist Gewalt gegen Frauen in Flüchtlings- und Asylantenheimen. Gerade berichtet die Organisation „Women in Exile“, dass Übergriffe gegen Frauen in solchen Heimen zur Tagesordnung gehörten. Es ist gut, dass darüber berichtet wird, es ist aber ein Skandal, dass bisherige Berichte, die in diese Richtung gingen, bislang keine adäquate Reaktion hervorgerufen haben. Dabei sind die Schilderungen dramatisch, haben aber vermutlich mit der „Lebensrealität“ der durchschnittlichen Feministin in Deutschland zu wenig zu tun. T-Online leitet den Beitrag mit den Worten ein:

„Es gibt keine Frau, die nicht eine Geschichte von aufdringlichen Blicken, widerlichen Kommentaren, unerwünschtem Anfassen oder Vergewaltigung erzählen könnte“,
teilte der Verein am Mittwoch in Potsdam mit.

Nun kenne ich die entsprechenden Statistiken nicht, kann mir auch vorstellen, dass die Formulierung „keine Frau“ womöglich übertrieben ist. Da es aber Berichte über solche Zustände immer mal wieder in die Zeitungen – wenn auch nicht auf die Titelseiten – schaffen, und auch andere Organisationen davon berichten, darf man wohl davon ausgehen, dass es sich nicht eben um ein Randphänomen handelt.

Natürlich versucht man seitens der Politik und Behörden das Problem zu relativieren und die Verantwortung gleich mal wieder bei anderen zu suchen:

Zu sexuellen Übergriffen komme es in Deutschland auch im Alltagsleben, erklärte die Sprecherin des Brandenburger Flüchtlingsrates, Ivana Domzet. „Aber in Sammelunterkünften treten diese konzentrierter und vermehrter Form auf. Denn dort haben Menschen kaum Rückzugsmöglichkeiten und sind extremen Alltagssituationen, Enge und Stress ausgesetzt„, so Domazet weiter. Daher fordert der Flüchtlingsrat, dass Flüchtlingsfrauen und -kinder nicht mehr in Massenunterkünften untergebracht werden.
(Hervorhebungen durch den Autor)

Mit anderen Worten: Erstens kommt das auch ganz normal vor. Bislang kann ich mich allerdings noch an keine Statistik erinnern, die annähernd gleichartige Übergriffe in dieser Masse im „Alltagsleben“ belegt hätte. Und das zweitens extreme Alltagssituationen, Enge und Stress Begründungen für sexuelle Übergriffe sein sollen, ist wohl auch eine eher neue Erkenntnis, die Tür und Tor öffnen würde für „mildernde Umstände“, die man sich heute zurecht nicht vorstellen kann.

Das Schweigen über fundamentale kulturelle Unterschiede

Der eigentliche Grund, warum es zu diesen Übergiffen kommt, und aus dem heraus man auch die Forderung, Flüchtlingsfrauen und -kinder nicht mehr in Massenunterkünften unterzubringen, durchaus verständlich erscheint, ist aber doch ein anderer: Menschen sind eben nicht alle gleich und vor allem unterscheiden sie sich nach ihrem kulturellen Hintergrund. Das sind manchmal nur Kleinigkeiten, manchmal aber auch fundamentale Unterschiede: Der Umgang mit der Religionsfreiheit, die generelle Einschätzung von Gewalt gegen andere Menschen und speziell die Gleichberechtigung der Frau, auch die Frage der Diskriminierung von Minderheiten wie Homosexuellen bishin zum wenig kaschierten Antisemitismus in islamischen Kreisen – das alles passt so recht gar nicht in die westliche Gesellschaft.

Ein Verdikt „Wir schaffen das!“ ist daher auch vor der Frage zu konkretisieren, ob wir es schaffen sollen, die neu Zuziehenden so zu verändern (man ist versucht zu schreiben „zu erziehen“), dass sie sich den Werten, seien sie säkular, seien sie christlich, anpassen, oder ob wir es schaffen sollen, die abweichenden Werte zu tolerieren. Die politische Linke steht pauschal gesprochen für die zweite Alternative, und versucht dabei, genau die kritischen Punkte auszublenden. Arabische Kochgewohnheiten oder auch das Gebetsleben eines Moslems zu tolerieren, sind leichte Übungen. Bei kulturellen Unterschieden aber auch eine Grenzziehung zuzulassen, daran scheitern die Refugeeswelcome-Apologeten regelmäßig.

Unter dieser Unfähigkeit zur Differenzierung leiden die Frauen unter den Flüchtlingen und Migranten. Und sie werden in den absehbar entstehenden Parallelgesellschaften weiter darunter leiden, wenn sich nicht zumindest diejenigen, die sich Frauenrechte auf die Fahnen geschrieben haben, dieser Themen annehmen. Von Regierungsseite war hier nie viel zu erwarten – zu groß ist das Risiko, mit Forderungen der beschrieben Art in die rechte Ecke gestellt zu werden. Dass aber seitens feministischer Interessengruppen beredt geschwiegen wird, ist ein Skandal und lässt Schlimmstes befürchten für die Zukunft von Flüchtlingsfrauen in Deutschland.

Autor: Felix Honekamp

Aus der „Pflicht“ gestohlen …

Weil 2014 ein paar Kinder mehr geboren wurden, hatten sich diesen Sommer Familienministerium und Medien in einem „Baby-Boom“-Jubel geradezu überschlagen. Zumindest in solcher Ausdrucksweise verwunderlich, wenn man bedenkt, dass auch 2014 die Lücke zwischen Gestorbenen und Lebendgeborenen nicht wirklich nennenswert geschlossen werden konnte. 2014 sind in Deutschland 153.000 Menschen mehr gestorben, als geboren wurden. Unter einem Boom versteh ich etwas anderes. Da vermutet man eigentlich etwas Wachsendes. In Wirklichkeit schrumpfen wir nach wie vor rapide. Eine aktuelle Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes zur Berechnung der Geburtenziffer wird dann auch deutlich zurückhaltender aufgenommen. Der leichte Anstieg der Geburtenziffer je Frau von 1,39 (2011) auf 1,42 (2013) beruht tatsächlich auch nur auf einer Korrektur im Bevölkerungsbestand. Die Frauen haben nur „rein statistisch“ mehr Kinder bekommen.

Irritierend, dass unser Gemeinwesen sich nun seit Jahrzehnten selbst dezimiert. Bereits seit Anfang der Siebzigerjahre kommen je Frau weniger als zwei Kinder auf die Welt. Seit Anfang der Siebzigerjahre sind immer weniger Eltern bereit, die Verantwortung dafür zu tragen, das Leben, das man selbst geschenkt bekommen hat, an künftige Generationen weiterzugeben. Erhebliche Teile der Gesellschaft scheinen sich sukzessive aus der Pflicht zu stehlen.

Kinder-Kriegen gehört zu den „schönen Pflichten“ …

Wird man sich heute einer Pflicht bewusst, unterscheidet man gerne zwischen leidigen und schönen. Zu den leidigen Pflichten zählen Kompost-Rausbringen, Abspülen, Buchhaltung oder Hausaufgaben in Kunst. Bei den schönen Pflichten geht es zum Beispiel darum, ein Bankett zu eröffnen, einen Gewinner benachrichtigen zu dürfen, als Brotzeitholer dran zu sein oder mit dem Hund rausgehen zu müssen, wenn zu Hause dicke Luft herrscht. Für die leidigen Pflichten genügt offenbar schon ein Wort und jeder weiß: genau, das ist öd und nervt – aber hilft ja nichts, erledigt werden muss es doch. Die schönen Pflichten scheinen da komplexer. Außerdem kommen die leidigen Pflichten sehr oft als unausweichliche Wiedergänger daher, meistens sind es wahre Sisyphosarbeiten. Die schönen Pflichten sind rarer, manchmal so gar einzigartig. In diesem Sinne gehört das Kinder-Kriegen jedenfalls zu den schönen Pflichten.

Inzwischen dürfte die Entrüstung bei so manchem Leser hinlänglich hochgekocht sein: Was soll das denn eigentlich heißen, Kinder-Kriegen eine Pflicht? Überhaupt, Pflicht – Gleichschritt und Achtung und Stellung und auf und nieder –, das hatten wir doch endlich überwunden, oder? Das heißt dann jetzt wohl, dass Kinder-Kriegen befohlen wird?! Rührt euch, wegtreten zu Reproduktion.

Flicht man die „Pflicht zum Kinder-Kriegen“ in Gespräche ein, löst das schnell einmal Mutterkreuz-Assoziationen aus – man kann damit problemlos Freundschaften auf eine arge Probe stellen. Krude Denke. Totalitarismus. Unfreiheit. Solche Schubladen werden da leicht für einen aufgemacht. Jedoch, nichts liegt mehr ferner. Wobei zugegebenermaßen, was die Unfreiheit betrifft, ein Körnchen Wahrheit darin steckt. Denn tatsächlich kann auch in einer freien Gesellschaft die Freiheit nicht grenzenlos sein (selbst Reinhard Mey vermutete das erst über den Wolken).

… oder ist es doch eher „Verantwortung übernehmen“?

Pflicht heißt, dass es jemand machen muss, weil es sonst nicht geschieht. Wenn man etwas will, muss sich einer darum kümmern. Der ist dann in der Pflicht. Unaufregender könnte man auch „in der Verantwortung“ sagen, wobei mit solcher Wortwahl auch Verbindlichkeit verloren geht, was ich hier gerade vermeiden wollte. Also Pflicht. Was heißt das fürs Kinder-Kriegen? Wenn man als ein Gemeinwesen fortbestehen will, ergo Kinder bekommen möchte, müssen sich Mitglieder des Gemeinwesens dafür in die Pflicht nehmen lassen.

Das ist noch eher banal, weil ja schwer zu leugnen ist, dass Kinder vor dem Gebären gezeugt werden müssen. Kniffelig wird es erst, bei den beiden Fragen, die sich unmittelbar daraus ergeben: Muss man Kinder bekommen/gebären/zeugen wollen? Und: Wer genau sollte sich da verpflichtet fühlen?

Für beide Fragen möchte ich Immanuel Kant in den Zeugenstand rufen. Erstens: Muss man wollen? Kants kategorischer Imperativ lautet, stets nach der Maxime zu handeln, die man auch als eine allgemeingültige Regel akzeptieren würde. Nachdem Schwangerschaft und Geburt heute größtenteils von uns bestimmt werden können, sollte man sich also auch dahingehend nicht nur über seine Handlungen, sondern ebenso über seine Handlungsmaximen Gedanken machen. Man könnte dabei natürlich für Laissez-Faire plädieren, jeder soll nach seiner Facon glücklich werden, mit oder ohne Kinder. Das darf auch ruhig als allgemeine Regel gelten, könnte man sagen. Und genau da ist man dann Schelm. Denn natürlich soll diese Regel ganz allgemein erst jetzt und in der Zukunft gelten, nicht aber für die Vergangenheit. In dieser Regel versteht man sich ganz selbstverständlich nur als Subjekt, nicht als Objekt. Glück gehabt, dass nicht schon die Elterngeneration auf solche Ideen gekommen ist, denn dann würde es ja heute einige Millionen Staatsbürger weniger geben und wer weiß, ob man dann unter den Geborenen gewesen wäre.

Einer von uns wäre „auf der Strecke“ geblieben

Freilich ist dieses Gedankenspiel mit der Vergangenheit nicht ganz fair, denn tatsächlich gab es damals deutlich weniger Möglichkeiten das Kinder-Kriegen zu vermeiden. Aber nehmen wir einmal an, wir wären unsere eigene künftige Generation. Gäbe es uns dann? Ich wurde 1966 unehelich von einem Luftikus, den ich bis heute nicht kenne, gezeugt, meine Frau entsprang ein Jahr später der Liebe einer 20-jährigen Bedienung mit einem kaum älteren Studenten. Nach den heutigen Handlungsmaximen wäre wohl mindestens einer von uns beiden auf der Strecke geblieben. Ich lebe gerne und liebe meine Frau, welche andere Richtschnur als, wenn möglich, wieder Leben zu schenken, könnte einem da einfallen?

Zweitens: Wer muss? Die Antwort vorweg: Jeder, der kann. Für Kant hat Pflicht nichts mit Untertänigkeit zu tun. Pflicht ist Selbstverpflichtung. Der mündige Bürger verpflichtet sich aufgrund vernünftiger Erwägungen über die gesellschaftliche Notwendigkeit selbst zum Handeln oder Unterlassen. Nachdem unmöglich alles reglementierbar ist, kann überhaupt nur so ein Gemeinwesen funktionieren. Und es funktioniert eben auch nur, wenn sich alle halbwegs daran halten. Bei der Steuerpflicht respektive der Steuerhinterziehung leuchtet das unmittelbar ein. Beim Kinder-Kriegen ist es nichts anderes, weil – zumindest bisher – jedes menschliche Gemeinwesen unmittelbar auf einen Generationenvertrag baut. Das braucht man nun nicht unbedingt als eine kategorische, absolute Pflicht jedermanns zum Kinder-Kriegen verstehen. Aber doch als ein gewichtiges moralisches Argument. Kant versteht den nötigen Gemeinsinn als ein Beurteilungsvermögen, „welches in seiner Reflexion auf die Vorstellungsart jedes anderen in Gedanken (a priori) Rücksicht nimmt“. Man soll es im Kopf haben, dass man müsste. Dann braucht es im inneren Zwiespalt schon schwerwiegendere Gegenargumente als individuelle Selbstverwirklichung.

Machen Sie sich Gedanken darüber

Wenn Sie also für heute schon alle leidigen Pflichten erledigt haben, sollten Sie sich einmal über die schönen Pflichten Gedanken machen. Denn das dürfte wohl der entscheidende Aspekt bei der ganzen Sache sein: Dass man bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen, statt die Dinge einfach laufen zu lassen oder gar die Gedanken zu verdrängen, nur weil es keine einfachen Überlegungen sind. Und weil man fürchtet, dass man sich vielleicht, recht bedacht, selbst in die Pflicht nehmen müsste.

Autor: Gerd Maas

Die Negers von Afrika

Kein geringerer als der vielleicht bekannteste deutschsprachige Philosoph Immanuel Kant hat vor über 200 Jahren mal folgendes geschrieben: “Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische stiege. [N]icht ein einziger [ist] jemals gefunden worden, der entweder in Kunst oder Wissenschaft, oder irgend einer anderen rühmlichen Eigenschaft etwas Großes vorgestellt [hat].”*

Aber immerhin – so könnte man nach der Lektüre von katholisch.de rund 200 Jahre später hinzufügen – macht genau das die Negers von Afrika zu idealen Kandidaten für die Katholische Kirche. Denn dort, also auf katholisch.de, liest man: “So wie in Afrika. Natürlich wächst die Kirche dort. Sie wächst, weil die Menschen sozial abgehängt sind und oft nichts anderes haben als ihren Glauben. Sie wächst, weil der Bildungsstand durchschnittlich auf einem niedrigeren Niveau ist und die Menschen einfache Antworten auf schwierige (Glaubens)fragen akzeptieren.”

Es ist kaum etwas gut an diesen Zeilen

An diesem Absatz ist leider kaum etwas richtig. Und nicht nur das: Es ist leider auch kaum etwas gut an diesen Zeilen.

1. Die Rede von “Afrika” ist aufgrund der Heterogenität des Kontinents – gerade auch in Fragen von Religionszugehörigkeit, Bildung und Sozialstandards – sinnleer. Marokko hat mit Mosambik, Südafrika mit dem Südsudan so viel zu tun wie Marienkäfer mit Digitalkameras. Obwohl: Ich kannte mal einen, der saß auf dem Auslöser. Flog dann aber wieder weg.

2. Eher vorsichtig wäre ich – spätestens seit PISA und Co. – mit allzu überheblichen Beurteilungen des Bildungsstands in anderen Teilen der Welt. Wenn der Glaube tatsächlich dort “natürlich” wächst, wo die Menschen über mangelnde Bildung verfügen, wäre Deutschland längst ein Vorort des Himmlischen Jerusalem. Übrigens: Die erste Herzverpflanzung fand nicht in Heidelberg statt.

3. Wer sich dem christlichen Glauben zuwendet, muss irgendwie einen an der Ratsche haben. Zumindest darf er nicht besonders gebildet sein. Denn das stört, ganz empfindlich sogar. Das ist eine These, die ich sonst eher aus der Ecke des militant-missionarischen Anti-Theismus kenne, denn dort gilt Glaube und Vernunft als inkommensurabler Widerspruch. Nicht aber in der katholischen Theologie, katholisch.de. Hausaufgabe: Ratzinger lesen! Oder überhaupt. Mal wieder.

Steile Thesen, bar jeder Kenntnis

4. Der Afrikaner ist arm (vulgo: “sozial abhängig”), und als armer Mensch flüchtet er in die reiche Kirche. Hört sich plausibel an, ist es aber nicht. Die Kirche wächst nämlich auch in Südkorea (sogar ziemlich genau im gleichen Maß wie im zentralen Afrika – zwischen 2 und 3 Prozent jährlich). Südkoreas Wirtschaft zählt zu den seit 50 Jahren am schnellsten wachsenden in dieser Welt. Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt liegt Südkorea derzeit auf Platz 15, unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität sogar auf Platz 12. Ähnliches ließe sich über China sagen, aber dort ist die Datenlage, was Kirchenzugehörigkeit angeht, nicht überschaubar. Jedenfalls nicht für mich.

5. Wer nichts anderes hat als den Glauben, muss eben glauben. Auch diese leicht tautologische These lässt sich – akzeptiert man deren Prämisse – kaum widerlegen. Allein: Stimmt das denn? Hat “der” Afrikaner “oft” nur “seinen” Glauben? Keine Wissenschaft, keine Literatur, keinen Sport? Nichts, das ihm sonst irgendwie Freude bereitet? Nichts, das ihn ablenkt? Und die Kirche daher keine echte Konkurrenz in Sinnstiftungsfragen? Das hieße dann ja: Wenn sie sich anständig organisiert, wird ganz “Afrika” katholisch. Natürlich.

Und in der Tat, katholisch.de hat einen genialen Plan: “Die Kirche braucht auch einen Apparat und Geld, um Gutes zu tun.” Denn, so haben wir gelernt: Wenn Haben auf dem Konto blinkt, der ungebildete, sozial abhängige Afrikaner, der sich nicht für Fußball interessiert und auch sonst ziemlich weit neben der Spur liegt, in die Kirche springt. Das Leben kann manchmal so einfach sein. Fast so einfach wie die Negers von Afrika.

Autor: Josef Bordat

Moral und Militär

Die „Nordatlantische-Verteidigungs-Organisation“ (NATO) war einst eine Wertegemeinschaft, die sich militärischen Beistand versprach, um diese Werte überzeugend zu verteidigen. Heute erscheint die NATO als Militärbündnis auf der Suche nach gemeinsamen Werten. Doch damit tut sie sich schwer.

Die eigenen Überzeugungen scheinen korrumpiert zu werden, sowie sie mit militärischen Interessen in Konflikt geraten. Davor wurde lange gewarnt, doch häufig ungeschickt. „Frieden schaffen ohne Waffen!“ war ein Ansatz der Kritiker, der so viel Angriffsfläche bot, dass man mithilfe seiner Naivität die ganzen Zweifel an einer militärischen Option glaubte diskreditieren zu können. Übersehen wurde dabei, dass man sich damit das Weltbild ebenso zurechtbog, wie es die Friedensinitiative tat.

Anspruch und Wirklichkeit

Zu lange wird schon versäumt, bei sich selbst das zu erhalten, was man zu verteidigen vorgibt. Stattdessen exportiert man erst Demokratie und danach Waffen zu ihrem Erhalt. Beides genau so lange, wie es der eigenen militärischen oder vermeintlichen moralischen Stärke dient. Eine moralische Stärke, die auf der Welt wohl nur noch von denen wahrgenommen wird, die sie sich selbst zuschreiben. Tatsächlich ist der Westen dabei, für jeden sichtbar innerlich moralisch zu verarmen, um nicht zu sagen zu verrotten.

Entsprechend erfolgt der Umgang mit der eigenen militärischen Stärke. Schwerste Kollateralschäden werden in Kauf genommen, solange sie „nur“ die Werte betreffen. Saudi-Arabien, offenbar Unterstützer des weltweiten Terrors, wird lang schon hofiert und akzeptiert, weil man dort Basen hat. Die Türkei, seit Jahrzehnten mehr als kritisch im Umgang mit dem kurdischen Teil der eigenen Bevölkerung, lässt man aufgrund ihrer strategisch wichtigen Lage agieren. Diese Liste geht weiter, und sie ist lang!

Die Basis fehlt

Dem militärischen Potential steht kein moralisches Potential mehr gegenüber, oder besser, das militärische Potential steht auf keiner moralischen Grundlage mehr. Freundschaften sind nicht mehr die Basis für Bündnisse, sondern militärische Optionen entscheiden, mit wem man befreundet ist. Doch Vorsicht: im Bündnis sind wir von unseren Partnern abhängig, auch wenn wir mit ihnen nur wenig gemeinsame Moral haben. Ein Angriff auf das Territorium eines der Bündnisstaaten gilt als Angriff auf alle und zieht die entsprechenden Konsequenzen nach sich. So wurde vereinbart. Jeder Partner hat damit die Möglichkeit, Reaktionen zu provozieren, die alle anderen nahezu automatisch in einen Krieg verwickeln.

Es war eine Frage der Zeit, bis es dazu kommt, dass einer der Bündnispartner Teil einer bedenklichen militärischen Eskalation wird. Nun ist es (wieder einmal) passiert, an der türkisch-syrischen Grenze.
Manche militärische Krisensituation erfordert als erstes eine moralische Antwort. Der Westen täte gut daran, sich auf seine Grundlagen zu besinnen. Alles andere könnte auf Dauer lebensgefährlich sein.

Autor: Bastian Volkamer

„Ja, wenn es doch so geschrieben steht!“

So steht es geschrieben:

„In einer katholischen Kita in Mainz wurden Kinder über Wochen hinweg gequält – von anderen Kindern.
Sie schlugen Altersgenossen oder Jüngere, zwangen sie, sich zu entblößen oder steckten ihnen Gegenstände in den Po.“

(Deutschlandfunk, 15.06.2015)

„Skandal in einer Mainzer Kita: Kinder wurden gezwungen, in die Puppenecke zu pinkeln. Sie wurden gedemütigt, geschlagen und sexuell missbraucht – von anderen Kindern. Wie konnte es soweit kommen?“
(Welt-online, 15.06.2015)

„“Wir sind nicht nur angesichts des Ausmaßes und der Vielzahl der Fälle, sondern auch im Hinblick auf jeden Einzelfall tief betroffen“, schrieb der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, am Donnerstag den Eltern der Kindertagesstätte in Mainz-Weisenau. Die Mitarbeiter hätten Berichte der Eltern über Übergriffe nicht ernst genommen. Aufgrund von Elterngesprächen gebe es für die Vorfälle keine andere plausible Erklärung als „schwere und schwerste Aufsichtspflichtverletzungen“.“
(Rheinische Post/RP-online, 11.06.2015)

„Nach deren Schilderung hatten viele Eltern in den vergangenen Wochen zum Teil massive Verhaltensänderungen bei ihren Kindern beobachtet. „Meine jüngere Tochter traut sich auch zuhause nicht mehr alleine auf die Toilette. Meine ältere Tochter hat von zuhause Spielzeug in die Kita mitgenommen, das andere von ihr erpresst haben. Sie hat mir gesagt, sie werde umgebracht, wenn sie das nicht tut“, berichtet eine Mutter, die sich nun auch Vorwürfe macht, dass sie nicht erkannt hat, was dahinter steckte. Ihre Kinder sind mittlerweile in kinderpsychologischer Behandlung.“
(Main-Spitze/ Rhein-Main-Presse, 10.06.2015)

Medienkonsumenten wissen nach der Lektüre dieser Texte, was geschehen ist. Es steht so geschrieben. Da gibt es in Terminologie und Duktus keine Fragen mehr, da wird Realität dargestellt. Ganz leise blitzt hier und da auf, dass der Wissensstand auf Aussagen von Eltern beruht, die berichtet haben, dass solche Dinge geschehen sein könnten. Nirgends wird problematisiert, dass es noch keine Ermittlungsergebnisse gibt. Ermittlungsergebnisse einer unabhängigen und neutralen Instanz, die in unserem Rechtsstaat sowohl das Recht aber auch die Pflicht zur Ermittlung hat.

Nirgends blitzt der Zweifel auf

Und nirgends wird erwähnt, dass es auch aufgrund des Mangels an Ermittlungen eigentlich noch keinerlei abschließende Feststellungen oder gar Urteile gibt oder Tatsachenbehauptungen geben dürfte. Dennoch wird in der medialen Aufarbeitung und seitens des Generalvikars der Diözese Mainz, Prälat Dietmar Giebelmann, so getan, als stünden die Fakten unumstößlich fest. Ja der Generalvikar geht sogar soweit, dass er aufgrund der geschilderten Verdachtsberichte allen Mitarbeitern der KiTa fristlos kündigt. Er stellt sie nicht nur frei, bis die Vorwürfe geklärt sind. Er kündigt, sofort und fristlos. Das hat den Zug zum Tribunal und zum Standrecht.

Nun, rund fünf Monate und einige Ermittlungsstunden seitens Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft später, kommt es zu einer eigentlich eklatanten Wendung in diesem Fall:

„Den sogenannten Kita-Skandal von Mainz-Weisenau hat es nach Informationen dieser Zeitung so nicht gegeben. Weder die Befragungen der Kindergartenkinder durch speziell geschulte Polizeibeamte noch psychologische Gutachten haben die Vorwürfe erhärtet, wonach es in der katholischen Kindertagesstätte Maria Königin monatelang unter Kindern zu sexuellen Übergriffen und Gewalt gekommen sein soll.“
(Allgemeine Zeitung, Rhein-Main-Presse, 24.11.2015)

Beinahe wundert man sich, dass man ruhig bleiben kann, angesichts der trockenen Mitteilung der Zeitung. Wenn man sich erinnert, mit welchem Aufwand der „Skandal“ landauf, landab von beinahe allen Medien thematisiert wurde, wie die Betonung der „Katholizität“ der Einrichtung beinahe schon zm Qualitätsmerkmal des „Missbrauchs“ wurde, wie mit Personal dieser Einrichtung – mit Sicherheit auch mit Blick auf die zu erwartende Berichterstattung – vorverurteilend umgegangen wurde, so hat die Art der jetzigen Berichterstattung etwas ernüchterndes. Man reibt sich verwundert die Augen und freut sich: So geht das also auch. Es ist demnach möglich in Deutschland, dass über bestimmte Dinge eine fachgerechte und sachliche Berichterstattung abgeliefert wird. Da gibt es keine Verurteilung, da wird nicht spekuliert und da wird keine Ferndiagnose durch „Experten“ wiedergekäut.

Bleibt jetzt zu hoffen, dass diese trockene Meldung in allen Medien im Bundesgebiet mindestens ebenso weit und breit ihren Niederschlag findet, wie die damalige, skandalisierende Berichterstattung. Aber die Erfahrung lehrt, dass sich dieser fromme Wunsch leider nicht erfüllen wird. Und so werden die entlassenen Mitarbeiter der Einrichtung wohl bis an das Ende ihrer Tage auf rehabilitierende Berichte oder gar Entschuldigungen für das gnadenlose Anprangern warten müssen. Vielleicht zeigt ja der Generalvikar des Bistums Mainz, Prälat Dietmar Giebelmann, Größe. Vielleicht bittet er ja um Verzeihung, stellt die öffentlich fristlos Entlassenen zumindest wieder ins alte Vertragsverhältnis ein und verkündet seine Bitte um Verzeihung sowie diesen Versuch seiner Wiedergutmachung ebenso per Pressemitteilung, wie er das mit dem Rauswurf der vermeintlichen Täter gemacht hatte. Seine erste Reaktion lässt allerdings nicht darauf schließen, dass er auch hier wieder ohne Abschlußbericht schnell handeln will. Schade.

In Zukunft muss sich etwas ändern

Und Medien sowie Kirche sollten sich erneut die Frage stellen, ob man nicht zu weit gegangen ist. Man sollte sich die Gewissensfrage stellen, ob man nicht langsam aus solchen Vorkommnissen lernen kann: Eigentlich gehört es ja zum journalistischen Handwerk, dass man bis zum handfesten Beweis immer nur davon schreibt oder redet, daß es sich um bisher nicht belegte Anschuldigungen handelt. Jeder Terrorist wird in Deutschland so lange als „mutmaßlicher Terrorist“ erwähnt, bis er vor einem ordentlichen Gericht verurteilt wurde. Jeder Mörder ist, selbst wenn er auf frischer Tat ertappt wird, ein „mutmaßlicher Mörder“. Bis zu seiner Verurteilung.

Und in der Kirche sollte sich die hysterische Angst vor der medialen Öffentlichkeit legen. Klar ist, dass man in der Vergangenheit bei Missbrauchstaten oft falsch gehandelt hat. Aber muss das dazu führen, dass das heute wieder passiert, nur mit anderem Vorzeichen? Es würde allen Beteiligten gut zu Gesichte stehen, wenn sie künftig kühlen  Kopf bewahren und erst die Ergebnisse neutraler Ermittlungen abwarten würden, bevor sie – zwar öffentlichkeitswirksam, aber letztlich ungerechte – Konsequenzen ziehen. Dabei müssen alle Menschen im Blick behalten werden, die von den Vorfällen aber auch den Maßnahmen betroffen sein könnten. Es wäre nicht das erste Mal, dass Beschuldigte sich aufgrund der schieren Gewalt der öffentlichen Aufregung und der Reaktionen ihres Umfeldes in die Enge getrieben sehen und unüberlegt einen „letzten Ausweg“ nehmen. Dann will niemand mehr in der Haut der Schnellschützen stecken, die doch so eloquent und öffentlich bejubelt „durchgegriffen“ haben.

Auch hier zeigt sich: Es ist gut, dass wir unseren Rechtsstaat haben, dass wir die Gewaltenteilung haben, dass wir geregelte Verfahrensabläufe haben. Und es ist gut, dass es in Deutschland die Unschuldsvermutung gibt und zu geben hat, bis ein Urteil gesprochen ist. Das sollten wir uns alle, Gesellschaft, Medien und Verantwortliche, wieder mal ins Bewusstsein rufen.

Autor: Dominik Ventus

Spiel mit dem Feuer

Keine außenpolitischen Floskel ist derart abgegriffen wie „Der Nahe Osten ist ein Pulverfass, da genügt ein Funke“. Heute hat die Welt einen Vorgeschmack darauf bekommen, was so ein Funke sein könnte. Die Türkei hat ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen, weil es angeblich in ihren Luftraum eingedrungen ist. Russland bestreitet dies, der Jet sei nur über syrischem Gebiet unterwegs gewesen. Müßig, darüber zu spekulieren, wer die Wahrheit sagt. Vielleicht werden wir es irgendwann erfahren, vielleicht auch nicht.

Das Verhalten der Supermächte ist brandgefährlich

Die beiden Piloten des russischen Flugzeugs konnten sich glücklicherweise retten, so dass dieser Zwischenfall wohl nicht zu einer Eskalation führen wird, sondern unter Blechschaden abgelegt werden kann. Die Reaktionen sind vorhersehbar. Russland wird den türkischen Botschafter einbestellen, US-Präsident Obama wird sein tägliches Golfspiel für ein paar Minuten unterbrechen und seiner Betroffenheit Ausdruck verleihen, und Verschwörungstheoretiker stehen bereit, sofort weiterzuverbreiten, was angeblich hinter diesem Zwischenfall steckt – Wallstreet, CIA, Herr Hooton mit seinem Plan oder Außerirdische. Ich denke, sie warten nur noch darauf, dass St. Petersburg den Ton vorgibt. So weit also alles wie immer.

Für Menschen, die in der realen Welt leben, dokumentiert der aktuelle militärische Zwischenfall lediglich, wie fragil die Situation unter den Mehr-oder-weniger-IS-Bekämpfern ist. Starke Mächte wie die NATO, Russland aber auch der Iran mischen da mit – ohne Koordinierung, ohne Absprache untereinander. Das ist brandgefährlich. Es erhöht die Gefahr einer ernsten militärischen Konfrontation unter Atommächten, und es verringert eine effektive IS-Bekämpfung. Der islamistische Terror ist ein gemeinsames Problem des Westens, Russlands, Chinas und vieler weiterer Länder. Wenn man mit der derzeit größten Gefahr aufräumen will, muss man miteinander reden und sich absprechen. Militärisch wäre der IS kein großes Problem, wenn echter Wille da ist, und nach dem Terroranschlag gegen ein russisches Passagierflugzeug und der Gewaltorgie von Paris ist jetzt die Zeit, diesem blutigen Spuk ein Ende zu bereiten. Miteinander.

Autor: Klaus Kelle

Das ZdK, der Professor und die Tötungsscheine

Abtreibungen in Deutschland demnächst auch mit kirchlichem Segen? Das scheint die schöne neue Kirchenwelt zu sein, jedenfalls dann, wenn es nach dem neu gewählten Vorsitzenden des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ (ZdK), Prof. Thomas Sternberg, geht. Mit diesem Gremium haben lehramts- und papsttreue Katholiken schon seit jeher ein Problem, setzen sie doch immer wieder die Themen auf ihre Agenda, die aus der Giftküche des kleines Häretikers stammen könnten: Diakonat und Priesterweihe für Frauen, Segnung, wenn schon nicht sakramantale Ehe für wiederverheiratete Geschiedene, Segnung homosexueller Partnerschaften, im Ganzen mehr „Mitsprache“ und „Demokratie“ in Lehramtsfragen. Man kann dem ZdK dabei nicht einen gewissen Erfolg absprechen: Während sich andere Nationen bei der Familiensynode mit den tatsächlichen Familienthemen hervortaten, reisten die deutschen Bischöfe wieder mit diesen alten Hüten im Gepäck an.

Keine Anpassung der Lehre an den Massengeschmack

Um nicht missverstanden zu werden: Für die Pastoral, also die Seelsorge, ist der Umgang mit gebrochenen Lebenssituationen durchaus herausfordernd und die Kirche muss Antworten auch zu den diesbezüglichen Fragen geben. Das kann allerdings nicht mit einer Anpassung der Lehre an den Geschmack der Masse einhergehen.

Sternberg hat nun in einem kurz nach seiner Wahl gegebenen Interview wieder ein Thema auf die Agenda gesetzt, das man schon alleine deshalb nicht als Ladenhüter abtun kann, weil es dabei um Leben und Tod geht. Auf die Frage von domradio Köln nach der Perspektive des ZdK (die durchaus berechtigt scheint, bei einem Gremium, das lediglich behauptet, die Interessen der katholischen Laien zu vertreten), stellte er ein für ihn offensichtlich wichtiges Thema in den Mittelpunkt:

„Ich glaube, dass es sehr wichtig und gut ist, wenn wir unsere Kräfte nicht weiter in innerkirchlichen Streitigkeiten verschleißen müssen und dass einige kirchliche Streitthemen möglichst rasch vom Tisch kommen. Ich habe es bereits bei meiner Antrittsrede gesagt, dass in der nächsten Zeit der Einsatz von katholischen Männern und Frauen für das ungeborene Leben, das sie bei „Donum vitae“ leisten, kein Streitpunkt in der Kirche mehr sein wird. Solche unnötigen Streitthemen müssen relativ rasch ausgeräumt werden. Ich denke, da ist vieles zu erreichen und ich bin auch hoffnungsfroh, dass man dies vom Tisch bekommt.“

Leider – oder absehbar – hat domradio hier nicht weiter nachgehakt, aber angesichts der sonstigen Äußerungen sollte klar sein, was hier gemeint ist: Der Einsatz von Donum Vitae soll auch innerkirchlich legitimiert werden. Dazu muss man wissen, dass Donum Vitae eine Organisation, gegründet von Katholiken, darstellt, die Schwangere in Konfliktsituationen berät und dafür sogenannte Beratungsscheine ausstellt, mit denen in Deutschland Abtreibungen bis zum dritten Schwangerschaftsmonat straffrei durchgeführt werden können.

Fast schon zynisch: „Donum Vitae“

Nach der Neuregelung des § 218 StGB hatte sich Papst Johannes Paul II. exakt in diesem Punkt mit einem Machtwort an die deutschen Bischöfe gewandt, dass von keiner katholischen Stelle ein solcher Schein, der zur Tötung ungeborenen Lebens berechtigt, ausgestellt werden dürfe. Gerade die deutschen Bischöfe (rühmliche Ausnahmen wie Erzbischof Johannes Dyba außen vor) waren es, die sich gegen diese Leitlinie gewehrt und erst durch das Einschreiten des Papstes zur Kirchenlehre zurück gefunden haben. Das hat aber einige katholische Laien nicht daran gehindert, unter dem fast schon zynisch zu nennenden Namen „Donum Vitae“ weiterhin solche Berechtigungsscheine auszustellen.

Wenn nun Professor Sternberg schon in seinen ersten Amtshandlungen als ZdK-Präsident eine Legitimierung dieses Vereins innerhalb der katholischen Kirche anstrebt, verheißt das nichts Gutes. Haben wir unter den deutschen Bischöfen ausreichend Kraft, sich gegen dieses tödliche Ansinnen zur Wehr zu setzen? Will man sich dem überhaupt widersetzen oder wird die Arbeit von Donum Vitare nicht ohnehin stillschweigend geduldet. Dem ohnehin nicht eben ausgeprägten Lebensschutz in den Institutionen der katholischen Kirche wurde mit der Wahl Professor Sternbergs jedenfalls ein Schlag versetzt.

Autor: Felix Honekamp

Özdemir: „Islamismus hat mit dem Islam zu tun“

Deutschland ist doch immer wieder und immer wieder auch für eine Überraschung gut. Da gelingt es nur dem sozialdemokratischen Bundeskanzler Schröder in einer Koalition mit den GRÜNEN seine sogenannte „Agenda 2010“ durchzusetzen. Ein Machwerk, das vor allem von Gewerkschaften auch heute noch nur mit der Kneifzange angefasst und nur unter Anrufung des Allmächtigen überhaupt erwähnt wird. Es ist ein GRÜNER, Außenminister Joschka Fischer, der letztlich eine Beschlußlage herbeiführt, die ihn gemeinsam mit einem sozialdemokratischen Bundeskanzler dazu ermächtigt, erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs deutsche Soldaten in einen „robusten“ Einsatz im ehemaligen Jugoslawien zu schicken, der die Soldaten zwingt, zu allen Mitteln des Krieges zu greifen.

Es ist eine vorgeblich konservative Kanzlerin, die sich nicht scheut, eine „heilige Kuh“ der demokratischen Verfasstheit der Bundesrepublik Deutschland einfach über den Haufen zu werfen: Während ihrer Koalition mit der FDP lässt sie zu, dass die Wehrpflicht geschleift wird. Nach der Zerstörung eines großen Kernkraftwerkes in Japan durch eine Tsunami-Welle, ist sie es, die durch ihr eiliges Agieren einen Ausstieg aus der Energiegewinnung durch Atomkraft erzwingt. Ausgerechnet eine Politikerin aus einer Partei, die in der Vergangenheit schlechterdings als Schutzpatronin der Kernenergie galt, bewirkt, dass künftig deutsche Atommeiler keine Energie mehr liefern dürfen.

Ein schwäbischer, grüner Moslem durchbricht die Schweigespirale

Und jetzt kommt da Cem Özdemir: Grüner, Moslem, Schwabe, Bundestagsabgeordneter einer Partei, die sich vor Political Corretness (PC) beinahe hysterisch überschlägt, wenn es jemand wagt, vermeintlich gegen die PC zu verstoßen. Erinnern wir uns nur an Claudia Roth, die mit Betroffenheitsgesicht und glupschäugig, gefragt und ungefragt, jede und jeden anprangert, der es wagt, ihre fundamentalen Weltbilder ins Wanken bringen zu wollen, indem er Offensichtliches anspricht: Es darf einfach nicht sein, was nicht ins grüne Weltbild passt.

Und dennoch: Gerade ging in Halle ein Parteitag der GRÜNEN zu Ende und dort geschah beinahe Unglaubliches: Cem Özdemir hat dort den Delegierten zugerufen – den genauen Wortlaut gibt es bisher in den Medien nicht nachzulesen – dass islamisch begründeter Terror sehr wohl etwas mit dem Islam zu tun habe. Er hat damit eine Schweigekartell durchbrochen, das in der jüngsten Vergangenheit angesichts der von fundamentalistischen Moslems begangenen Terror-Verbrechen gegen Ungläubige und Andersgläubige mantraartig zu brummeln begann, dass „das alles nichts mit dem Islam zu tun“ habe.

„Das hat nichts mit dem Islam zu tun“ ist eine der Lebensgewissheiten unter anderem auch eines Aiman A. Mazyek, Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime in Deutschland. Bisher konnte er sich bei solchen gewagten Äußerungen fest auf die Flanken- und Rückendeckung der GRÜNEN, der Linken, der SPD und auch großer Teile des bürgerlichen Lagers verlassen. Im Gegenteil: Selbst wenn es Ton- und Bildaufnahmen eines Terroanschlages gab, auf dem klar und deutlich zu hören war, dass die barbarischen Attentäter den Schreckensruf des vergangene Jahrzehnts „Allahu akbar“ riefen, so traten dennoch immer wieder aktive und vor allem ausgediente Bundestagsabgeordnete ins mediale Scheinwerferlicht, die dem Bundesbürger klar zu machen versuchten: „Das hat alles nichts mit dem Islam zu tun“.

Gegen den Willen und das Empfinden des Volkes

Darüber hinaus versuchten Bundeskanzlerin und Bundespräsidenten mit allen Mitteln dem deutschen Volk einzutrichtern, dass es jetzt endlich zu akzeptieren habe, dass „der Islam zu Deutschland“ gehöre. Widerspruch aus dem Volk und den eigenen politischen Reihen überhörte man geflissentlich. Staats- und politische Raison standen da deutlich über dem Willen und Empfinden des Volkes.

Mitte des Jahres verstieg sich Bundeskanzlerin Merkel während eines Festaktes anlässlich der Verleihung einer Ehrendoktorwürde der Universität Bern (CH) sinngemäß gar zu der Äußerung, dass die Christen Europas selbst schuld daran seien, dass ihre Religion vom Islam mehr und mehr zurückgedrängt würde: „Wir haben doch alle Chancen und Freiheiten, uns zu unserer Religion zu bekennen. Und wenn ich etwas vermisse, ist es nicht, dass ich jemandem vorwerfe, dass er sich zu seinem muslimischen Glauben bekennt, sondern dann haben wir doch auch den Mut zu sagen, dass wir Christen sind, haben wir doch den Mut zu sagen, dass wir da in einen Dialog eintreten.“ ruft die Kanzlerin den Menschen in Deutschland (und Europa) zu, die angesichts eines aggressiv auftretenden Islam Angst um die Zukunft des Kontinents und ihrer freiheitlichen Gesellschaft bekommen.

Und jetzt kommt dieser GRÜNE, dieser säkularisierte Moslem aus Schwaben daher und wirft diese Glaubensfundamente der PC gegenüber dem Islam während eines Parteitags der GRÜNEN einfach so über den Haufen? Plötzlich soll islamistischer Terror doch etwas mit dem Islam zu tun haben? Unfassbar! Der Schrecken vieler Medien ist noch zu spüren. Kaum jemand traut sich, die Rede vollumfänglich darzustellen oder gar das Thema fundiert anzugehen. Reaktion und Wirkung werfen ein beredtes Schlaglicht auf die demokratische Diskussionsfähigkeit unserer Gesellschaft. Bedarf es eigentlich immer erst einer Art Unbedenklichkeitserklärung aus dem roten oder grünen Lager, bis sich die Erkenntnis durchsetzt, dass die Realität so ist, wie sie sich dem Menschenverstand darstellt? Muss erst ein schwäbischer Moslem, Cem Özdemir, seinen „Halal-Stempel“ („es ist erlaubt“) auf das Offensichtliche drücken, damit in unserer Gesellschaft und im demokratischen Diskurs „ausgesprochen werden darf“, was jeder ohne Scheuklappen von sich aus erkennen kann?

Hier läuft etwas fundamental falsch im Staate Deutschland. Es wird Zeit, sich von den Schweigespiralen, von den ungesunden Restriktionen der PC frei zu machen. Es muss möglich werden, alle Probleme und Fehlentwicklungen innerhalb unserer Gesellschaft anzusprechen, ohne dem Verdacht ausgesetzt zu werden, sich außerhalb der Gesellschaft zu stellen. Das gegenseitige Anprangern, das Herunterputzen der „Boten der schlimmen Botschaft“, das Mundtotmachen muss ein Ende haben. Wir haben aus der deutschen Geschichte genug Erfahrungen mit Tabus und genehmen oder auch nicht genehmen Meinungen. Wir haben genug Erfahrungen mit politisch erwünschten und gebannten Überzeugungen, mit Gesinnungsschnüffelei und obrigkeitlichem Untertanentum, als dass wir uns diese unheiligen Verhaltensweisen erneut antun sollten.

Der Verstand muss das politsche Ruder übernehmen

Es stünde unserer deutschen Gesellschaft gut an, wenn sie folgende Mechanismen endgültig überwinden könnte: Wenn der Falsche etwas Richtiges sagt, dann hat es falsch zu sein und wird bekämpft. Sagt hingegen der Richtige etwas Falschs, dann hat das richtig zu sein und wird unterstützt. Das ist eine kindische, eine unreife Haltung, die wir ein für alle Male aus den Köpfen verdrängen müssen. Es schadet der Demokratie, es schadet unserem Volk, wenn wir in Deutschland nicht endlich zu einem ideologiefreieren politischen Austausch gelangen. Es schadet uns allen, wenn wir nicht zu souveränen und faktenunterlegten Beschlussfindungen gelangen. Das starre Lagerdenken, parteipolitisches Festhalten an überkommenen Positionen hat angesichts der Herausforderungen der Gegenwart und der langsam erkennbaren Zukunft ausgedient. Die Verdikte „Das ist rechts“, „Das ist links“ gehört in die Mottenkiste der Geschichte. Es wird Zeit, dass die Vernunft das politische Ruder übernimmt.

Autor: Dominik Ventus